Fußball | 3. Liga Zwickau feiert Punktgewinn nach irrer Schlussphase in Kaiserslautern

Nachholer 28. Spieltag

Was für ein Drama! Der FSV Zwickau hat einen enorm wichtigen Punkt beim 1. FC Kaiserslautern geholt. Lange war das Team von Joe Enochs am Drücker, ehe die Pfälzer die Partie binnen weniger Minuten drehten. Am Ende sorgte Jozo Stanic mit der letzten Aktion für das 2:2 (0:0) und Feierstimmung bei den Westsachsen.

Kaiserslautern - Zwickau 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 19:30 Uhr Mi 07.04.2021 19:30Uhr 01:48 min

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FSV-Trainer Joe Enochs veränderte seine Startelf im Vergleich zur jüngsten 0:1-Niederlage gegen Waldhof Mannheim auf zwei Positionen: Leon Jensen kam für Mike Könnecke im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Zudem erhielt Felix Drinkuth auf dem linken Flügel den Vorzug vor Nils Miatke. Auf Seiten der Gastgeber rotierten Alexander Winkler und Marlon Ritter für die gesperrten Kenny Prince Redondo und Kevin Kraus in die Anfangsformation.

Chancen en Masse in Hälfte eins

In einer munteren Anfangsphase verbuchte der FSV die erste gute Aktion: Nach einer Hereingabe von der linken Seite prüfte Ronny König per Kopf Lauterns Schlussmann Avdo Spahic (4.). Beide Teams agierten auch in der Folge mit viel Zug zum Tor. Zunächst hatte Manfred Starke nach einer scharfen Drinkuth-Hereingabe Pech und traf nur die Unterkante der Latte (20.). Im Anschluss verzeichnete Kaiserslautern durch Marlon Ritter und Felix Götze zwei dicke Chancen, doch FSV-Schlussmann Johannes Brinkies entschärfte beide Aktionen mit herausragenden Paraden (24./25.).

Hendrik Zuck (1.FC Kaiserslautern)
Hendrick Zuck (re.) kämpft gegen Zwickaus Morris Schröter um den Ball. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Die Partie blieb weiter rassig mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Nach 31 Minuten war es erneut Brinkies, der Zwickau vor dem Rückstand bewahrte und einen Distanzschuss von Marvin Pourié zur Seite ablenkte. Auf der Gegenseite fand Morris Schröter per Kopf seinen Meister in Spahic (33.). Und auch kurz vor der Pause schnupperten beide Teams am Führungstreffer: Marco Schikora schoss die Kugel nach einer Ecke aus kurzer Distanz in den Oberrang (43.), kurz darauf wurde ein Schuss von Lauterns Götze gerade noch geblockt (45.).

Vier Tore und ein Platzverweis

Nach dem Seitenwechsel ließ Zwickau nicht locker, setzte durch König den nächsten Warnschuss (50). Den Pfälzern fehlt es in dieser Phase an entlastenden Offensivaktionen. Die Gäste bissen sich dagegen fest und belohnten sich nach exakt einer Stunde mit der Führung: König legte einen Freistoß am Sechzehner per Kopf auf Starke ab. Der Ex-Lauterer fackelte nicht lange und versenkte die Kugel mit Wucht im rechten unteren Eck.

Hendrik Zuck (1.FC Kaiserslautern) bejubelt den Treffer zum 2:1 mit Jean Zimmer (1.FC Kaiserslautern), Philipp Hercher (1.FC Kaiserslautern), Tim Rieder (1.FC Kaiserslautern), Nicolas Sessa (1.FC Kaiserslautern).
Binnen weniger Minuten stellte der FCK den Spielverlauf auf den Kopf. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Die Reaktion der Hausherren folgte prompt – und wie: Zunächst brachte Philipp Hercher einen Nachschuss aus spitzem Winkel im Tor unter (65.). Sechs Minuten später flankte Hendrick Zuck flach in den Sechzehner, wo Brinkies das Spielgerät unglücklich ins eigene Tor abfälschte. In der Folge wurde es immer ruppiger: Der eingewechselte Anil Gözütok ging mit gestrecktem Bein auf Kopfhöhe in den Zweikampf mit Könnecke und sah glatt Rot (76.). In Unterzahl verteidigten die Pfälzer mit Mann und Maus und sahen lange wie der Sieger aus. Mit der allerletzten Aktion drückte Jozo Stanic den Ball nach einem Freistoß aber über die Linie und bescherte dem FSV doch noch einen glücklichen aber nicht unverdienten Punktgewinn.

