Fußball | 3. Liga CFC-Coach Patrick Glöckner: "Dazu sind wir finanziell nicht der Lage"

Die Zwangspause im Zuge der Corona-Krise kam vor allem für den Chemnitzer FC zur Unzeit. Geht es nach Cheftrainer Patrick Glöckner sollte die Saison möglichst zu Ende gespielt werden. Auch einen Trainingsstart wünscht er sich für seine Mannschaft sehnlichst herbei. Doch dieser birgt vor allem finanzielle Risiken.

Die Rückrunde der Saison 2019/20 begann vielversprechend für den Chemnitzer FC. Aus acht Spielen holte man 14 Punkte und fuhr vier Siege ein – gleichbedeutend mit einem starken fünften Platz in der aktuellen Rückrundentabelle. Keine Frage, Patrick Glöckner hat dem CFC wieder Leben eingehaucht und steht mit seinem Team von allen fünf mitteldeutschen Vereinen derzeit am besten im Ranking da (Platz 13.).

Spielpause kommt für den CFC zur falschen Zeit

Die Aussetzung der Spielzeit in Folge der Corona-Pandemie kam für den Cheftrainer der "Himmelblauen" daher zur absoluten Unzeit. "Es ist ärgerlich, wenn man in einem Lauf drin ist, auch schon gegen die großen Mannschaften gespielt hat und dann die Serie nicht fortsetzen kann", berichtete Glöckner im "SpiO"-Talk am Donnerstag (16.04.2020).

Trainer Patrick Glöckner / Gloeckner (Chemnitz)
Trainer Patrick Glöckner Bildrechte: Picture Point

Der 43-Jährige hält sich aktuell in Frankfurt a. M. auf, treibt täglich Sport und versucht sich soweit es geht fit zu halten. Das Gleiche erwartet er natürlich auch von seiner Mannschaft in der Zwangspause. "Wir haben im Vorfeld mit jedem Spieler gesprochen und sind zuversichtlich, dass sie ihre Fitness halten. Aber natürlich sind sie auch ungeduldig und wollen wieder zurück auf den Platz", so der gebürtige Bonner: "Es geht ja auch um die Gemeinschaft und den Alltag."

Kurzarbeit "Keine Dauerlösung, mit der wir leben können"

Ob die 3. Liga ihren Spielbetrieb in dieser Saison wieder aufnehmen wird, ist aktuell mehr als fraglich. Glöckner, der die Situation in erster Linie aus sportlicher Sicht beurteilt, würde die Saison am liebsten fair zu Ende spielen. Dass man sich in einer "Ausnahmesituation" befindet, "die wir selbst nicht bestimmen können", ist aber auch ihm bewusst.

In einer Ausnahmesituation befindet sich auch der Chemnitzer FC. Der Verein hat bereits vor mehreren Wochen Kurzarbeit für einen Großteil seiner Belegschaft angemeldet. Das konnte die wirtschaftliche Situation zwar vorerst entschärfen, ist laut Glöckner aber "keine Dauerlösung, mit wir leben können." Sollte die Spielzeit fortgesetzt werden, wird es schließlich auch für den CFC schwer, die Kosten zu stemmen. Denn Begegnungen vor vollen Rängen wird es in den nächsten Monaten nicht geben, soviel steht fest.

Wettbewerbsverzerrung durch unterschiedliche Trainingsvoraussetzungen

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass bereits einige Drittligisten ihr Training wieder aufgenommen haben. Andere Klubs, wie auch der CFC, müssen sich aufgrund der unterschiedlichen Regelungen der Länder zur Kontaktbeschränkung dagegen weiter gedulden. Ein Punkt, der Glöckner übel aufstößt. "Diese Regelung ist vom DFB überhaupt nicht gut getroffen. Das ist Wettbewerbsverzerrung. Die Mannschaften, die ihr Training aufgenommen haben, sind im Vorteil."

Das ist Wettbewerbsverzerrung. Die Mannschaften, die ihr Training aufgenommen haben, sind im Vorteil.

Patrick Glöckner Cheftrainer Chemnitzer FC

Sobald das Training wieder anläuft, sei es in der ersten Woche vor allem wichtig, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, so der CFC-Trainer. Etwa dreieinhalb bis vier Wochen Vorbereitungszeit würde man benötigen, um wieder voll im Saft für mögliche Punktspiele zu stehen, rechnet Glöckner vor.

Trainingsstart birgt finanzielle Risiken

Es gibt aber noch ein viel größeres Problem, welches ein Trainingsstart in der jetzigen Phase mit sich bringen würde. Schließlich müsste der Verein dann auch die Kurzarbeit beenden und die Kosten wieder hochfahren. Da auf absehbare Zeit jedoch keine überlebenswichtigen Zuschauereinnahmen in die Kassen gespült werden, würde der Klub erneut vor enorme wirtschaftliche Probleme gestellt werden. "Dazu sind wir finanziell nicht in der Lage", bringt Glöckner das Dilemma auf den Punkt: "Aber was soll man machen, das ist halt höhere Gewalt".

So oder so ist man beim CFC auf das Urteil des DFB angewiesen. Sollte die Saison abgebrochen werden, müsste man sowieso komplett neu planen, meint der ehemalige Coach von Viktoria Köln. Bis dahin heißt es abwarten und sich so gut es geht auf den Tag X vorbereiten, wann auch immer dieser eintreten sollte. Schließlich soll die erfolgsversprechende Rückrunde der "Himmelblauen" im Idealfall fortgesetzt werden.

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jsc

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"SpiO"-Talks

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 16. April 2020 | 17:45 Uhr

3 Kommentare

BSG der Echte vor 23 Wochen

Haha, der spricht von Wettbewerbsverzerrungen...... Dabei ist die grösste Verzerrung, dass dieser Pleiteverein überhaupt in dieser Liga spielt. Jahrelang Geld ausgegeben, dass man nicht hat und deshalb überhaupt dort. Ein Affront den soliden Vereinen sondersgleichen.
Aber die machen auch nochmal ne Planinsolvenz. und bleiben zum Dank auch noch drin. Unglaublich. Diese Pleitetruppe ist der Gipfel.

BSG der Echte vor 22 Wochen

Jaja, Wahrheit tut weh.Schon klar. Ab in die Sachsenliga, da wo ihr hingehört.

Dreissiger vor 23 Wochen

Kannst Du Deine Hasstiraden nicht mal in dieser schwierigen Zeit lassen.