Fußball | 3. Liga DFL-Finanzspritze soll auch Corona-Tests abdecken

7,5 Millionen Euro, 300.000 für jeden Verein - die Finanzhilfen von der DFL sollen dafür sorgen, dass die Drittliga-Saison sportlich zu Ende geht. Die mitteldeutschen Vereine - allesamt in der unteren Tabellenhälfte - bleiben skeptisch.

"Die Gelder können insbesondere helfen, die bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs entstehenden Kosten für Organisation und Testungen in der 3. Liga und Frauen-Bundesliga zu decken und die Klubs somit nicht zu belasten", heißt es in der Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundesbundes. Generell ist das Geld aber nicht an Bedingungen geknüpft, hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Donnerstag erklärt.

Die Finanzhilfen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) stoßen bei den mitteldeutschen Drittligisten auf verhaltene Reaktionen. Die 7,5 Millionen Euro aus dem Topf der vier deutschen Champions-Leaue-Vereine seien "natürlich ein Geschenk, das die Finanzsituation verbessert", sagte Tobias Leege, Vorstandssprecher des FSV Zwickau, dem MDR. Mit den 300.000 Euro, die jeder Drittligist mit Ausnahme der zweiten Mannschaft von Bayern München erhalten soll, wären "etwa 40 bis 50 Prozent der ausgefallenen Zuschauereinnahmen beglichen", fügte Leege hinzu.

Auszug aus der DFB-Pressemitteilung

Auszug aus der DFB-Pressemitteilung

"Die Gelder können insbesondere helfen, die bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs entstehenden Kosten für Organisation und Testungen in der 3. Liga und Frauen-Bundesliga zu decken und die Klubs somit nicht zu belasten."

Leege: "Entscheidend ist die behördliche Anordnungslage"

Zugleich bremste er aber die Erwartungen bezüglich einer baldigen Saisonfortsetzung in der 3. Liga. Die wirtschaftliche Lage sei nur eines von mehreren Kriterien, sagte Leege: "Entscheidend ist die behördliche Anordnungslage, die abhängig ist vom medizinischen Konzept." Zwickau hattet sich wie sieben andere Drittligisten, darunter alle mitteldeutschen, für einen Abbruch der Saison ohne Absteiger ausgesprochen. Dies bleibe zunächst unverändert.

Rauschenbach: "Erstes positives Signal"

Auch der Hallesche FC zeigte sich erfreut: "Die Vereine in der 3. Liga sind hart getroffen. Deshalb sind die angekündigten Finanzhilfen ein erstes positives Signal", sagte Präsident Jens Rauschenbach dem MDR - wenngleich der HFC seine Positionierung bezüglich eines Saisonabbruchs zunächst ebenfalls unverändert lässt.

Polster: "Frische Luft zum Atmen"

Erste Freude kam auch beim Chemnitzer FC auf: "Die kurzfristig in Aussicht gestellte Unterstützung gibt den Drittligisten frische Luft zum Atmen und zeigt die Solidarität innerhalb der Fußball-Familie", sagte die CFC-Vorstandsvorsitzende Romy Polster.

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sst/mze/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 23. April 2020 | 17:45 Uhr