Stimmen zum Spiel:

Joe Enochs (Zwickau): "Es war ein Spiel, wie wir es erwartet hatten. Es gab Chancen auf beiden Seiten. Kaiserslautern hatte in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, wir in der zweiten. Kaiserslautern hat das Spiel dann mit sehr viel Emotionen gekippt. Dann standen wir da und mussten nach einem guten Spiel mit aller Macht versuchen, den Ausgleich zu schießen. Dass es in der letzten Sekunde passiert ist, ist zwar glücklich aber nicht unverdient."

Marco Antwerpen (Kaiserslautern): "Wir waren schon in der ersten Halbzeit gut im Spiel, hatten schon die ein oder andere gute Torchance dabei. In die zweite Halbzeit sind wir zu passiv gestartet und sind folgerichtig in Rückstand geraten. Die Reaktion, die wir gezeigt haben, war wieder einmal überragend. Dann hatten wir wieder einen auf dem Platz stehen, der nicht wollte, dass wir das Spiel gewinnen. Das macht dann keinen Spaß mehr, auch wenn wir wissen, dass wir in der Nachspielzeit das Tor so nicht kriegen dürfen. Es ist immer wieder bitter, dass wir unter Schiedsrichterleistungen leiden müssen."

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jsc

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Eine Pressekonferenz
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. April 2021 | 19:30 Uhr

71 Kommentare

Dynamokralle vor 5 Tagen

Und man weiß sich zu benehmen! Wieviele Male wurde dem FSV eine Spielverlegung auferlegt? Teils unter peinlichen Umständen und mit heftigen Zumutungen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es eine aggressive, überhebliche oder mit Falschaussagen gespickte Reaktion des Vereins gegeben hätte. Wenn kritisiert wurde, dann zu Recht und mit Sachlichkeit. Da kann ein Herr Antwerpen sich mal ein Beispiel nehmen. Und er sollte sich bewusst sein, dass er mit solcherart Auftreten weitere Rufschädigung betreibt und so noch den letzten Funken Sympathie verspielt.
Respekt dem FSV und lasst Euch Eure Leistung von nix und niemandem kleinreden. Weiterhin viel Erfolg.
DyGr

basis1 vor 5 Tagen

So viele Kommentare hier von so vielen anderen Vereinen habe ich noch nicht erlebt.
Danke an unseren FSV das er soviele positive Schlagzeilen macht und das Interesse am Fussball in diesen Zeiten hochhält.
Wichtig war der eine Punkt und zum Gegner ist alles gesagt.
Man wird sehen wer nächste Saison noch in der 3.Liga spielt.
Weiter machen und Punkte sammeln.

RumBelballer vor 5 Tagen

Wenn man Kung-Fu mit Fußball verwechselt, spielt man halt mit einem weniger. 🤭 Dass die überhaupt noch im Profifußball spielen dürfen, ist die eigentliche Frechheit. Und wenn es doch sowas wie einen Fußballgott gibt, sorgt der dafür , dass der FCK absteigt. Schon bei dem Gemauschel um die Insolvenz wird einem schlecht, bevor man sich einen teuren Kader leistet, sollte man erst mal seine Schulden bei den anderen Vereinen bezahlen. Schade, dass Zwigge sich die 2Gegentore selber rein legt, was übrigens diesem „Trainer“ dann an der Spielweise des Gegner dann nicht mehr so gestört haben sollte.