Fußball | 3. Liga Zwickau triumphiert im Sachsen-Derby in Dresden

6. Spieltag

Spiel gedreht dank besserer Chancenverwertung: Im "Derby unter Freunden" hat sich am Dienstagabend der FSV Zwickau bei Dynamo Dresden durchgesetzt. Der FSV lag schon zeitig hinten, schlug dann aber doppelt zurück - und überholte Dynamo in der Tabelle sogar.

Dynamo 3 min
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Der FSV Zwickau hat das sächsische Drittliga-Derby bei Dynamo Dresden gewonnen. Die Westsachsen setzten sich 2:1 (2:1) durch und kletterten mit dem Dreier vorerst auf den sechsten Platz. Dynamo rutschte nach der ersten Heimniederlage der Saison auf den siebten Rang ab. Beide Klubs, deren Anhänger durch eine Fanfreundschaft verbunden sind, haben nach sechs Spieltagen zehn Punkte.

Zwickauer Tore artistisch und brachial

In der Partie, die wegen der angespannten Corona-Lage in der sächsischen Landeshauptstadt vor nur 999 Zuschauern ausgetragen wurde, brachte Philipp Hosiner die Gastgeber zeitig in Führung (2.). Für den Neuzugang aus Österreich war es der zweite Traffer in Folge. Doch schon im Gegenzug traf Marco Schikora nach einer Ecke artistisch zum Ausgleich (4.) - mit der Hacke zirkelte er den Ball am kurzen Pfosten ins kurze Eck. Der Siegtreffer im Spiel fiel bereits nach 30 Minuten: Nach Vorarbeit von Manfred Starke traf Leon Jensen aus zwölf Metern brachial und wunderschön ins rechte Dreiangel (30.).

Dynamo Dresden FSV Zwickau - Tor für Zwickau, Zwickauer Spieler um Leon Jensen (8, Zwickau) jubeln nach dem 1:2
Jubel beim FSV Zwickau nach dem Tor zum 2:1. Bildrechte: PICTURE POINT/Gabor Krieg

Ex-Zwickauer Mai trifft nur den Pfosten

Dynamo drückte mit zunehmender Spieldauer immer mehr auf den Ausgleich, hatte aber nur wenig zwingende Chancen. Hinzu kam Pech: Der Ex-Zwickauer Sebastian Mai traf bei einem Freistoß nur den Pfosten (90.). Zwickau blieb über die gesamte Zeit mit Kontern gefährlich - war im Abschluss aber nicht konsequent genug.

Knieverletzung bei Dynamos Löwe - "Vermuten Schlimmeres"

Überschattet wurde die Partie von einer mutmaßlich schweren Knieverletzung von Dynamo-Verteidiger Chris Löwe. Der 31-Jährige knickte bei einem Foul von Julius Reinhardt mit dem linken Knie um, wurde minutenlang behandelt, sofort ausgewechselt (14.) und ins Krankenhaus zur Untersuchung gefahren. Eine Diagnose war am Abend noch nicht bekannt. Mit der Auswechslung Löwes war ein Bruch im Dresdner Spiel zu sehen. "Die Schmerzen sind stark. Wir haben kein gutes Gefühl. Wir vermuten Schlimmeres", sagte Dynamo-Coach Markus Kauczinski nach dem Spiel.

Dynamo Dresden FSV Zwickau - Chris Löwe  (15, Dresden) wird verletzt vom Platz getragen
Dynamos Löwe wird verletzt vom Platz getragen. Bildrechte: PICTURE POINT/Gabor Krieg

Stimmen zum Spiel:

Joe Enochs (Zwickau): "Wir haben auswärts jetzt sieben Punkte geholt- das ist gut. Das ist ein gutes Gefühl, dass wir auswärts erfolgreich sein können. Ich habe eine sehr gute Dresdner Mannschaft gesehen, die immer wieder kleine Fehler gemacht hat. Der letzte Pass kam nicht an, Dresden ist aber gut angelaufen. Für meine Mannschaft habe ich mich gefreut, dass wir nach dem frühen Gegentor zurückgekommen sind, weiter an uns geglaubt haben und zwei schöne Tore geschossen haben."

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Dynamo Dresden vs. FSV Zwickau 1 min
Dynamo Dresden, FSV Zwickau, Kauczinski, König, Mai Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ronny König vom FSV Zwickau im Interview nach dem Sieg bei Dynamo Dresden.

Di 20.10.2020 22:33Uhr 00:53 min

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Ronny König (Angreifer FSV Zwickau): "Wir fahren mit einem sehr guten Gefühl nach Hause. Hier in Dresden werden nicht viele Mannschaften gewinnen. Jetzt heißt es regenerieren und dann haben wir wieder ein Flutlichtspiel. Nach Flutlichtspielen sind wir in diesem Jahr noch ungeschlagen und da müssen wir jetzt nachlegen. Wir haben aggressiv gearbeitet. Wir wussten, dass Dresden seine spielerischen Phasen haben wird, aber wir wollten sie vom Tor weghalten und gut verteidigen. Und das ist uns bis auf die Anfangsphase auch gut gelungen. Wir sind auswärts noch ungeschlagen. Jetzt müssen wir zuhause mal nachlegen."

