Fußball | 3. Liga Magdeburger Serie reißt gegen Uerdingen

37. Spieltag

Nach elf ungeschlagenen Spielen in Folge ist der 1. FC Magdeburg erstmals wieder als Verlierer vom Platz gegangen. Die Mannschaft von Christian Titz musste sich am Samstag mit 0:1 (0:0) beim KFC Uerdingen geschlagen geben. Dabei agierte der FCM über die gesamte Spielzeit dominant, verpasste aber einen eigenen Treffer und wurde am Ende eiskalt bestraft.

Magdeburgs Christian Titz ließ sein Team im Vergleich zum jüngsten 3:2-Erfolg gegen Duisburg quasi unverändert. Einzig Raphael Obermair rückte für Kai Brünker in die Anfangsformation. Auf Seiten der stark abstiegsbedrohten Uerdinger nahm Jürgen Press vier Änderungen vor und setzte unter anderem im Tor auf die Dienste von Lukas Könighofer.

Magdeburger Dominanz in Hälfte eins

Der Gastgeber startet gallig und suchte früh den Kontakt zum Magdeburger Tor. Die hohen Zuspiele in die Spitze gestalteten sich meist aber zu unpräzise. Der FCM versuchte dagegen das Spiel mit kontrollierten Flachpässen zu dominieren. Nach einer Viertelstunde wäre das auch beinahe belohnt worden. Obermairs Zuspiel ins Strafraumzentrum ließ Baris Atik clever zu Florian Kath durch. Dessen Abschluss aus kurzer Distanz konnte KFC-Schlussmann Königshofer aber stark parieren (15.).

Christian Kinsombi KFC Uerdingen und Tobias Müller 1. FC Magdeburg im Zweikampf
Uerdingens Christian Kinsombi (li.) im Laufduell mit Magdeburgs Tobias Müller. Bildrechte: IMAGO / Brauer-Fotoagentur

Magdeburg attackierte nun deutlich entschlossener. Immer wieder rollten die Angriffe über die Flügel. Doch auch Dominik Ernst traf nach tollem Zuspiel von Adrian Malachowski per Außenrist freistehend vor Königshofer nicht ins Schwarze (21.). Uerdingen fand offensiv kaum statt. Einzig Fridolin Wagner hatte nach 24. Minuten etwas überraschend die Führung auf dem Fuß, traf nach Vorarbeit von Mike Feigenspan aber nur den Pfosten und stand ohnehin beim Zuspiel im Abseits. Bis zur Pause kontrollierte der FCM das Geschehen, verpasste es aber, trotz schöner Spielzüge die Führung zu erzielen.

Uerdingen bestraft Magdeburger Chancenwucher

Die Gäste machten nach Wiederanpfiff munter weiter, standen extrem hoch und schnürten Uerdingen in der eigenen Hälfte ein. Der eingewechselte Brünker bekam nach Flanke von Leon Bell Bell aber nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball (50.). Der KFC blieb in seinen Offensivaktionen weiter harmlos, auch weil der FCM defensiv wie in den vergangenen Wochen einen sehr soliden Eindruck hinterließ. Am Bollwerk der Krefelder bissen sich Atik, Brünker und Co. aber weiter die Zähne aus.

Gustav Marcussen KFC Uerdingen Torjubel,jubelt mit seiner Mannschaft nach dem Treffer zum 1:0
Uerdingen hatte defensiv alle Hände voll zu tun, traf dann aber mit der ersten richtigen Chance ins Netz. Bildrechte: imago images/Brauer-Fotoagentur

Kurz darauf sollte sich der Chancenwucher der Magdeburger rächen. Nachdem der ebenfalls eingewechselte Luka Sliskovic trotz aussichtsreicher Position die Führung erneut ausließ, schlug der KFC eiskalt zu: Muhammed Kiprit legte nach einem schnellen Gegenstoß die Kugel im Sechzehner quer, Gustav Marcussen ließ Behrens mit seiner Abnahme aus kurzer Distanz keine Chance (76.). Im Anschluss warf Magdeburg noch einmal alles nach vorne, doch Uerdingen brachte die für den Klassenerhalt so eminent wichtigen drei Punkte über die Zeit. Für den FCM endete hingegen eine beeindruckende Serie von elf Spielen ohne Niederlage.

