Fußball | 3. Liga Strohfeuer oder Turnaround? Halle und Magdeburg vor wegweisendem Sachsen-Anhalt-Derby

33. Spieltag

Spannung vorprogrammiert: Wenn der Hallesche FC am Dienstag den 1. FC Magdeburg empfängt (ab 20:15 Uhr live im MDR FEERNSEHEN, in der SpiO-App und auf www.sport-im-osten.de), geht es für beide Teams um alles. Der Sieger könnte den entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen – der Verlierer muss mehr denn je um den Liga-Verbleib bangen. Die Vorzeichen für das Sachsen-Anhalt-Derby könnten kaum brisanter sein.

Tarek Chahed von Magdeburg und Niklas Kastendorfer von Halle im Zweikampf Duell beim Spiel
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Wie schnell sich die Situation doch ändern kann. Nachdem beim Halleschen FC und beim 1. FC Magdeburg der Haussegen noch bis vor wenigen Tagen gehörig schief ging, hat sich die Lage der beiden abstiegsbedrohten Kontrahenten binnen kürzester Zeit geändert. Denn sowohl beim HFC als auch beim FCM hat der Wechsel auf der Trainerbank neue Kräfte freigesetzt.

Florian Schnorrenberg feierte mit Halle nach Siegen gegen Waldhof Mannheim (3:0) und den SV Meppen (3:2) einen Einstand nach Maß, und auch in Magdeburg hat sich die Installation von Thomas Hoßmang ausgezahlt. Ein 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln bescherte den Landeshauptstädtern zuletzt drei wichtige Zähler im engen Abstiegskampf der 3. Liga.

Beck: "Es geht ums nackte Überleben"

Mit Blick auf das anstehende Sachsen-Anhalt-Derby am Dienstag schwingt vor allem aufgrund der aktuellen Tabellensituation eine ordentliche Portion Brisanz mit. Denn während der FCM mit 40 Punkten auf Platz 13. rangiert, folgt der HFC mit nur einem Punkt Abstand auf Rang 14. dicht dahinter. Ein echtes Sechs-Punkte-Spiel also. Dementsprechend trocken brach Magdeburgs Kapitän Christian Beck die Situation im Vorfeld der Partie runter: "Es geht für beide ums nackte Überleben, auch wenn danach noch nichts entschieden ist."

v.l. Christian Beck Magdeburg, 11, Julian Guttau Halle, 24
Christian Beck im Zweikampf mit Julian Guttau. (Archiv) Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Strohfeuer oder Turnaround?

Ob der Sieg gegen die Kölner vom vergangenen Spieltag nur ein Strohfeuer oder doch der erhoffte Turnaround für den FCM war, wird sich zeigen. Nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen und der Demission von Claus-Dieter Wollitz scheinen sich die Magdeburger aber wieder gefangen zu haben. "Da war wieder eine Mannschaft auf dem Platz. Und das ist einfach wichtig für unser Spiel", betonte Hoßmang: "In Halle müssen wir wieder an unsere Grenzen gehen."

HFC-Stürmer Boyd mit neuem Selbstbewusstsein

Vor dem kommenden Gegner ist man aber in jedem Falle gewarnt. Schließlich gehen die Saalestädter mit breiter Brust in  das anstehende Duell. Die letzten Erfolgserlebnisse haben beim ehemaligen Tabellenführer neue Energie freigesetzt. "Dass wir aus den vier Tagen mit sechs Punkten rausgehen, macht uns sehr glücklich", sagte Schnorrenberg. Halles Sturmtank Terence Boyd, dessen ansteigende Formkurve nach langer Durststrecke symptomatisch für das wiedergewonnene Selbstbewusstsein beim HFC steht, sieht sein Team psychologisch im Vorteil: "Jetzt haben wir das Momentan auf unserer Seite, es ist crazy."

FCM läutete HFC-Talfahrt ein

Hinzu kommt, dass man in Halle noch eine Rechnung mit dem Landesrivalen offen hat. Im November musste der HFC nach einer 0:1-Niederlage gegen den FCM die Tabellenführung abgeben und setzte zu einer beispiellosen Talfahrt von 13 (!) sieglosen Spielen in Serie an. Torschütze im Hinspiel an der Elbe war ausgerechnet der ehemalige HFC-Spieler Sören Bertram. Mittlerweile warten die Hallenser seit sieben Duellen auf einen Sieg gegen Magdeburg.

1.FC Magdeburg - Hallescher FC emspor, v.l. Soeren Bertram Magdeburg, 20 Jubel, Torjubel, jubelt über das Tor
Sören Bertram jubelt über das Tor zum1:0. (Archiv) Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Costly und Jacobsen gelbgesperrt, Einsätze von Mast und Kastenhofer offen

Schnorrenberg muss dabei in jedem Fall auf die Langzeitverletzten Björn Jopek, Patrick Göbel und Tobias Schilk verzichten. Noch offen sind die Einsätze von Dennis Mast und Niklas Kastenhofer. Hoßmang muss in seinem zweiten Spiel als Cheftrainer die Ausfälle von Marcel Costly und Thore Jacobsen (beide gelbgesperrt) verkraften. Mit Dustin Bomheuer und Philipp Harant fehlen zudem zwei gelernte Verteidiger.

Chemnitz lauert

Auch auf die Unterstützung ihrer Fans müssen beide Teams zwangsbedingt verzichten. Spannung und Emotionen sind aber in jedem Fall vorprogrammiert – der Gewinner könnte den entscheidenden Schritt aus der roten Tabellenzone machen, der Verlierer wird tiefer in den Abstiegsstrudel gezogen. Und ein Unentschieden hilft niemandem so richtig weiter. Denn schließlich befindet sich der Chemnitzer FC in Lauerstellung. Sollten die "Himmelblauen" im Vorfeld des Derbys ihr Heimspiel gegen Preußen Münster gewinnen (Dienstag, 19 Uhr, live in der "SpiO"-App"), wäre die Glöckner-Elf lachender Dritter und könnte die Lücke zu Halle und Magdeburg schließen. 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten extra | 16. Juni 2020 | 20:30 Uhr

9 Kommentare

picno vor 31 Wochen

wieder ein schwaches spiel vom 1.fcm, glück gehabt dank dem nachwuchs, liegt eben nicht nur am trainer, sondern in der einstellung und den köpfen der mannschaft, wir schaffen dasssss...... bwg

Derbysieger MD vor 31 Wochen

Grüße zurück. Wird schwer heute denn die gelbgesperrten sowie verletzten Spieler könnten ausschlaggebend sein. Hoffe trotzdem auf mindestens einen Punkt.
Auf einen schönen Fussballabend heute.....
Grüße an Mara

Einmal-Immer

B.S.B. vor 31 Wochen

Also,unentschieden wäre,aus mitteldeutscher Sicht,
das beste Ergebnis.Halle spielt noch gegen Jena und Lautern.Diese 2 Siege dürften reichen.Magdeburg hat noch Grossaspach und Münster.Das müsste auch machbar sein zumal beide zu den jeweiligen Zeitpunkten schon weg sein könnten.

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