Fußball | 3. Liga Stadionsprecher Olaf Kadner zurück am CFC-Mikro

Im vergangenen März hatte CFC-Stadionsprecher Olaf Kadner nach der Trauerbekundung für einen rechtsextremen Hooligan seinen Platz räumen müssen: Jetzt ist er zurück und gibt sein Comeback am Mikrofon gegen Carl Zeiss Jena. Auch die Klub-Gesellschafter haben sich für seine Rückkehr eingesetzt.

Olaf Kadner und Karsten Kolliski
Bildrechte: Harry Härtel

Aus mitteldeutscher Sicht ist es das Duell des 9. Spieltages: Der Chemnitzer FC empfängt den punktlosen FC Carl Zeiss Jena zum Kellerduell. Für Olaf Kadner wird es ein besonderes Spiel. Er gibt nach sechs Monaten Pause als Stadionsprecher sein Comeback. Kadner wird sich künftig mit den Moderatoren Karsten Kolliski und Eric Bader das Mikrofon teilen. Das gab der CFC am Freitag (20.09.2019) bekannt.

Absetzung nach Altglienicke-Spiel

"Die Gesellschafter sind auf mich zukommen und haben gefragt. Nach einer kurzen Bedenkzeit habe ich zugesagt. Mein Herz hängt am Chemnitzer FC", erklärte Kadner dem MDR. Er war nach der bundesweit für Schlagzeilen sorgenden Trauerbekundung des CFC für einen rechtsextremen Hooligan am 9. März im Stadion an der Gellertstraße vor dem Regionalliga-Heimspiel gegen Altglienicke abgesetzt worden.

Aus Solidarität mit Kadner war auch Karsten Kolliski zurückgetreten. Im Gespräch mit dem MDR erklärte Kolliski damals, er arbeite selbst seit knapp 20 Jahren als Stadionsprecher beim CFC - im Team mit Olaf Kadner - und kenne die Abläufe im Hintergrund. Kadner habe am Sonnabend nichts anderes gemacht als sonst auch: Er war das Sprachrohr des Vereins. Deshalb sei das Ganze für ihn nicht nachvollziehbar und er habe für sich die Konsequenzen gezogen. Kolliski nannte Kadner ein Bauernopfer.

Mittlerweile sieht man das wohl auch beim CFC so. Geschäftsführer Uwe Hildebrand erklärte in einer Pressemitteilung: "In vielen Gesprächen mit unseren Fans habe ich herausgehört, wie wichtig ihnen diese Stimme ist." Darüber hinaus bedankte sich Hildebrand "ausdrücklich" bei der scheidenden Stadionsprecherin Kati Huhn, die den Posten in den vergangenen Monaten inne hatte, "für ihren Einsatz am Mikrofon. Sie hat trotz des anfänglich starken Gegenwinds einen guten Job für unseren Club gemacht. Dafür gebührt ihr meine Anerkennung."

Kritik von Insolvenzverwalter Siemon

Derweil hat der Insolvenzverwalter des Chemnitzer FC, Klaus Siemon, die Rückkehr von Stadionsprecher Olaf Kadner kritisiert. Die Entscheidung sei nicht mit ihm abgestimmt gewesen. "Ich bin dabei schlicht übergangen worden. Ich bin als Gesellschafter und Insolvenzverwalter damit nicht einverstanden. Das Zurück zum Kuschelkurs mit Rechtsradikalen wird dem CFC weder sportlich noch wirtschaftlich gut tun", erklärte Siemon in einer Mitteilung.

sst/pm

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 21. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 18:57 Uhr

5 Kommentare

Schneekoenigin vor 3 Wochen

Indirekt ist gut ... direkter geht's ja gar nicht. Im Hinterkopf sollte man immer die Offenlegungen des alten Notvorstandes behalten. Die Wahrheit ist wohl eher, dass der dilettantische Umgang des damaligen Veranstaltungsleiters mit Siemons Wissen diese unsägliche Gedenkminute erst ermöglichte. Man kann das anschließende Handeln Siemons und seine jetzigen Aussagen nur so werten, dass er hier nur noch verbrannte Erde hinterlassen will. Wenn dieser Verein irgendeine Zukunft haben soll ... dann ausschließlich ohne ihn, je eher desto besser. Insofern ist seine Meinung nur noch irrelevant.
Olafs Rückkehr ist ein kleiner Schritt zurück zu guten Sachen, die diesen Fussballclub auch ausmachen, und das hat null mit Kuschelkurs zu rechter Gesinnung zu tun. Nullkommanix.

alter Egon vor 3 Wochen

Ich kann mich dem Vorredner nur anschließen. Olaf Kadner indirekt als Rechtsradikalen zu bezeichnen ist eine bodenlose Frechheit.
Außerdem: Wer hat denn die Veranstaltung am 9. März genehmigt? Wer hat die Rede von Hernn Kadner überarbeitet und freigegeben? Es war Herr Siemon!
So lange nicht über ihn als Hauptverantwortlichen gesprochen wird erübrigt sich jede weitere Diskussion.
Des Weiteren würde mich mal interessieren wie es sein kann, dass kurz vor der MV noch die Masseunzulänglichkeit beantragt wird und jetzt ganz schnell das Insolvenzverfahren positiv beendet wird.

Dreissiger vor 3 Wochen

Indirekt bezeichnet Siemon Olaf Kadner als Rechtsradikalen, eine bodenlose Frechheit. Dieser Typ sollte sich schämen, aber dem geht wahrscheinlich jegliches Schamgefuehl ab.