Fußball | 3. Liga Rassismus-Vorwurf gegen Erdmann: DFB-Sportgericht vertagt Entscheidung

Das DFB-Sportgericht hat die Entscheidung über die gegen Dennis Erdmann vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken erhobenen Rassismus-Vorwürfe gegen mehrere FCM-Spieler vertagt. Die Verhandlung wird in einer Woche fortgesetzt.

Dennis Erdmann
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat die Entscheidung über die gegen Dennis Erdmann vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken erhobenen Rassismus-Vorwürfe vertagt. Die Verhandlung wird am kommenden Donnerstag (14 Uhr) fortgesetzt, teilte das dreiköpfige Gremium unter Leitung von Stephan Oberholz am Donnerstag nach einer dreieinhalbstündigen Sitzung mit. "Wir werden das Verfahren dann hoffentlich zum Abschluss bringen", sagte Oberholz. Erdmann ist bis zur Verkündung des Urteils vorerst gesperrt.

Zeugen belasten Erdmann - Referee hat nichts mitbekommen

Der 30-Jährige soll am 25. August in der Partie 1. FC Saarbrücken gegen 1. FC Magdeburg (2:1) mehrere Gegenspieler rassistisch beleidigt haben. Diese Anschuldigung bekräftigten die als Zeugen geladenen FCM-Profis Baris Atik, Sirloid Conteh, Leon Bell Bell und Amara Condé vor dem Sportgericht. "Ich habe das in dieser Heftigkeit noch nie erlebt", berichtete Condé. Er selbst sei nicht beschimpft worden, habe aber "einiges mitbekommen".

Der telefonisch zugeschaltete Schiedsrichter Robert Kampka erklärte, dass er rassistische Beleidigungen in der hitzigen Partie "aus eigener Wahrnehmung nicht mitbekommen" habe. Er sei auch während und nach dem Spiel von Magdeburger Seite nicht auf entsprechende Vorfälle angesprochen worden - weder von Spielern noch Verantwortlichen.

Sichtung weiterer Beweise

Erdmann wies in der Verhandlung alle Anschuldigungen energisch zurück. "Für mich ist das unfassbar. Ich bin kein Mensch, der zwischen Herkunft und Hautfarbe unterscheidet", sagte der Defensivspieler und beteuerte: "Ich habe niemals jemanden rassistisch beleidigt und würde das auch niemals tun." Erdmanns Rechtsbeistand Horst Kletke hatte eine Vertagung beantragt, um weitere Beweise zu sichten, da die Angelegenheit seiner Ansicht nach nicht aufgeklärt werden konnte. Zu Beginn der Verhandlung hatte Kletke von zahlreichen Hass-Mails gegen Erdmann berichtet. "Ich bin ein mental starker Spieler», sagte Erdmann. «Aber die vergangenen Tage waren unfassbar belastend für mich und meine Familie."

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red/pm

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. September 2021 | 17:45 Uhr

49 Kommentare

A.d.R. is Back vor 3 Wochen

Woher wollen sie das wissen das keiner beim Schiri war???! So wie das Spiel gelaufen ist , war der völlig überfordert. Getreu dem Motto nix sehen, nix hören und ganz schnell nach Hause, allen Ärger aus dem Weg gehen,so!!!! kam das rüber.

wolle010 vor 3 Wochen

Acht Wochen hoert sich an, als ist sich die Anklage auch nicht sicher. Denn entweder ganz sperren, oder gar nicht.
In NC gibt es sowas nicht, da sind alle lieb, fast wie ( fast) alle Maggis😇😇😇

Thoralf vor 3 Wochen

Die ganze Sache ist einfach Sch... . Was mir aber irgendwie aufstößt... der DFB Ankläger fordert Acht Wochen Sperre! Die Verteidigung hat nun eine Woche Zeit, die "Beweise" zu sichten oder so.... 🤔vielleicht ist das in NC anders, aber gibt es das Plädoyer nicht erst nach der Beweisaufnahme?