Fußball | 3. Liga Dynamo Dresden enttäuscht in Bayreuth

10. Spieltag

Tausende Fans hatten Dynamo Dresden auf der Reise zur SpVgg Bayreuth begleitet. Doch die SGD enttäuschte über weite Strecken und musste sich am Ende mit einem Unentschieden beim kämpferischen Aufsteiger begnügen.

Spieler von Bayreuth am Ball, trifft zum Ausgleich. 5 min
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Dynamo Dresden ist zwar auch im fünften Drittligaspiel in Folge ohne Niederlage geblieben, kam am Samstag (01.10.2022) bei Aufsteiger SpVgg Bayreuth aber nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Damit verpasste der Aufstiegsaspirant auch den Sprung auf den Relegationsplatz, da sich Freiburg II und Saarbrücken im Parallelduell die Punkte teilten.

Nach dem jüngsten Unentschieden gegen Ingolstadt veränderte SGD-Trainer Markus Anfang seine Startelf auf drei Position. Die zuletzt angeschlagenen Michael Akoto und Ahmet Arslan ersetzten Kyrylo Melichenko und Patrick Weihrauch im Mittelfeld. Zudem rückte Manuel Schäffler nach seiner auskurierten Muskelverletzung neben Dennis Borkowski in die Sturmspitze. Stefan Kutschke, der in den letzten beiden Partien getroffen hatte, saß zunächst auf der Bank.

Schäffler sorgt für Dresdner Traumstart

Die Partie in Bayreuth vor der Rekordkulisse von 8.173 Zuschauern begann mit einer knapp 15-minütigen Verspätung, da sich der Fanzug Dynamo Dresdens verspätet hatte. Die mehr als 3.500 mitgereisten SGD-Anhänger sahen zunächst einen mutigen Beginn der Gastgeber. Eroll Zejnullahu setzte mit einem Freistoß an die Oberkante der Latte das erste Ausrufezeichen (5.). Dynamo agierte die ersten Minuten abwartend, schlug dann aber eiskalt zu. Nach einer Balleroberung in der eigenen Hälfte bediente Akoto mit einem feinen Steckpass Schäffler, der Bayreuths Keeper Sebastian Kolbe aus gut 15 Metern keine Chance ließ (7.).

Jubel um Dresdens Manuel Schäffler nach seinem Tor zum 0:1
Jubel um Dynamo Dresdens Manuel Schäffler nach seinem Tor zum 0:1 in der 7. Minute. Bildrechte: IMAGO/Dennis Hetzschold

Bayreuth wird stärker und belohnt sich

Der Traumstart gab den Dresdnern, die Ball und Gegner mit fortlaufender Spieldauer besser unter Kontrolle bekamen, zunächst Auftrieb. Das Anfang-Team baute das Spiel aus der eigenen Hälfte in Ruhe auf und hatte auch im Defensivverbund wenig Probleme. Umso erstaunlicher, dass sich ab der 30. Minute vermehrt Unkonzentriertheiten im Aufbauspiel und Zweikampfverhalten der SGD einschlichen. Bayreuth kämpfte sich zurück ins Spiel und hätte durch Jann George beinah den Ausgleich erzielt (35.). Doch auch der knapp neben den linken Pfosten gesetzte Kopfball des Ex-Auers konnte Dresden aus der Lethargie nicht wecken. Kurz vor der Pause bekam Dynamo dann die Quittung für den behäbigen Auftritt, als Alexander Nollenberger eine perfekt getimte Hereingabe von George aus kurzer Distanz einschob (45.).

Dynamo auch in Hälfte zwei zu harmlos

Mit Wiederanpfiff kamen die Oberfranken flott aus der Kabine. Der quirlige Zejnullahu sorgte immer wieder für Unruhe am Strafraum der SGD, die selbst enorme Probleme hatte, für Gefahr in der Offensive zu sorgen. Bei Alexander Groiß' Freistoß aus gut 20 Metern musste sich Dresdens Schlussmann Stefan Drljaca ordentlich strecken, um den Rückstand zu verhindern (54.). Auf der Gegenseite probierte sich Arslan per Standard aus der Distanz, verfehlte das Tor aber deutlich (59.). Das war symptomatisch für die Partie zu diesem Zeitpunkt. Beiden Teams fehlten Tempo, Präzision und Kreativität.

