Fußball | 3. Liga "Dort ansetzen, wo wir aufgehört haben" – Glöckner und Chemnitzer FC brennen auf Restart

Am Wochenende wird die 3. Liga wieder angepfiffen. Für den Chemnitzer FC zählt jeder Punkt im Abstiegskampf. Im "SpiO"-Talk berichtete Cheftrainer Patrick Glöckner, wie er seine Mannschaft auf den Kaltstart vorbereitet. Gleichzeitig zeigte der Fußballlehrer Verständnis für jene Klubs, die sich gegen den Wiederanpfiff ausgesprochen hatten.

Trainer Patrick Glöckner bei Mannschaftstraining nach Coronapause
Bildrechte: imago images / Picture Point

Wenn an diesem Wochenende der (Re-)Startschuss in der 3. Liga fällt, geht es für den Chemnitzer FC um alles. Auch wenn die "Himmelblauen" bis zur Corona-bedingten Zwangspause eine mehr als ordentlich Serie hingelegt haben (14 Punkte aus sieben Liga-Spielen 2020), sind die Sachsen längst nicht aller Abstiegssorgen ledig.

SpiO Talk mit Patrick Glöckner 18 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Do 28.05.2020 13:30Uhr 18:14 min

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SpiO Talk mit Patrick Glöckner 18 min
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Eine entsprechend unmissverständliche Marschroute gibt CFC-Cheftrainer Patrick Glöckner für die kommenden Wochen aus. "Wir wollen dort ansetzen, wo wir aufgehört haben", sagte der 43-Jährige im "SpiO"-Talk am Donnerstag (28. Mai): "Die Trainingsschwerpunkte sind sowohl im Offensiv- als auch im Defensivspiel gesetzt. Es wird ein hartes Programm."

Auftakt gegen Jena in Würzburg "nicht optimal"

Den Auftakt will der Tabellen-13. im besten Fall mit einem Sieg gegen den FC Carl Zeiss Jena am Sonntag (31. Mai, 17 Uhr, im Liveticker in der "SpiO"-App und auf sport-im-osten.de) erfolgreich gestalten. Eigentlich sollte die Partie am Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena stattfinden. Aufgrund der Verfügungslage in Thüringen, die noch bis 5. Juni auch die Sperrung der FCC-Heimspielstätte zur Folge hat, müssen die beiden Teams aber nach Würzburg ausweichen.

"Das ist für uns nicht optimal, allein schon wegen der längeren Anreise", erzählte Glöckner. Schließlich bringe die Auswärtsfahrt nicht nur erhöhte Kosten mit sich, "sondern auch eine höhere Regenerationszeit."

Lockerheit und Spaß am Spiel

Tobias Müller Chemnitz gegen Dominic Volkmer, 2019
Beim 3:2 im Hinspiel gegen Jena landeten Tobias Müller und Co. (li.) ihren ersten Saisonsieg. Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Seine Spieler versucht der ehemalige Übungsleiter von Viktoria Köln so gut es geht auf die ungewohnte Situation mit Geisterspielen vorzubereiten: "Es geht darum, Spaß am Spiel zu haben. Wenn jeder verstanden hat, worum es geht, wird auch ein schönes Spiel dabei rumkommen. Da ist auch ein Stück weit die nötige Lockerheit gefragt."

Ein konkretes Tabellenziel wolle er im "knallharten Abstiegskampf" nicht ausgeben. Vielmehr komme es darauf an, dass "jeder alles investiert und 100 Prozent abruft", so Glöckner: "Wenn wir das schaffen, stehen wir am Ende über dem Strich. Falls nicht, dann haben eben andere Mannschaften mehr investiert. Das ist dann nur gerecht."

"Mutig, dass viele an die Öffentlichkeit gegangen sind"

Auch für den öffentlich ausgetragenen Zwist zwischen Vereinen, Politik und Verbänden der letzten Wochen findet der gebürtige Bonner durchweg rationale Argumente. "Ich respektiere alle Seiten. Jeder Verein muss ein Stück weit an sich selbst denken. Dass so etwas jemand anderem vor den Kopf stoßen kann, gehört dazu. Trotzdem finde ich es mutig, dass viele Vereine an die Öffentlichkeit gegangen sind."

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 28. Mai 2020 | 17:45 Uhr

14 Kommentare

Thommi Tulpe vor 10 Wochen

Ok. Sie haben Recht: Fairness. Sicher hat diese Saison nichts mehr mit FairnEss zu tun. Aber es wäre fair, wenn sich auch ein sehr wahrscheinlicher Absteiger nicht kampflos aus der 3. Liga verabschiedet und Punkte "verschenkt".

oldie68 vor 10 Wochen

Was zu Thommi Tulpe und Schneekönigin.
Wer ist benachteiligt?
Demonstrationen waren erlaubt ohne Teilnehmerbegrenzung !
Aber Fussball durfte nicht stattfinden???? Es ging doch nur um nicht abzusteigen ,wie FSV, FCM und HFC ! Jetzt wird es sportlich geregelt und so ist es richtig !

Schneekoenigin vor 10 Wochen

Klar kann Jena das Spiel gewinnen, zumal auch langsam durchsickert, wer da coronabedingt nicht auflaufen wird. Mit Fairniss (oder wie ich immer sage: 'Fairness') hat das aber nicht das Geringste zu tun.