Fußball | 3. Liga Niederlage gegen Meppen: Jena wie ein Absteiger

25. Spieltag

Ohne Wenn und Aber, der FC Carl Zeiss Jena geht endgültig schweren Zeiten entgegen. Gegen den SV Meppen präsentierten sich die Thüringer wie ein Absteiger und verloren mit 0:2. Von Offensive keine Spur, hinten wackelte die Abwehr - die Gäste aus dem Emsland hatten leichtes Spiel und fuhren einen ungefährdeten Auswärts-Dreier ein.

Gäste gehen in Führung - Gastgeber zu harmlos

Jenas René Klingbeil, der letztmalig in seiner Funktion als Interimstrainer Regie führte, hatte seine Mannschaft mit der Devise: "Laufen. Reinschmeißen. Alles probieren" aufs Feld geschickt. Der Plan ging bereits in den Anfangsminuten nicht auf, denn die Gäste aus dem Emsland hatten schnell das Kommando übernommen. Meppen kam immer wieder gefährlich über die Außen, was den Jenaern gehörige Probleme bereitete.

Nach einer Viertelstunde war es dann passiert. Nach einer Ballmert-Flanke stand Luka Tankulic am langen Pfosten bereit und köpfte zur Gästeführung ein. FCC-Keeper Jo Coppens war zwar am "Brennpunkt", machte aber die Lücke nicht richtig zu. Und schon rannte Jena einem Rückstand hinterher. In der Folge waren die Zeiss-Kicker zwar bemüht, in Sachen Offensive ging so gut wie gar nichts. Meppen hatte leichtes Spiel und brachte die 1:0-Führung locker in die Pause.

Jo Coppens gegen Luka Tankulic
1:0 für die Gäste durch Luka Tankulic: FCC-Keeper Jo Coppens streckt sich vergebens. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Meppen legt nach - Jenaer Antwort bleibt aus

Nach dem Wechsel änderte sich wenig, zumindest auf Jenaer Seite. Meppen war da viel abgezockter und legte in der 50. Minute nach. Zunächst klärte Jena bei einer Ecke. Aus dem Hintergrund kam dann Florian Egerer zum Schuss und knallte die Kugel an Freund und Feind vorbei rechts unten in die Maschen. Nun wurde es ganz schwer für die Hausherren, die weiterhin keine Torgefahr ausstrahlten.

Pierre Fassnacht (67.) hätte vielleicht etwas bewirken können, sein Zuspiel im Meppener Strafraum erreichte aber keinen Mitspieler. Auch bei einem Patzer von Gäste-Schlussmann Erik Domaschke (72.), der ansonsten einen ruhigen Tag verbrachte, konnte Julian Günther-Schmidt kein Kapital daraus schlagen. Eine Schrecksekunde gab es noch für die Jenaer: In der 86. Minute verletzte sich Ole Käuper ohne Einwirkung des Gegners und musste mit der Trage vom Feld transportiert werden. Schließlich hatte Schiedsrichter Patrick Kessel ein Einsehen und pfiff die Begegnung ab. Jena behält die Rote Laterne, Meppen schob sich dagegen nach dem Sieg auf den fünften Platz.

Julian Günther-Schmidt (Jena) gegen Hassan Amin und Marco Komenda (Meppen)
Auch Jenas Angreifer Julian Günther-Schmidt blieb blass. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Klingbeil wird Teamchef

Bereits zur Halbzeit sickerte nach einer Aussage von Geschäftsführer Chris Förster durch, dass René Klingbeil künftig als Teamchef bei den Jenaern fungieren wird. Dem 38-Jährigen soll ein Cheftrainer zur Seite gestellt werden.

Stimmen zum Spiel

Christian Neidhardt (Trainer SV Meppen): "Ich glaube, so einen souveränen Auswärtssieg wie heute haben wir noch nie hingelegt. Wir haben einen guten Ball gespielt. Jena hatte überhaupt keinen Zugriff auf unser Spiel, weil wir immer eine Idee hatten, wie wir uns lösen."

Florian Egerer (Spieler SV Meppen): "Wir gewinnen zu Null. Das war ein sehr wichtiges Spiel, damit wir oben dran bleiben und uns unten absetzen konnten. Bei meinem Tor habe ich mir einfach ein Herz gefasst und abgezogen."