Das sagten die Trainer:

Christian Titz (Magdeburg) bei "Magenta"-Sport: "Wir haben das Spiel über die komplette Dauer dominiert und hatten sehr gute Einschussmöglichkeiten. In der zweiten Hälfte war es ein Spiel auf ein Tor. Wie es dann so läuft, bekommen wir einen Konter. Heute müssen wir den Fehler bei uns suchen. So gehst du als Verlierer vom Platz. Wir haben letztendlich unsere eigenen Möglichkeiten vor dem Tor nicht genutzt. Spiele wie heute sind nicht leicht. Teilweise stand der Gegner mit sechs Spielern auf der eigenen Linie."

Stefan Reisinger (Teamchef Krefeld) bei "Magenta"-Sport: "Heute sind alle mit Leidenschaft dabei gewesen. Es hat uns gut getan, unter der Woche noch einmal fokussiert zu trainieren. Ein super Kompliment an die ganze Truppe. Wir wussten, dass wir 90 Minuten defensiv viel arbeiten müssen, da Magdeburg viel Qualität hat. Da freut man sich über solch einen Nadelstich. Wir sind seit Wochen fokussiert. Was die Jungs heute abgerufen haben, das brauchen wir."

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. Mai 2021 | 16:00 Uhr

55 Kommentare

Kampfbahn1 vor 3 Wochen

Die DFB Pokal Quali der Drittligisten ausschließlich über die Ligaplatzierung zu ermöglichen, halte ich nicht für unfair. Warum auch? Das Problem der 3. Liga ist die Zwitterstellung die sie zw Bundesliga und den Amateurligen ab RL einnimmt. Sie wurde seinerzeit geschaffen um ua die Absteiger aus Liga 2 besser vermarkten zu können. Und gilt als reine Profiliga aber nicht als ebenbürtige 3. Bundesliga. Die Teilnahme dieser Vereine an einem Amateurpokal führt diesen ad absurdum. Natürlich ist das ein generelles Problem dass auf DFB Ebene geklärt werden sollte. Entsprechende erste Schritte wurden in LSA ja bereits eingeleitet. Und nein, ich sehe keinen Attraktivitätsnachteil im Wettbewerb nur weil FCM oder HFC nicht antreten. Auch wenn manche Spiele durchaus Volksfestcharakter haben, ist es einem Landes oder Verbandsligisten wohl lieber die nächste Runde zu erreichen als sich zweistellig abschießen zu lassen. Für die Fanpflege im Lande gibt es die Freundschaftsspielsommetouren der Clubs.

Thommi Tulpe vor 3 Wochen

Der Landespokal sollte dazu dienen, Amateurmannschaften die Möglichkeit zu bieten, zumindest in der 1. Runde des DFB-Pokals die Luft der "großen weiten Fußballwelt" zu schnuppern. Das Problem ist dummerweise, dass neben den Vertretern aus Bundes- und 2. Liga nur die ersten Vier aus Liga 3 automatisch für diese 1. Runde startberechtigt sind. Kein Drittligist (auch nicht FCM und HFC) kann garantieren, Platz 4 in Liga 3 zu erreichen. Wollen Sie nun den beiden Vereinen die Qualifikation über den Landespokal verwehren, weil man im sogenannten Profifußball spielt? Abgesehen davon, dass dieser Pokal ohne die beiden sicher keine große Attraktivität hätte!? Mit diesem Problem sollten Sie Sich an den DFB wenden, der irgendwann mal die 3. Liga zur sogenannten Profiliga aufgewertet hat. Selbst als Club-Fan denke ich, für den FSA wäre es gerechter, auf das Startrecht im DFB-Pokal zu verzichten, wenn ein Wettbewerb nicht zu Ende gebracht werden kann. Damit wäre aber auch niemandem geholfen.

uto vor 3 Wochen

Ein genialer Angriff reicht um den "großen" FCM aus den Schuhen zu schießen, aber dafür muß sich die Siegermannschaft noch als " grottenschlecht" beschimpfen lassen. Typische Argumentation eines Ostzonenfans