Fußball | 3. Liga Freiburg verdirbt Aue den Drittligastart

1. Spieltag

Der FC Erzgebirge Aue hat die erste Partie der Saison mit einem unbefriedigendem 1:1 (0:1) gegen den SC Freiburg II beendet. Trotz Führung und 90 Minuten Überzahl gelang den Veilchen kein entscheidender Schlag gegen den Freiburger Nachwuchs.

Rot-Rekord nach 33 Sekunden

Ereignisreicher kann eine Partie kaum beginnen - nur 33 Sekunden benötigte Kimberly Ezekwem, um sich eine Rote Karte abzuholen und damit auch den Rekord für den schnellsten Platzverweis der 3. Liga. Der Verteidiger hatte das Pech, bei seinem Foul an Tim Danhof der letzte Mann zu sein und erwies seinem Team damit einen Bärendienst. Den daraus resultierenden Freistoß aus gut 18 Metern schlenzte Marvin Stefaniak sehenswert ins linke obere Eck und stellte damit zum 1:0 für die Gäste.

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Ein Torwart 1 min
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Kurz darauf schnupperte aber auch Aue am Platzverweis: Marco Schikora foulte Patrick Lienhart brachial und entging nur knapp der Roten Karte. Diedie Hausherren verdauten den Doppelschock jedoch erstaunlich gut und kämpften sich zurück: Lars Kehl (18.) und Philipp Treu (20.) vergaben gute Chancen. Danach verflachte die Partie allmählich. Aue, das mit neun Neuzugängen in der Startelf aufwartete, hatte zwar spielerische Vorteile, nutzte die jedoch kaum und ließ weitere Chancen verfliegen.

Mehrere Fußballspieler
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Freiburg kämpft sich zurück

Auch nach dem Seitenwechsel beanspruchte Freiburg die aktivere Rolle der beiden Kontrahenten für sich und stellte mit Hilfe von Alexander Sorge (Eigentor, 50.) auf 1:1. Vorangegangen war ein Eckball, den Vincent Vermeij zwar aufs Tor schoss, jedoch war es erst Sorge, der den Ball entscheidend ins eigene Netz lenkte. Auch danach blieb der Freiburger Nachwuchs bissig und hatte die besseren Anteile am Spiel. Erst in der Schlussphase wachten die Veilchen auf und kamen durch Jann-Christopher George (87.) zu einer Großchance. Am Ende blieb es aber bei einem für die Gäste äußerst unbefriedigendem Remis gegen die Freiburger Zweitvertretung.

Mehrere Fußballspieler
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Damit verhageln die Breisgauer Neu-Trainer Timo Rost das Drittliga-Debüt mit den Veilchen. Aue muss sich vor allem vorwerfen lassen, nach der Führung nicht mehr genug nach vorne getan und den Freiburgern trotz Überzahl das Spiel überlassen zu haben. Am Ende steht aber immerhin ein Punkt in der Tabelle, am nächsten Spieltag (7. August) wartet der VfL Osnabrück auf Aue. Freiburg muss gegen das Ex-Team von Rost, die SpVgg Bayreuth, ran.

Die Stimmen zum Spiel

Timo Rost (Aue): "In der Konstellation musst du eigentlich dreifach punkten. Die Chancen waren da, wir haben sie nicht genutzt. Die Chancenverwertung und das Spiel mit Ball müssen wir noch verbessern."

Thomas Stamm (Freiburg, bei Magenta-Sport): "Wir haben das bessere Spiel gemacht, wenn man die Chancen aus dem Spiel raus zieht. Dass wir nicht alles wegverteidigen können mit einem Mann weniger ist klar, aber ich fand, wir waren die bessere Mannschaft heute."

Alexander Sorge (Aue): "Wir hatten einen super und dann ist es natürlich extrem bitter, dass man nach einem Standard, den man immer verteidigen kann, das 1:1 bekommst. Sehr, sehr bitter, kotzt uns an."

Timo Rost im Interview 2 min
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Aue Trainer Timo Rost auf dem Weg zum Training.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. Juli 2022 | 16:10 Uhr

47 Kommentare

Alex Miamorsch vor 9 Wochen

Wenn Stefaniak aus den nächsten 10 gefährlichen Freistössen 4-5 in Tore umwandelt, dann gebe ich Dir Recht. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Er wird mir persönlich wegen dem Treffer schon wieder zu hoch gejubelt, denn so wirklich auffällig war er im Spiel sonst nicht. Es ist vermutlich seine letzte Chance als Profi, sonst kann er es vergessen.

Alex Miamorsch vor 9 Wochen

Das stimmt aber so nicht. Freiburg hat die fatalen Fehlpässe von Aue immer und immer wieder genutzt. Nichts mit Langholz aus der Verteidigung, sondern nach Ballgewinn schnell über die Aussen. Die Freiburger waren mit 10 Mann die klar bessere Mannschaft. Chancen hatten sie auch die Besseren. Bei Aue war über das ganze Spiel keine Spielidee und kein System zu erkennen.
Klar, ich habe vor dem Spiel einen Matchplan und das System dazu. Wenn dann aber nach 30 Sekunden der Gegner zum Umstellen gezwungen ist, muss auch ich als Trainer reagieren und den Matchplan sowie das System anpassen. Ist nicht passiert und das Ergebnis ist bekannt. Ich bin nicht so sicher, ob Aue mit Rost erfolgreich sein wird. Warten wir mal 5-6 Spiele ab, dann wird man es bereits sehen.

Barrackler vor 9 Wochen

Ganz gutes Fazit, das ich weitesgehend unterschreiben kann.
Leider setzte sich der Trend der Vorbereitung fort. Von Spiel zu Spiel war da weniger System zu erkennen. Es gibt weiterhin viele technische Unzulänglichkeiten, die das eigene Spiel entscheidend verlangsamen.
Die größte Enttäuschung und m.E. der Grund, warum das Spiel aus der Hand gegeben wurde, war das MF Zentrum. Freiburg gewann dort unheimlich viele zweite Bälle und war dann schnell wieder über außen präsent.
Beim FCE hat genau das gefehlt, es gab kaum Impulse von den vermeintlichen 3 Spielgestaltern, obwohl die Außen viel unterwegs waren. Dadurch hing Huth in der Luft. Hier muss dringend noch Qualität rein. Der Dima Ersatz war mit seiner Rolle heillos überfordert und man sollte sich nicht darauf verlassen, dass es der einzige Ausfall Dima's in dieser Saison bleibt.
Einzig Majetschak war nach seiner Einwechslung in der Lage, den Ball 2, 3 Mal gefährlich hinter die Kette zu spielen.
Es gibt noch viel zu tun!

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