Trainer Rene Klingbeil im Stadion
René Klingbeil Bildrechte: imago images/Christoph Worsch

René Klingbeil (Interimstrainer FC Carl Zeiss Jena): "Wir haben uns das zuhause völlig anders vorgestellt. Man darf aber auch nicht vergessen, auf welchen Gegner man trifft. Auch wenn Undav ausgefallen ist, Meppen hat richtig gute Spieler. Das hat man an Düker gesehen, der sich nahtlos einreihte. Sicherlich war es ein kleiner Rückschlag für uns, denn wir brauchen nur Siege. Es wird viel Arbeit kosten, die Jungs wieder aufzurichten."

Julian Günther-Schmidt (Spieler FC Carl Zeiss Jena): "Ich denke, wir haben heute verdient verloren. Es war keine Glanzleistung von uns. Nach zwei, drei guten Spielen haben wir heute eine ganz  schwache Leistung gezeigt. Woran das lag, weiß ich selber nicht genau."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 22. Februar 2020 | 14:00 Uhr

26 Kommentare

Tomsen vor 14 Wochen

Förster hat bestätigt das bis Ende März ein Sportdirektor kommen soll, hoffentlich endlich jemand der Ahnung hat von dem was er macht. Aber da das Förster entscheidet, wahrscheinlich eher nicht.

Bei Hamman geb ich dir recht, der leistet wenigstens noch was, auch wenn es beim letzten Spiel nicht so doll war. Donkor müsste mehr spielen, dann liefert er bestimmt auch. JGS muß man hinterfragen, da er wirklich hinterher hängt, aber er ist noch der beste von allen Angreifern. Aber diese Kwasniok-Versager-Truppe (Kübler, Volkmer, Fassnacht, Niemann, Kircher, Rohr, Schorr, Skenderovic, Pagliuca) gehören nicht in die Startformation bzw in den Kader. Die sind nicht mal Regionalligatauglich!!!

Optiker vor 14 Wochen

Dann gibt es den Leitwolf eben nicht. Und trotzdem ist es nicht gerecht, sich auf einen Spieler einzuschiessen. Bei ihm habe ICH wenigstens das Gefühl, dass er sich versucht reinzuwerfen. Zweikampfführung, den Weg nach Vorne sucht und nicht Angsthasenfussball über Jo spielt.
Zu keinem Spiel konnte ich eine taktische Marschroute erkennen. JGS ist nach seinen vielen Verletzungen weiterhin deutlich auf der Suche nach seiner alten Form. Ihm wird es auch sehr schwer gemacht, bei jedem Angriff wird er oft allein gelassen. Donkor so groß wie ein Leuchtturm, ein athletischen Körper und auf dem Spielfeld ein kleinen, junges, springendes Rehkitz. Ich möchte niemanden persönlich angreifen, aber diese Jungs wollen einfach nicht alles für unseren Club geben. Wenn das, wie im Vorfeld angekündigte „Alles reinschmeißen“ gewesen sein sollte, wird es bei den 17 Punkten bleiben und wir brauchen noch nicht mal neue Trikotsätze. Wenn die spielerische Qualität fehlt, ok. Aber gewehrt hat man sich nicht!

Tomsen vor 14 Wochen

Ist doch scheißegal wer den Roland geholt hat. Herr Förster ist und bleibt ne Fehlbesetzung. Er hat keine Ahnung von Fußball und ist hauptverantwortlich für die Misere!!!
Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt durch abgesegnete Fehleinkäufe von Herrn Förster wird Herr Duchatlet weiter minus fahren und weiter Millionen bezahlen müssen. Nur durch sportlichen Erfolg verdient man im Profisport Geld. Der blieb aber dank Förster aus. Wenn man das dem Belgier erklärt, wird der glaube ich nicht so dämlich sein es nicht zu verstehen. Und der FCC steht nicht nur durch Herrn Förster oder Herrn Duchatlet. Aber er fällt bald durch Herrn Förster, weil wenn es sportlich nicht bergauf geht, wird Herr Duchatlet sein Investment auch überdenken! Also lieber nen neuen Geschäftsführer mit sportlichem Interesse und Ahnung!

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