Fußball | 3. Liga 1. FC Magdeburg ringt den Halleschen FC nieder

14. Spieltag

Ausgerechnet der 1. FC Magdeburg hat den Halleschen FC von der Tabellenspitze der 3. Liga geholt. In einem Kampfspiel setzte sich das Team von Stefan Krämer am Samstag knapp gegen die Rot-Weißen durch.

Der 1. FC Magdeburg hat im Sachsen-Anhalt-Derby den bisherigen Drittliga-Tabellenführer nieder gerungen. Beim 1:0 sorgte ausgerechnet der Ex-Hallenser Sören Bertram für das Goldene Tor (43.). Der FCM entschied das sechste der bisherigen sieben Drittliga-Partien der Erzrivalen für sich. Für Halle war es nach neun ungeschlagenen Begegnungen in dieser Saison die erste Niederlage.

Bertram verwertet die erste FCM-Chance

Vor der Pause sahen die 17.749 Zuschauer ein Kampfspiel mit knackigen Zweikämpfen. Ex-FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) ließ viel laufen und zückte nicht bei jeder Aufgeregtheit sofort Gelb. Spielerisch war jede Menge Luft nach oben. Halle machte den reiferen Eindruck und hätte zweimal in Führung gehen können. So scheiterte Jonas Nietfeld nach einer Linksflanke von Niklas Landgraf am glänzend reagierenden FCM-Schlussmann Morten Behrens (16.). Der Vertreter des bisherigen Stammkeepers Alexander Brunst, der nach einer Blinddarm-OP erstmals wieder auf der Bank saß, konnte sich noch einmal auszeichnen: Einen Kopfball von Bentley Baxter Bahn, Björn Jopek hatte in die Mitte geflankt, konnte er wieder reaktionsschnell aus rechten Eck holen (32.). Magdeburg hatte lange nur Halbchancen zu bieten, nutzte dann aber gleich die ersten Gelegenheit: Sören Bertram nutzte eine schnelle Kombination über links und netzte aus 18 Metern von halblinks ein (43.). Wie hatte FCM-Coach Stefan Krämer vorab gefordert: Die wenigen Chancen, die wir kriegen, müssen wir nutzen!

Spieler Soeren Bertram von Magdeburg und Kai Eisele von Halle im Zweikampf
Sören Bertram vor Torwart Kai Eisele (re.) Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Magdeburg nach der Pause besser

Die Magdeburger verdienten sich die Führung erst nach der Pause. Da ließen sie kaum noch etwas anbrennen und hätten selbst erhöhen können. Halle bieß sich immer wieder an der Defensive der Gastgeber die Zähne aus. Man sah, warum der FCM derzeit die beste Abwehr der Liga hat. Zweimal wäre der Ausgleich möglich gewesen: Der gebürtige Hallenser Julian Guttau schaufelte einen Flanke von Patrick Göbel von rechts drüber (70.), Jopek verzog in der Nachspielzeit nach zwei Kopfballverlängerungen. Aber die Elbestädter wirkten in Halbzeit zwei einfach gefährlicher. Die besten Gelegenheiten vergaben Dominik Ernst (50.) und Christian Beck per Kopf (74.). Deshalb war es bis zum Ende spannend. Rund 3.000 Tickethinhaber hatten auf die Partie verzichtet, aus Protest gegen den unaufgeklärten Tod des FCM-Fans Hannes vor drei Jahren. Es machte sich bemerkbar, es war deutlich leiser als sonst.

Bentley Baxter Bahn macht einen Kopfball.
Halle rannte am Ende vergebens an, zwingend war es meistens ohnehin nicht. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Das sagten die Trainer

Torsten Ziegner (Halle): "Ich finde, dass es ein sehr intensives Spiel war. ich weiß gar nicht, ob es hochverdient oder ein bisschen verdient war oder vielleicht sogar ein Unentschieden verdient gewesen wäre. Unsere beiden Stürmer haben vorne keine Chance gehabt. Unsere Chancen waren nur Fernschüsse. Magdeburg hat einen sehr einfachen Fußball gespielt, mit langen Bällen und auf zweite Bälle - das haben sie besser gemacht. Wir müssen die Gier haben, mehr Zweikämpfe zu gewinnen und deshalb war die Niederlage auch verdient. Es ist schade, dass wir erstmals nach neun Spielen ausgerechnet in Magdeburg wieder verloren haben."

Torsten Ziegner Trainer von Halle und Stefan Kraemer, Trainer von Magdeburg stehen im Stadion
Torsten Ziegner (li.) und Stefan Krämer Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Stefan Krämer (Magdeburg): "Mich hat es gefreut für die Mannschaft. Das war ein guter Auftitt von uns über die 90 Minuten. Heute hatten wir es uns über weite Strecken auch so vorgestellt. Und deshalb bin ich zufrieden. Man sieht schon eine Entwicklung, und das ist für uns alle eine tolle Sache. Ich habe zu Sören gesagt, heute brauche ich Dich - das war natürlich ein Joke. Aber ich hatte es vielleicht auch irgendwie im Gefühl. Torwart Morten Behrens ist ein typischer hanseatischer Junge, eine coole Socke. Morgen haben meine Jungs frei - da können sie sich noch einen Tag freuen."

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 02. November 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2019, 11:21 Uhr

58 Kommentare

Mara vor 1 Wochen

@ HFC 1966 -Original
Es gibt solche und solche Fan's, die wahren Fan's können mit einer Niederlage umgehen auch wenn es natürlich schmerzhaft ist.
Anscheinend gehörst du NICHT zu den wahren Fan's, deine Kommentare sind einfach nur lächerlich und beschämend.
Genau solche Leute wie Du es bist Schaden einen Verein!
Das nun ausgerechnet ein Ex Hallenser das Tor gemacht, davon geht die Welt nicht unter......auch wir haben schon die Erfahrung machen müssen.....so ist das nun mal im Fußball...

Deine Aussage über Sören Bertram ist einfach nur geschmacklos, mehr kann man eigentlich dazu nicht sagen..



Machdeburjer vor 1 Wochen

Na nu, heute klingt das ja schon ganz anders.
Das mit der „blutigen Nase“ war sicher eine Anspielung vom Spieler Boyd, der sich vorm Spiel da ganz ganz weit aus dem Fenster gehängt hat und was gefesselt hatte, dass sich einer eine blutige Nase holen wird. Da solltest du eher auf ihn sauer sein!
Also in Normalform wären wir untergegangen? Wie ist denn unsere Normalform, wenn alle Spieler ihre wahre Leistung abrufen?
Vergiss nicht, dass bei uns ein fast komplett neues Team auf dem Rasen steht.
Was aber so langsam in Fahrt kommt ;-)

Pappnase vor 1 Wochen

@HFC1969-Original: Ach ja?
Halle WAR nicht schlecht, es IST schlecht.
Ist der Bertram Dein persönlicher Sklave oder warum war sein Jubel so völlig überzogen? Nur, weil er mal vor Jahren bei Halle gespielt hat, oder warum? Wie lange soll er denn noch voller Demut auf Deine Erlaubnis warten?
Wenn Du uns für überheblich hällst, dann lese erstmal Deine eigenen Texte.