Fußball | 3. Liga HFC mit Zittersieg dank Eberwein, Boyd und Kreuzers Monstergrätsche

14. Spieltag

Was war das für ein Spiel: Der Hallesche FC und der MSV Duisburg haben sich einen offenen Schlagabtausch geliefert, aus dem schließlich der HFC als 2:1-Sieger hervorging. Bis zum Schluss musste aber gezittert werden, denn die Meidericher trafen Sekunden vor Ultimo noch die Latte des Hallenser Gehäuses. Niklas Kreuzer grätschte "todesmutig" den Ball aus der Gefahrenzone.

Ein Wechsel in Halles Startelf

HFC-Coach Florian Schnorrenberg nahm im Vergleich zum 0:0 in Osnabrück eine Veränderung in der Startelf vor und brachte Marcel Titsch Rivero von Anfang an für Kebba Badjie. Bei den Gästen musste Hagen Schmidt, der seit zwei Wochen im Amt ist und von 2005 bis 2014 Leiter der Nachwuchsabteilung des HFC war, drei Veränderungen vornehmen. Kapitän Moritz Stoppelkamp, Alaa Bakir und Marvin Ajani fielen aus, dafür nominierte er Julian Hettwer, Darius Ghindovean und Kolja Pusch.

Intensives Spiel

Beide Mannschaften hielten sich nicht lange bei der Vorrede auf, sondern forcierten das Tempo. Es entwickelte sich sofort ein intensives Spiel mit leichten Vorteilen für die Hallenser.In der neunten Minute nahm Jan Shcherbakovski die Kugel direkt, verfehlte aus spitzem Winkel das Ziel aber deutlich. Elf Minuten später konnte dann der HFC seinen ersten Hochkaräter verzeichnen. Niklas Kreuzer mit der Ecke, die "Zebras" bekamen den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Schließlich war Jonas Nietfeld zur Stelle und scheiterte an MSV-Schlussmann Leo Weinkauf, der das Schlimmste für die Gäste verhinderte.

Etwas unglücklich agierte bei den Hallensern Aue-Zugang Louis Samson, der in der 34. Minute das 1:0 auf dem Fuß hatte. Statt selbst zu schießen entschied er sich jedoch für ein Abspiel zu Michael Eberwein, was letztendlich die falsche Entscheidung war. Mit 0:0 ging es in die Kabinen.

Nach 2:0-Vorsprung macht es der MSV wieder spannend - irre Schlusphase

Nach dem Wechsel ging es flott weiter – und es sollte eine aufregende zweite Halbzeit werden. Endlich platzte bei den Gastgebern der Knoten, und das in der 58. Minute. Julian Guttau leitete die Kugel weiter in den Lauf von Niklas Landgraf, der mit Übersicht in die Mitte flankte. Eberwein kam angesprintet und grätschte den Ball über die Linie. Die Rot-Weißen führten mit 1:0.

Michael Eberwein (HFC, 10) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Niklas Landgraf
Michael Eberwein jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Niklas Landgraf. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Wieder einmal war es Samson, der ebenfalls einen Treffer hätte beisteuern können. Er visierte in der 67. Minute das lange Eck an und verfehlte das Ziel um Zentimeter. Wenn es schon Samson nicht schafft, dann muss halt Terrence Boyd ran. In der 73. Minute lief der US-Boy an der Strafraumgrenze in Position und versenkte die Kugel links unten in den Maschen. 2:0 für den HFC. Aber noch lange kein Ruhekissen, denn Duisburg machte es wieder spannend.

v.li.Terrence Boyd (Hallescher FC) jubelt nach seinem Tor zum 2:0 mit Louis Samson (Hallescher FC), Niklas Kastenhofer (Hallescher FC) und Michael Eberwein (Hallescher FC)
Seht her, ich war's: 2:0-Schütze Terrence Boyd wird von Louis Samson, Niklas Kastenhofer und Michael Eberwein schier erdrückt. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Nach Foul von Jonas Nietfeld an Orhan Ademi gab es Elfmeter für die Gäste. Der MSV-Stürmer übernahm Verantwortung und erzielte den Anschluss. Nun wurde es ein Krimi, Duisburg holte die Brechstange heraus. In der Nachspielzeit hatten die Hallenser dann das Glück auf ihrer Seite, denn Aziz Bouhaddouz sah das leere HFC-Tor und traf aus 30 Metern die Latte. Den Abpraller grätschte Kreuzer artistisch vor dem einschussbereiten Ademi heraus. Tief durchatmen, gut gegangen: Halle feierte den fünften Saisonsieg.

 v. li. im Zweikampf Orhan Ademi (Duisburg) und Marcel Titsch Rivero (Hallescher FC)
Duisburgs Orhan Ademi und Marcel Titsch Rivero im Zweikampf. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Das sagten die Trainer:

Hagen Schmidt (MSV Duisburg): "Wir sind erstmal schon enttäuscht, aber wir gucken trotzdem nach vorne auf die nächsten Aufgaben. Wir haben, obwohl das Ergebnis nicht gestimmt hat, schon einen Schritt nach vorne gemacht. Wir hatten auch nicht ganz das Spielglück auf unserer Seite. Das ist so ein bisschen was, was uns die ganze Saison schon anheftet. Wichtig ist aber, dass alle in Duisburg an uns glauben. Ich glaube an die Mannschaft und der Erfolg wird kommen."

Florian Schnorrenberg (Hallescher FC): "Wir wissen ja, wie schwer die Spiele sind. Wir haben uns hintenheraus etwas schwergetan. In der ersten Halbzeit waren wir nicht ganz so zielstrebig, wie wir es wollten. Nach der Pause haben wir schöne Tore geschossen. Der verwandelte Elfmeter von Duisburg hat dann noch einmal Schärfe reingebracht. Über das gesamte Spiel gesehen ist es für uns ein verdienter Sieg."

jmd

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. Oktober 2021 | 16:00 Uhr

33 Kommentare

Signifi Kant vor 34 Wochen

Schon klar, zumal der HFC ist ja u.a. bekannt dafür ist, sich auch bei den "Kleinen" öfters mal schwer zu tun. Ich finde, man sollte zumindest bei dem Anspruch, den der HFC offiziell an sich selbst hat, die 3 Punkte gegen den Letzten fest einplanen. Es muss ja nicht gerade der HFC sein, gegen den Havelse ggf. eine "epochale Wende" einleitet :)

Maza vor 34 Wochen

Mit dem Wort ' Pflichtsieg tue ich mich immer schwer. Gerade solch angeblich
" KLEINEN " Gegner sollte man nicht unterschätzen.
Ansonsten hast du mit deinem Geschriebenen vollkommen recht!!

Signifi Kant vor 34 Wochen

3 Punkte geholt, jetzt nachlegen mit dem Pflichtsieg in Havelse! Dann hoffen, dass auch die anderen (der Lö!) mal wieder gesund werden und an den benannten Schwachstellen arbeiten. Insbesondere den Titel "Ungeschickteste Mannschaft im eigenen Strafraum" braucht der HFC nicht.

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