Fußball | 3. Liga Jena bleibt erstmals ohne Gegentor und steigt trotzdem ab

32. Spieltag

Welch eine Ironie! Carl Zeiss Jena ist beim Remis gegen den KFC Uerdingen zum ersten Mal in dieser Spielzeit ohne Gegentor geblieben. Doch der Punktgewinn ist zu wenig im Abstiegskampf. Der FCC kann das rettenden Ufer nicht mehr erreichen.

Eigentlich zählte für Jena im ersten echten Heimspiel nach der Corona-Pause nur ein Sieg, doch die Hausherren zogen sich in der ersten Hälfte weit zurück und überließen Uerdingen das Spiel. Die Gäste machten daraus viel zu wenig, sodass Torchancen insgesamt Mangelware waren.

In der Nachspielzeit die besten Chancen

Die beste hatte noch der FCC durch einen Standard, den der Spezialist Nico Hammann trat. Justin Schau verpasst vor dem Uerdinger Tor nur um Haaresbreite (27.). Mit Adriano Grimaldi (34.) und Joy-Lance Mickels (42.) mussten noch in der ersten Hälfte je ein torgefährlicher Akteur auf beiden Seiten ausgewechselt werden, was nicht unbedingt ein besseres Offensivspiel versprach.

Dominic Maroh gegen Anton Donkor
Uerdingens Dominic Maroh (li.) gegen Anton Donkor Bildrechte: imago images/Christoph Worsch

Und tatsächlich blieb das Niveau auch in der zweiten Hälfte überschaubar. Erst in Schlussphase gab es noch zwei gute Chancen. Bereits in der Nachspielzeit köpfte Uerdingens Dominic Maroh nach einer Ecke aus sechs Metern aufs Jenaer Tor, FCC-Keeper Jo Coppens parierte stark (90.+1). Auf der Gegenseite hatte Jannis Kübler nach einem Konter die Möglichkeit auf den Lucky Punch, doch sein Schuss von halblinks wurde abgeblockt (90.+3).

Es blieb beim 0:0, das letztlich für beide Teams zu wenig ist. Denn Uerdingen muss so wohl auch die letzten Aufstiegsträume begraben und Jena hat nun sechs Spieltage vor Schluss 18 Punkte Rückstand aufs rettende Ufer und kann auch theoretisch nicht mehr die Klasse halten, da die anderen Teams im Tabellenkeller noch direkt gegeneinander spielen und so Punkte sammeln werden.

Spieler sind tief enttäuscht nach dem Abpfiff
Enttäuschung nach dem Schlusspfiff. Bildrechte: imago images/Christoph Worsch

Stimmen zum Spiel:

Aytac Sulu (Kapitän Jena): "Man wäre kein guter Sportsmann, wenn man es jetzt schleifen lässt. Ich glaube, da ist jeder Spieler auch gewillt, an seine Leistungsgrenze zu gehen. Auch weil es ja um die Zukunft von jedem Einzelnen geht."

René Klingbeil (Teammanager Jena): "Es war im Großen und Ganzen kein ansehnliches Spiel. Von unserer Seite her war es sehr taktisch geprägt. Wir haben eine sehr straffe Ordnung bevorzugt und versucht, zu kontern. Die letzten 20 Minuten waren beide Mannschaften stehend k.o. - nach dem Programm was schon absolviert wurde und auch noch vor uns liegt. Viele Muskelverletzungen, wir mussten auch muskelbedingt wechseln. Alle Mannschaften müssen dem Tribut zollen. Ich hoffe, dass der Fußballgott ein einsehen hat und sich keine weitere Verletzungen einstellen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 14. Juni 2020 | 15:30 Uhr

17 Kommentare

B.S.B. vor 15 Wochen

Ich wette,dass das wieder abgekartet war mit dem DFB...heisst, Meldung DFB; ihr könnt in ungestrafte Insolvenz dafür müsst ihr gewillt sein zu spielen...denn der 1.FCK war ein Enthalter....ich wette,wäre neu abgestimmt wurden wären die genauso umgekippt wie der CFC...bei dem Bonbon...

unsereiner vor 15 Wochen

Die Ossis können einfach nicht
lernen. Macht's wie der FCK.
Insolvenz anmelden und schon
steigt Jena unter Coronaschutz
nicht ab. Auf in die Insolvenz.......

Heinz K. vor 15 Wochen

Wicky, da bin ich bei dir. Wer die Leistung nicht bringt, muss absteigen. Sich aber fehlende Leistung mit Geld finanzieren, welches man nicht hat ist noch unfairer. Vereine welche ordentlich wirtschaften , werden noch bestraft. Beispiele gab es ìn der Vergangenheit genug...... wenn manch ein Verein die Finanzregeln eingehalten hätte, wären sie sportlich einige Zeit früher in der Versenkung verschwunden.
Und dann diese Regel bei Insolvenz, welche dieses Jahr ( dank Corona ) ganz wegfällt....... 9 Punkte Abzug und alles ( incl Schulden ) ist wieder gut. Kaiserslautern lacht sich als Nächster über diesen Schwachsinn kaputt. Und dann noch Truppen, wie Hansa oder 1860..... seit Jahren stehen sie vor dem finanziellen Ruin, banktechnisch längst Pleite , träumen aber vom Aufstieg.

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