Dresdens Dennis Borkowski .
Enttäschung bei Dynamo Dresdens Dennis Borkowski. Bildrechte: IMAGO/Dennis Hetzschold

Mit der Schlussphase begann Dynamo wieder Tempo aufzunehmen. Der Ball lief besser, immer wieder gab es gute Kombinationen über Aktivposten Akaki Gogia. Doch Arslan vergab freistehend aus wenigen Meter (77.). Bayreuth gingen nun zusehends die Kräfte aus. Dresden rückte auf und versuchte die Entscheidung zu erzwingen. Die Distanzschüsse von Kapitän Tim Knipping (85.) und dem eingewechselten Max Kulke (90.) waren aber zu wenig für den erhofften Siegtreffer.

Stimmen zum Spiel

Markus Anfang (Trainer Dynamo Dresden): "Wir haben in der ersten Halbzeit einfach schlecht gespielt und nicht das abgeliefert, was wir können. Es war nicht der Wille, aber wir sind einfach noch nicht so weit. Wir hatten zu viele unnötige Ballverluste. In der zweiten Halbzeit war es besser, aber wir haben es in der ersten Halbzeit versäumt, unser Spiel durchzubringen. Die Tabelle interessiert uns nicht. Wir müssen uns weiterentwickeln."

Markus Anfang 2 min
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Thomas Kleine (Trainer Bayreuth): "Wir sind zufrieden mit dem Punkt. Vor allem, weil Dresden in der zweiten Halbzeit mit ihren Wechseln unglaubliche Qualität auf den Platz gebracht hat. Wir haben ein sehr gutes Spiel unsere Mannschaft gesehen, vor allem in der ersten Halbzeit. Es war eine super Reaktion, dass wir bei unserem Plan geblieben und auch mit dem 1:1 in die Halbzeit gegangen sind. Die Mannschaft hat es sich verdient."

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jsc

Videos und Audios zur 3. Liga

Spieler von Chemie am Ball.
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15 min

Der Hallesche FC hat einen Comeback-Sieg gegen Waldhof Mannheim eingefahren und sich damit etwas Luft im Abstiegskampf verschafft.

Sa 05.11.2022 17:33Uhr 14:56 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-hallescher-fc-wladhof-mannheim-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Oktober 2022 | 16:00 Uhr

52 Kommentare

Hubert vor 8 Wochen

Hallo Ostfussballfan 73,
Gut herausgespielt waren die Tore schon. Wenn jedoch jeweils die gesamte Spielzeit betrachtet wird dann war es schon glücklich.
In Aue war ich selbst live dabei.
Glück war da, dass kurz vor Ultimo das 1 : 0 für Dynamo fiel.
Sorry, für das Missverständnis.
So hatte ich das gemeint.
Dynamische Grüße

Voice vor 8 Wochen

Ein auslösendes Ereignis? Falscher Ansatz. Das klingt, als wäre es durch ein Solches bagatellisiert. Ich weiß schon, wie Sie das gemeint haben, verehrte Dynamokralle. Für Gewalt, Vandalismus und Körperverletzung gibt es keinerlei Rechtfertigung. Keine!
Dafür wäre Knast angebracht. Bei Wasser und Brot.

harald Notzel vor 8 Wochen

Wenn ich meine Kommentare so durchsehe muss ich feststellen, dass aus aufgezeigten Fehler zur Kaderplanung, zur Spielweise zum undefinierten Saisonziel zum heutigen Zeitpunkt nicht gelernt worden ist.Wir haben viele Jahre vertan .Die Spanne vom"Wir haben einen Traum"bis zum "Wir sind eine Ausbildungsmannschaft"ist einfach nicht überbrückbar weil im Stillen immer der große Sprung zu den Etablierten geträumt wird aber die Wege dahin von vielen falschen Entscheidungen verbaut werden.So wird Herr Anfang mit diesem ihm vorgesetzten Kader seinen Rehabilitationtraum vom Durchmarsch in die 2.Liga nicht schaffen.Ich habe ihn selten so geknickt gesehen wie nach dem Spiel in B.Er ist mit seinem Latein am Ende und er möchte seinen Namen für weitere höhere Aufgaben nicht in Dresden ramponieren.Wann zieht endlich der Aufsichtsrat die Zügel so an, dass ein Ruck durch die Sportgemeinschaft geht.Ich habe keine Lust im kommenden Jahr wieder eine so spielerisch limitierte Mannschaft zu erleben.

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