Fußball | 3. Liga SGD-Geschäftsführer Wehlend: "3. Liga - Zwischen Erfolgsstory und wirtschaftlichen Problemen"

Am kommenden Wochenende steigt die 3. Liga ins Spielgeschehen ein. Was erwartet die Vereine, Spieler und Fans? In einer Medienrunde gab u.a. SGD-Geschäftsführer Jürgen Wehlend Auskunft.

Jürgen Wehlend (Geschäftsführer Finanzen SG Dynamo Dresden)
Jürgen Wehlend (Geschäftsführer Finanzen SG Dynamo Dresden). (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Steffen Kuttner

Nach der 2. Bundesliga steigt am kommenden Wochenende auch die 3. Liga ins Spielgeschehen ein. Die dritthöchste Spielklasse geht nunmehr in die 15. Saison. Was erwartet die Vereine, Spieler und Fans? Antworten dazu gab es in einer digitalen Runde, zu der der Deutsche Fußball-Bund am Montag (18.07.2022) eingeladen hatte. Als Gesprächspartner standen Jürgen Wehlend (Geschäftsführer Finanzen SG Dynamo Dresden), Manuel Hartmann (Geschäftsführer DFB-Spielbetrieb) und Christoph Dabrowski (Trainer von Aufsteiger Rot-Weiss Essen) zur Verfügung.

DFB verzichtet auf allgemein gültiges Hygienekonzept

Trotz der nach wie vor angespannten Corona-Lage verzichtet der DFB in der anstehenden Drittliga-Saison auf ein allgemein gültiges Hygienekonzept für die Klubs. Die zuständige medizinische Taskforce ist laut Spielbetriebs-Geschäftsführer Manuel Hartmann in einen "Standby"-Modus versetzt worden. Damit ist jeder Verein zunächst selbst für seine Schutzmaßnahmen zuständig. "Wir werden das Geschehen weiter im Auge behalten. Wenn es dramatische Entwicklungen gibt, haben wir Konzepte in der Schublade", sagte Hartmann.

Letzte Saison hatte die Liga ein strukturelles Defizit von 500.000 Euro. Nach der Insolvenz von Türkgücü München in der vergangenen Saison hofft Hartmann darauf, die Spielzeit "mit 20 Mannschaften" zu beenden. "Es ist schade, dass man das explizit erwähnen muss", betonte Hartmann: "Aber auch das Zulassungsverfahren kann nie zu 100 Prozent Sicherheit geben, wenn einzelne Klubs über die Stränge schlagen."

"Erfolgsstory" und "wirtschaftlich systemische Probleme"

Ähnlich wie Hartmann sieht es auch SGD-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Er kennt das Geschäft schon lange, war bis zu seinem Wechsel zu den Dresdnern Geschäftsführer des VfL Osnabrück. Für Wehlend ist die 3. Liga "eine Erfolgsstory", die zwar "ein unglaubliches Wachstum hingelegt" hat, aber auch "wirtschaftlich systemische Probleme" aufzeigt.

"Zehn Insolvenzen innerhalb von zehn Jahren in der 3. Liga sind ein Indikator dafür", so Wehlend. In Dresden müsse man trotz gewachsenem Eigenkapital in der kommenden Spielzeit mit einem Jahresfehlbetrag rechnen. "Der wird scheinbar noch einmal wegen der Energiepreise steigen."

Leuten auf die Finger schauen

Um solche Schicksale von Türkgücü zu vermeiden, ist Wehlend logischerweise der Meinung, dass man nur Geld ausgeben kann, was man eingenommen hat. Das bedeutet: "Klubs, die aus unterschiedlichen Situationen insolvent gingen – da muss man genauer hinschauen." Dabei macht es Wehlend auch an dem Fakt fest, dass manche Verantwortliche für Vereine zuständig sind, die kaum etwas von der Materie verstehen: "Wir erleben, dass da teilweise Leute auftauchen, die nicht mit der allergrößten Erfahrung und Knowhow im Profifußball unterwegs sind."

Bis zu 15.000 Dauerkarten im Visier

Unterdessen planen die Schwarz-Gelben nach Angaben von Wehlend, diese Saison 14.000 bis 15.000 Dauerkarten an den Mann zu bringen. Zudem äußerte sich der Geschäftsführer nach den Ausschreitungen auch zur Geldstrafe von 300.000 Euro: "Wir gehen nicht in Berufung."

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jmd

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 11. Juli 2022 | 19:30 Uhr

5 Kommentare

Dreiecker vor 28 Wochen

Warum ist kein Beitrag über Hans-Jürgen Kreische auf der Dynamo Homepage oder auf der Sportseite des MDR zu lesen. Er ist heute 75 Jahre alt geworden.

1.Landpomeranze vor 28 Wochen

Ich hoffe Dresden wird 3. Liga erhalten bleiben und nicht zur Regionalliga durchgereicht. Aue schafft den Aufstieg nicht im ersten Anlauf. Zwickau tut sich schwer und rockt wie Halle weiter 3. Liga zu der absteigende Magdeburger und Rostocker zurück kommen.

Ostfussballfan73 vor 28 Wochen

Wieso sollte Dynamo durchgereicht werden?

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