Fußball | 3. Liga Chemnitz will staatliche Hilfen beantragen, Jena führt Kurzarbeit ein

Die Unterbrechung der 3. Liga trifft vor allem die finanziell schwächeren Vereine. Der Chemnitzer FC hat sich dazu entschieden, finanzielle Hilfen zu beantragen. Carl Zeiss Jena wiederum führt Kurzarbeit ein.

CFC Emblem am Hauptgebäude.
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Die Chemnitzer FC Fußball GmbH will finanzielle Hilfen bei der Bundesregierung beantragen, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vereins aufrecht erhalten zu können. Das bestätigte die Vorstandsvorsitzende des Fußball-Drittligisten, Romy Polster, am Mittwoch dem MDR. "Wir werden uns dieser bedienen müssen, um diese Saison in der nötigen Liquidität zu schaffen", so Polster.

Polster: "Geisterspiele sind eine Option"

Damit reagierte der Verein auf die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vom Dienstag, die 3. Liga vorerst weiter bis zum 30. April auszusetzen. "Wir wollen die Saison sportlich beenden", sagte Polster und brachte auch Geisterspiele als Möglichkeit ins Spiel: "Geisterspiele sind keine wunderschöne Option, aber sie sind eine Option."

Jena führt Kurzarbeit ein

Carl Zeiss Jena wiederum hat auf die weitere Aussetzung des Spielbetriebs mit der Einführung von Kurzarbeit reagiert - bis mindestens zum 30. April. Dem Tabellenletzten fehlen pro Heimspiel Einnahmen in Höhe von 100.000 Euro, so dass sich der Verein dazu gezwungen sieht, Maßnahmen zu ergreifen. "Wir haben die Mitarbeiter gestern informiert, dass wir das Thema Kurzarbeit angehen müssen und werden", sagte Geschäftsführer Chris Förster.

Auch Förster glaubt nicht, "dass bis zum 30. Juni noch Spiele vor Publikum stattfinden". Allerdings mahnt er: "Wir müssen aufpassen, dass der Fußball nicht von der Gesellschaft entrückt."

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mze (mit Agenturen)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 17. März 2020 | 17:45 Uhr

6 Kommentare

Seniorfan vor 31 Wochen

Leider hat die Meinung von Herrn Leege am Montag nicht gefürchtet. Abbruch und Annullierung der Saison sind die einzige Möglichkeit. Es gibt keine Alternative! Damit kann für alle Angestellten und Spieler bis zum Saisonende (30.06.) zur Senkung der Kosten Kurzarbeit eingeführt werden, für Spieler mit längeren Verträgen auch darüber hinaus. Geisterspiele und Darlehen verschlimmern die Situation ins Unermessliche. Insolvenzen sowie Vereinssterben sind die Folge und nicht nur im Osten.
Hast du aus Chemnitz was anderes erwartet?
Welche Mannschaft soll ohne Training und Testspiele ab Mai in englische Wochen einsteigen - kranke Köpfe die sowas als Alternative ansehen.

unfassbar vor 31 Wochen

Was die Dame vom CFC veranlasst so ein Statment zu geben, bleibt ihr Geheimnis. In der 3. Liga ist ein Abruch der Saison alternativlos. Geisterspiele machen hier keinen Sinn und sind wirtschaftlich für die meisten Mannschaften nicht vertretbar. Mal sehen wie groß die Hilfen ausfallen und wie hoch die Solidarität sein wird. Irgendwelche Darlehen bedeuten nur eine Verschiebung der finanziellen Probleme und enden in der Insolvenz vieler Drittligisten. Man wird auch ab Mai nicht weiterspielen können. Es werden sich auch da noch Spieler infizieren und ganze Mannschaften in Quarantäne müssen, also wie will man da die Saison ordentlich zu Ende bringen. Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, aber im Moment eben auch nur Nebensache.

MikeS vor 31 Wochen

Also wenn ich mir diese lauen Statements so anhöre, dann kann ich nur empfehlen, sich mal das Interview des Herrn Leege vom FSV Zwickau zu Gemüte zu führen. Was der gesagt hat, hat juristisch und betriebswirtschaftlich Hand und Fuß. Da hat man gemerkt, dass der sich schon mal intensiv und umfassend Gedanken gemacht hat und offenbar auch weiß, wovon er redet.
Was die Dame von CFC ablässt, ist so schwach - die hat in ihrem insolventen Verein noch nicht mal ansatzweise über Realitäten nachgedacht (wie sie auch selbst sagt). Aber dann vor das Mikro treten und rumpalavern. Der pure Aktionismus. Und was Förster bringt ist ein Auszug aus dem Tagesgeschäft der Presse, einfach nur schlecht in der Lage.