Fußball | 3. Liga Stefan Krämer zwischen Kaffee und harter Analyse

Zeit zur Analyse: Einen Tag nach der Partie des 1. FC Magdeburg beim FC Carl Zeiss Jena gibt es für FCM-Trainer Stefan Krämer viel zu bereden. Wir trafen den 52-Jährigen bei mehreren Tassen Kaffee.

Stefan Krämer
Stefan Krämer beim geliebten Getränk: "Ich komme so auf 15, 20 Tassen Kaffee pro Tag. Ich glaube, das ist zu viel."
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Trainerlaune "mittelmäßig"

Der Tag danach. Nach dem 1:1 der Magdeburger an den Kernbergen ist die Laune von Stefan Krämer auf Nachfrage "mittelmäßig". Das lag nicht nur an dem wenigen Schlaf, der dem FCM-Coach vergönnt war, sondern auch an der Spielanalyse. Und die fiel durchwachsen aus, denn sonderlich begeistert war der Fußballlehrer von der Spielweise seiner Jungs nicht.

"Die erste Halbzeit waren wir einfach zu pomadig im Ballbesitz, haben zu langsam gespielt." Die zweite Hälfte fand Krämer etwas besser, trotzdem übte er Kritik. "Gerade in der Phase, wo wir in den letzten zehn Minuten einen Mann mehr hatten, habe ich mir schon die eine oder andere Torchance mehr erhofft. Zur Not kann man das Glück auch mit langen Bällen erzwingen."

"Die CD würde ich mir kaufen"

Von der Spielfreude beim furiosen Sieg gegen 1860 München war am Montagabend bei den Magdeburgern jedenfalls nichts mehr zu sehen. Warum konnte man die Euphorie nicht mit nach Jena transportieren?

"Das wär schön, wenn das im Fußball gehen könnte", sagte Krämer lachend: "Die CD würde ich mir kaufen. Und dann in den Computer stecken, damit jedes Spiel gleich abläuft. Solche Feiertage wie gegen 1860 muss man sich erarbeiten. Das kommt dann alle vier bis sechs Wochen mal vor. Das dazwischen ist harte Arbeit."

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Die Methode mit den Atemübungen

Und die Arbeit vom Montag hat FCM-Sportchef Maik Franz schon in der Halbzeitpause scharf kritisiert. Krämer konnte das gut nachvollziehen, denn er habe "jedes Recht, zu kritisieren. Das nimmt ihm auch keiner übel, zumindest ich nicht."

Er selbst versuche, seinen Puls runter zu bringen. Dafür hat Stefan Krämer seine eigene Methode entwickelt. "Und die besteht aus Atemübungen, die besonders wichtig sind, wenn man zwei Minuten nach dem Spiel vor die Kameras muss. Das kann man antrainieren, und das mache ich auch."

Noch nicht so weit wie Barcelona

Wohin führt der Weg der Magdeburger Mannschaft? "Ich glaube, tabellarisch fehlen uns zwei Punkte, damit ich sagen könnte, ich bin zufrieden." Dennoch sieht Stefan Krämer "eine gute Entwicklung in der körperlichen Konstitution, der Bereitschaft und der Zusammenführung mit den neuen Spielern".

Nachholbedarf gibt es seiner Ansicht nach im taktischen Bereich: "Gegen tiefer stehende Mannschaften wie Chemnitz oder Jena müssen wir uns noch weiter entwickeln. Das ist aber das schwierigste im Fußball, im letzten Drittel gegen gut verteidigende Mannschaften durchzukommen. Das macht Barcelona gut, aber so weit sind wir eben noch nicht."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. September 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2019, 18:47 Uhr

2 Kommentare

Hallala vor 14 Wochen

Harte Analyse. Alles wird jetzt funktionieren. Und am Freitag steht er wieder ratlos an der Linie.

Und wer meint, durch harte Arbeit alle 4-6 Wochen ein Hurra-Spiel mit 5:1 gewinnen zu können, der sollte vielleicht nicht Trainer im Profifußball sein... Vor allem in dieser 3. Liga.

Vereinsbrille vor 14 Wochen

Mich wundert immernoch, das dieses 5:1 gegen die auswärts erfolgloseste Mannschaft der letzten Monate als eine Art Knotenplatzer herbeigeredet wurde. 60 war einfach grottenschlecht und ohne Gegenwehr. Traurig finde ich, der Jenaer Spieler wird vom Magdeburger weggeklickt und Krämer ärgert sich darüber, die Überzahl nicht genutzt zu haben...

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