Fußball | 3. Liga "Tatsachenentscheidung nicht anfechtbar" - HFC-Einspruch erneut abgewiesen

Auch in zweiter Instanz ließ sich das DFB-Sportgericht nicht von den Argumenten des Halleschen FC gegen die Wertung des Münster-Spiels Ende September überzeugen. Ob die Sachsen-Anhalter erneut Einspruch erheben, werde nach der schriftlichen Urteilsbegründung entschieden, sagte Sportdirektor Ralf Heskamp dem MDR.

Das Logo des DFB an der DFB-Zentrale in Frankfurt
Bildrechte: imago images / Eibner

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Einspruch von Drittligist Hallescher FC gegen die Wertung der Ligapartie gegen den SC Preußen Münster erneut zurückgewiesen. Wie im Einzelrichterverfahren vor knapp einem Monat entschied das Gericht auch nach mündlicher Verhandlung gegen den HFC. Das teilte der DFB am Montagnachmittag (18. November) mit. Eine Berufung ist binnen einer Woche möglich, das Verfahren würde dann zum DFB-Bundesgericht gehen.

Neuerlicher Einspruch? HFC entscheidet nach schriftlicher Urteilsbegründung

Ralf Heskamp
HFC-Sportdirektor Ralf Heskamp. Bildrechte: IMAGO

"Wir müssen das erst einmal sacken lassen und warten darüber hinaus auch die schriftlich Begründung ab. Sobald diese da ist, setzen wir uns zusammen und werden über die nächsten Schritte entscheiden", sagte HFC-Sportdirektor Ralf Heskamp anschließend im Gespräch mit sport-im-osten.de.

Der 54-Jährige ergänzte: Die Sportrichter hätten "schon zugegeben, dass sie unseren Unmut verstehen können, die Situation bedauerlich ist und auch sie ein mulmiges Gefühl haben. Der Schiedsrichter hat in dieser Situation nicht mit aller Sorgfalt entschieden, aber für sie ist die Tatsachenentscheidung nicht anfechtbar – weil in dieser Szene auch von uns elf Spieler auf dem Platz standen. Allerdings wollte unser Spieler Jan Washausen gerade vom Feld und war nicht mehr an der Aktion beteiligt."

Oberholz: "Tatsachenentscheidung grundsätzlich nicht anfechtbar"

Sebastian Mai, HFC, beschwert sich über die Torentscheidung beim Schiedsrichter.
Diskussion zwischen HFC-Spieler Sebastian Mai und dem Linienrichter nach dem bitteren 2:2-Ausgleich gegen Münster. Bildrechte: imago images/VIADATA

Beim 2:2 gegen Münster am 21. September hatte Schiedsrichter Michael Bacher aus Sicht der Hallenser einen Regelverstoß begangen, der das Endergebnis maßgeblich beeinflusste. Der Unparteiische hatte beim Stand von 2:1 in der 83. Minute bei zeitgleichen Wechseln auf HFC- und auf Preußen-Seite irrtümlicherweise den Hallenser Pascal Sohm vom Rasen geschickt, der aber gar nicht ausgewechselt werden sollte. Sekunden später war der zweite Treffer für Münster gefallen.

"Wir haben auch heute insbesondere nach der klaren Aussage des Schiedsrichters Michael Bacher keinen Regelverstoß feststellen können", sagte Stephan Oberholz, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichts. "Der Unmut und das Unverständnis der Hallenser über den missglückten Spielerwechsel sind für uns menschlich nachvollziehbar. Aber die Tatsachenentscheidungen des Unparteiischen, die in diesem Fall vorliegen, sind grundsätzlich nicht anfechtbar."

---
mhe/dpa

Das Hallenser Wechseltheater 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Sa 21.09.2019 16:30Uhr 02:40 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 18. November 2019 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 16:15 Uhr

4 Kommentare

tobi vor 3 Wochen

Das zu erwartende Blabla von Oberholz & Co, was soll bei solchen Leuten auch anderes rauskommen. Bacher bekommt ein Schulterklopfen, letztlich alles beim Alten. Herr Heskamp akzeptieren sie bitte die Entscheidung der "kompromisslosen und unparteiische" DFB Gerichtsbarkeit, diese "Experten " wolle garnicht anders entscheiden, auch wenn Anteilnahme und Verständnis geheuchelt wird. Da wird einem nur noch schlecht bei diesen eklektischen Ergüssen.

Ossi aus DD vor 3 Wochen

"Tatsachenentscheidung grundsätzlich nicht anfechtbar". Warum gibt es dann einen Videoschiedsrichter, welcher bei Entscheidungen von AUSSERHALB !!!!! IN DAS SPIELGESCHEHEN EINGREIFEN DARF ? Es wird gedreht wie es gerade in den Kram passt.
Hoffe der HFC gibt nicht auf und kämpft weiter. Wie alle Vereine welche durch den DFB und seine merkwürdigen Regelbegründungen benachteiligt werden.

revolvere vor 3 Wochen

top, tobi.