Fußball | 3. Liga Sachsen-Anhalt: DFB droht Politik und spricht von Lizenzentzug

Mannschaftstraining und Wettkampfbetrieb in Sachsen-Anhalt bleiben vorerst weiter ausgesetzt. Die Drittligisten HFC und FCM können sich damit nach aktuellem Stand nicht auf den geplanten Re-Start am 26. Mai vorbereiten. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach von "unerträglichem Druck" seitens des DFB, der sogar mit Lizenzentzug drohe.

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Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt 1 min
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Di 12.05.2020 14:44Uhr 01:09 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-408746.html

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Mannschaftstraining und Wettkampfbetrieb in Sachsen-Anhalt bleiben vorerst weiter ausgesetzt - auch im Profifußball. Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff und Sportminister Holger Stahlknecht (beide CDU) am Dienstag in einer Pressekonferenz bekanntgaben, beinhaltet die fünfte Verordnung des Landes zur Eindämmung des Coronavirus weiterhin ein entsprechendes Verbot. "Es gilt der Gleichheitsgrundsatz", sagte Stahlknecht zur Begründung. Amateursport und Freizeitsport müssten unter gleichen Bedingungen stattfinden.

HFC und FCM können sich nicht vorbereiten

Das heißt: Sachsen-Anhalts Drittligisten Hallescher FC und 1. FC Magdeburg können sich nach aktuellem Stand nicht auf den geplanten Drittliga-Re-Start am 26. Mai vorbereiten. Dieses Datum strebt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an. HFC und FCM sind wie Carl Zeiss Jena, der FSV Zwickau und weitere Drittligisten dagegen nach wie vor für einen Saisonabbruch.

HFC und FCM baten deshalb die Politik um Hilfe - und die zeigt sich zumindest kampfbereit. Haseloff berichtete von einem Telefonat mit DFB-Präsident Fritz Keller, in dem es zu "deutlichen Wortbeiträgen" gekommen sei. Der Regierungschef sprach von einem "unerträglichen Druck auf Politik und Vereine". Die Regierung versuche "gegenzuhalten, solange die Kraft bleibt". Haseloff kritisierte insbesondere, dass mit Lizenzentzug gedroht werde, sollte ein Verein nicht willens sein, mitzuspielen. Mit Blick auf die Drohung mit Lizenz-Entzug sagte Haseloff "Das können nicht die Spielregeln in unserer Gesellschaft sein."

DFB reagiert "verwundert"

Für "Verwunderung" sorgten die Äußerungen beim DFB. Generalsekretär Curtius wies die Vorwürfe zurück. Es sei nicht um Druck und Drohung gegangen. Vielmehr habe Ministerpräsident Haseloff auch signalisiert, aktiv in einer Arbeitsgruppe zur wirtschaftlichen Stabilität der 3. Liga mitzuarbeiten, so Curtius.

Er warf den Abbruchsbefürwortern, zu denen auch Magdeburg und Halle gehören, vor, die Frage nach der Alternative auszublenden. "Die angeführten Kritikpunkte, das Spielen ohne Zuschauer, die Umsetzung eines Hygienekonzepts - all dies gilt wahrscheinlich auch in einigen Monaten noch. Wollen diese Klubs dann bis nächstes Jahr mit der 3. Liga aussetzen? Diese Antworten bleiben alle Befürworter des Saisonabbruchs schuldig", monierte Curtius. Stimmt so nicht ganz. FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik hatte erst am Wochenende im MDR ein Konzept präsentiert, welches auch dem Drittliga-Ausschuss vorliegt. Kallnik denke dabei an eine "Saison ab 1. September, gut vorbereitet mit einem medizinischen Hygiene-Konzept. "Der große Vorteil an diesem Szenario ist, dass wir besser planen können. Wir könnten es wirtschaftlicher gestalten auch ohne Zuschauer", so Kallnik.

Regress- und Schadenersatzrisiken bei Abbruch

Der DFB sieht im Falle eines Saisonabbruchs enorme Risiken. Die Auswirkungen wären in vollem Ausmaß kaum abzuschätzen, angefangen von erheblichen Regress- und Schadenersatzrisiken für die Liga und ihre Vereine. Die 3. Liga wäre bei einem freiwilligen Abbruch in ihrer kompletten Struktur als Profiliga gefährdet und in Frage gestellt.

Hintertürchen für einen Re-Start der 3. Liga

Für einen Re-Start der 3. Liga gibt es aktuell immer noch ein Hintertürchen - auch aus Sachsen-Anhalt. Haseloff kündigte an, sich mit seinen Ministerpräsidenten-Kollegen in den anderen Bundesländern abzustimmen. Sollte Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland bei seinem Verbot bleiben, dann könnte es sein, dass diese Regelung noch einmal geändert werde. "Die Vereine, die spielen wollen, müssten dann eine Genehmigung beantragen", so Stahlknecht.

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mze

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 12. Mai 2020 | 17:45 Uhr

76 Kommentare

matze0762 vor 18 Wochen

Hallo mein Freund, das einzig Gute an dieser besch.......Situation ist die Einigkeit zwischen Blau/weiß und Rot/weiß in der Sache. Ich frage mich, warum es so schwer ist, zu verstehen, dass in Sachsen/Anhalt und Thüringen nicht trainiert und gespielt werden kann. Das sind Vorgaben der Politik und damit bindend. In anderen Bundesländern wird das eben anders und lockerer gehandhabt, genau dort, wo bisher die meisten Corona - Fälle registriert wurden. Das sollte allen mal zu Denken geben. Der DFB gibt hier jedenfalls keine gute Figur ab - schade eigentlich, hier hätten die Herren mal Pluspunkte sammeln können. Ganz schlimm ist allerdings die Zerstrittenheit der Vereine, wie soll das wieder in vernümftige Bahnen zurück geführt werden? Hoffen wir noch auf ein gutes Ende. Rot/weiße Grüße aus Halle

markus3556 vor 18 Wochen

Da sind wir beide ja der selben Meinung, annullieren und gut ist es. Leider ist diese Meinung nicht mehrheitsfähig und wird sich nicht durchsetzen. Aus Magdeburg kommen ja mal wieder sehr komische Ideen, natürlich ohne Absteiger und mit Aufsteigern, damit man es sich nicht mit dem MSV oder Waldhof verscherzt. Würden diese Vereine wegbrechen, blieben nur noch die Vereine übrig, die auf einem Abstiegsplatz stehen oder akut gefährdet sind. Den Vorschlag der Annullierung wird aber von den Gegnern nicht in betracht gezogen, leider.

flaeming_der_alte vor 18 Wochen

Nee, ich persönlich hätte das Spieljahr 2019/2020 komplett anuliert, so als hätte es diese Saison nie gegeben und zwar für alle Ligen. Es sind ohnehin nicht die gleichen Wettbewerbsbedingungen wie vor Corona gegeben. Da wäre Abbruch ohne Auf- und Absteiger noch die fäirste Lösung, da die Saison ja nicht zu Ende gespielt wäre.