Dynamo Dresden vs. FSV Zwickau 3 min
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Nach dem Spiel gegen Zwickau sprach Uwe Karte mit Dynamo Dresdens Kapitän Mai über das Spiel und die Verletzung von Chris Löwe.

Di 20.10.2020 22:20Uhr 02:34 min

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Sebastian Mai (Kapitän Dynamo Dresden): "Ich versuche mein Bestes, den Ball reinzumachen. Und dann knallt er an den Pfosten. Das tut weh, aber das von Chris (Löwe) tut viel mehr weh, weil er uns wohl jetzt sehr lange fehlen wird. Chris ist ein harter Hund und wenn er zu Boden geht und so lange schreit, bis ärztliche Hilfe kommt, dann ist das kein gutes Zeichen. Wir sind eigentlich sehr gut gestartet, aber dann nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen. Zwickau hat das sehr gut gemacht. Fakt ist, dass wir verloren haben und, dass das Auftreten von uns nicht sehr gut war."

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Dynamo Dresdens Trainer Kauczinksi im Interview nach dem 1:2 gegen FSV Zwickau - über das Spiel und die Verletzung von Chris Löwe.

Di 20.10.2020 22:27Uhr 02:03 min

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Markus Kaucziniski (Dresden): "Es sieht nicht gut aus bei Chris Löwe. Die Schmerzen sind stark. Er ist jetzt im Krankenhaus. Wir haben kein gutes Gefühl. Wir vermuten Schlimmeres. Wir wussten, dass Zwickau eine gute Mannschaft ist, dass sie körperlich sehr robust sind. Nach dem 1:1 haben wir teilweise den Faden verloren. Nach der Verletzung von Chris waren wir nicht mehr so präsent und so bissig, wie man nach so einem Spiel sein muss. Ich verstehe nicht, dass man so lange Zeit braucht nach der Halbzeit, um ins Spiel zu kommen. Vielleicht braucht der Eine oder andere auch mal eine Pause, um sich zu erholen."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 21. Oktober 2020 | 19:30 Uhr

67 Kommentare

H.Notzer vor 5 Wochen

Hallo Herr Muzzi,
ich war schon etwas enttäuscht, dass ich nach dem Zwickau-Spiel kein Lebenszeichen von Ihnen gehört habe.Aber erst einmal vielen Dank und Anerkennung für Ihren Berufseinsatz wegen Corona.
Ihr Artikel spricht mir aus dem Herzen.Die Worte sind sehr moderat gewählt.Die Situation ist aber viel ernster.Wenn die User noch einmal meine Wortbeiträge vor und nach dem Lübeck-Spiel durchsehen(sofern das technisch möglich ist)so muss man hoffentlich feststellen, dass ich das Unheil habe kommen sehen.Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mit dem limitierten Spielerkader eine deutliche Besserung eintritt.Wie soll ein Trainer die pomadige und lauffaule Spielweise aus den Köpfen bekommen.Ich weiß auch nicht mit welchem Spielsystem wir erfolgreich sein wollen.Der Abstand von drei Punkten zur Spitze ist noch das Positive.Von den 27 Spielern, die M.K.zur Verfügung stehen werden wahrscheinlich fünf verletzt sein, drei haben keine ausreichende Form und zwei bis drei sind lustlos.

Dynamokralle vor 5 Wochen

Das kann ich mir gut vorstellen, prima Idee. Hat meines Wissens bisher nur der Nachwuchs genutzt, aber wäre sicher auch für die Profis eine belebende Variante.

Muzzi vor 5 Wochen

Nachdem ich das Spiel durch eigenen Einsatz nicht sehen konnte und das Corönchen meinen Arbeitstag zum Marathon werden lässt, habe ich mir gestern am späten Abend das ganze Spiel noch mal "reingezogen". Hatte schon etwas von Zwang, sich die ganzen 94 Minuten an zu schauen :-/
HZ 2 war ja noch einigermassen zum anschauen, aber was da in HZ 1 geboten wurde, das war schon "harte Kost".
Ich für mich persönlich habe ja dem Team und MK die ersten 10-12 Spiele als Findungsphase gegeben, deswegen halte ich mich "noch" mit Kritik zurück. Das Verrückte ist ja, dass Du trotz zum Teil grottiger Spiele nur 3 Punkte Rückstand zur Spitze hast. Ich denke aber, dass wir mit so einer Lesitung wie am Dienstag gegen Audistadt keine Chance haben werden. Nur mit Meier hinten links wird das nichts. Nach vorn hat er paar gute Szenen gehabt, aber in de Defensivarbeit bleibt einem das Herz stehen. Ich hoffe auf Kulke am Samstag als LV!

Dynamische Grüsse
Muzzi