Fußball | 3. Liga Chemnitz rettet noch einen Punkt

17. Spieltag

Das hätte ein extrem ärgerlicher Nachmittag für den Chemnitzer FC werden können. Aber ein spätes Tor sorgte doch noch für ein Remis der Sachsen gegen Uerdingen. Vor der Partie gab es etwas aus dem Kuriositätenkabinett.

Torraumszene 7 min
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Im Abstiegskampf der 3. Liga hat der Chemnitzer FC zwar einen wichtigen Heimsieg verpasst, musste am Ende aber froh sein, beim 1:1 gegen den KFC Uerdingen wenigstens noch einen Zähler ergattert zu haben. In der Schlussphase war der CFC in Überzahl in Rückstand geraten - durch einen höchst umstrittenen Elfmeter. Nicht die erste umstrittene Strafstoßentscheidung an diesem Tag.

Anpfiff verzögert: Lautsprecher funktionierten nicht

Vor dem Anpfiff wurde erst einmal das Kuriositätenkabinett im Fußball bereichert: In Madrid fiel einst ein Tor um, in Bremen gab es einmal keinen Strom und kein Flutlicht - in Chemnitz verabschiedete sich die Beschallungsanlage mit einem lauten Knall. Weil es eine solche Anlage aus sicherheitstechnischen Gründen geben muss, verzögerte sich der Anpfiff um eine Viertelstunde. Dann hatte eine mobile Ersatzanlage, trotz Staus, die Arena an der Gellertstraße erreicht.

Lautsprecher im Chemnitzer Stadion (Beschallungsanlage)
Lautsprecher im Chemnitzer Stadion Bildrechte: Picture Point

CFC fordert Elfmeter

Beide Mannschaften schienen von dem verzögerten Anpfiff eher nicht so angetan zu sein: Es entwickelte sich vor der Pause eine Partie mit nur wenigen Höhepunkten. Die größte Chance für die Gäste besaß das exakt vor 23 Jahren in Dresden geborene einstige Supertalent Patrick Pflücke, dessen Freistoß nur knapp rechts vorbei ging (28.). Für Chemnitz köpfte Niklas Hohenender drüber (36.). Pech hatten die Sachsen, als Isaac Bonga nach einem Steilpass rechts auf und davon ging und von KFC-Keeper Lukas Königshofer herunter gerissen wurde (42.). Weil der Ball irgendwie auch noch mit im Spiel war, entschied Referee Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main) auf Weiterspielen. Ein allzu optimistischer Einsatz des Schlussmannes war das aber dennoch.

Torhüter Lukas Königshofer / Koenigshofer (1, Uerdingen), Tarsis Bonga (32, Chemnitz) und Assani Lukimya (5, Uerdingen) ,
Tarsis Bonga (Mi.) kommt gegen Lukas Königshofer zu Fall. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Uerdingen bekommt umstrittenen Elfmeter

Chemnitz kam mit viel Schwung und Offensivdrang aus der Kabine. Uerdingen zog sich nun zurück und ließ die Gastgeber kommen. Die versuchten es auch immer wieder, aber es fehlte die Durchschlagskraft. In eine Phase, als sich die Gäste zu berappeln schienen, gerieten sie dann in Unterzahl: Weltmeister Kevin Großkreutz sah nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot (75.), er hatte Bonga gefoult. Nun drängte der CFC wieder neu - und sah sich plötzlich einem Elfmeter gegenüber: Im Joker-Duell stürzte Christian Kinsombi, ein Kontakt von Davud Tuma war aber kaum zu erkennen - einer äußerst harte Entscheidung. Tom Boere ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen (83.). Chemnitz ließ sich nicht entmutigen und wollte nun wütend zurückschlagen: Hoheneders Kopfball ging nur knapp links vorbei (85.). Eine Minute später drehte sich Pelle Hoppe im Strafraum, flankte an den langen Pfosten, wo Rafael Garcia den umjubelten Ausgleich köpfte. Fast wäre es sogar zum Doppelschlag gekommen, aber Tobias Müller bugsierte die Kugel aus Nahdistanz drüber. Immerhin: Durch den Ausgleich bleibt Chemnitz auch beim fünften Heimauftritt unter dem neuen Trainer Patrick Glöckner ungeschlagen.

 Kevin Großkreutz und Tarsis Bonga
Kevin Großkreutz gegen Tarsis Bonga (re.) Bildrechte: Picture Point

Das sagten die Trainer:

Teamchef Stefan Reisinger (Uerdingen): ""Chemnitz hat es sich dann auch verdient, die haben alles raus gefeuert. Den Platzverweis fand ich nicht gerechtfertigt. Da fehlte mir persönlch das Fingerspitzengefühl, es war eine intensive Partie."

Patrick Glöckner (Chemnitz): "Es war eine sehr intensive Partie. In der ersten Halbzeit waren wir im Passspiel unsicher. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Wir sind froh, dass wir noch einen Punkt holen konnten. Wenn wir heute verloren hätten, dann wäre das ähnlich wie in Braunschweig gewesen. (Zum Elfmeter) Ich konnte auf dem TV-Bild keinen Kontakt sehen. Schwer für den Schiedsrichter zu sehen."

Niklas Hoheneder 2 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. November 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2019, 19:17 Uhr

4 Kommentare

KHu67 vor 6 Tagen

Ich war heute im Stadion. Was dieser sog. "Unparteiische" heute abgeliefert hat, ist unfassbar - kleinlich, aber ohne Linie und alle 50:50 Entscheidungen für den KFC gepfiffen.

Nach dem Abpfiff konnte man gut sehen, wie arrogant und selbstverliebt Herr Weickenmaier ist. Selbstkritik? Fehlanzeige!

Zum wiederholten Mal wurde der CFC durch den Schiedsrichter klar benachteiligt - den klaren Elfmeter gegen Bonga pfeift er nicht, dafür eine Schwalbe von Kinsombi.

Uerdingen war aus meiner Sicht einer der schwächsten Gegner, gegen die wir auf der Fischerwiese in dieser Saison gespielt haben. Nur defensiv und auf Zeit spielend ohne spielerische Note.

Das "leistungsgerechte Unentschieden" hat wahrscheinlich nur der Gästetrainer gesehen. Nur durch diesen sog. Unparteiischen hat der KFC glücklich einen Punkt geholt, aber wir durch ihn 2 verloren.

Die Qualität der Schiedsrichter entscheidet zunehmend Spiele in der 3. Liga, nicht die sportliche Leistung der Mannschaften. Zufall?

Blue like the sky vor 6 Tagen

Was war das schon wieder für eine Pfeife?!
Die Szene vor dem Elfer hat im Bericht gefehlt, da muss es mind. Freistoß CFC geben, eigentlich sogar rot wegen letzter Mann.

Zuletzt schon das nicht gegebene Tor.
Soll man da noch an Zufall glauben?

Der Schiri sollte sich mal überlegen wie er das den Kindern erklären kann, die noch an fairen Sport glauben.
Aufwachen DFB.

Chef vor 5 Tagen

Klasse Kampf vom CFC. Uerdingen hat ganz klar an Sympathien verloren, wenn es die jemals für dieses Finanzkonstrukt gab.....