Fußball | 3. Liga Mit Mentalität zum Klassenerhalt? Der FSV Zwickau im Teamcheck

Vor dem Saison-Auftakt der 3. Liga haben wir den FSV Zwickau einem Teamcheck unterzogen. Was hat sich personell getan? Welcher Verlust schmerzt und wie geht Joe Enochs sein viertes FSV-Jahr an? Zum Start am Samstag (14:00 Uhr) kommt Aufsteiger Borussia Dortmund II.

Joe Enochs, Trainer, FSV Zwickau, fordert Elfmeter
FSV-Trainer Joe Enochs Bildrechte: imago images/Eibner

Rückblick Saison 20/21: Souverän zum Klassenerhalt

Auch in seiner 3. Saison meisterte Trainer Joe Enochs mit dem FSV Zwickau die Aufgabe "Klassenerhalt". Und das auf eine insgesamt souveräne Art und Weise. Die Westsachsen erwischten einen guten Saisonstart. Herausragend war das 2:1 im Derby bei Dynamo Dresden. Rang neun stand nach sieben Partien zu Buche. Dann ging es abwärts. Nach einem 0:1 gegen den 1. FC Magdeburg Ende November war man nur noch einen Rang vor den Abstiegsrängen. Da der Abstiegskampf für den FSV nichts Neues ist, in der Saison davor war es hauchdünn und ging bis zum letzten Spieltag, brach keine Panik aus. Ein 2:1 beim SV Meppen beruhigte die Gemüter. In der Rückrunde sorgten drei Siege Ende Januar für einen relativ entspannten Weg zum Klassenerhalt. Am Ende stand Rang zehn. Angesichts der Finanzen eine bemerkenswerte Leistung.

Ziel: Auch im sechsten Jahr der Klassenerhalt

Kleiner Kader, bescheidene Ansprüche: Auch vor der sechsten Saison in der 3. Liga vermeiden Trainer und Spieler des FSV Kampfansagen und utopische Ziele. Für die Westsachsen hat erneut der Klassenverbleib oberste Priorität. Sind die dafür notwendigen Punkte eingesammelt, darf es aber auch gern ein bisschen mehr sein.

"Die Mannschaft hat Qualität und ist auf jeden Fall in der Lage, eine gute Rolle in dieser sehr interessanten Liga zu spielen", sagte Trainer Joe Enochs vor dem Saisonauftakt am Samstag (14:00 Uhr/live in der SpiO-App) gegen Aufsteiger Borussia Dortmund II.

Bester Scorer Schröter nach Dresden

Tor für Zwickau durch Morris Schröter
Morris Schröter Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Nach dem zehnten Tabellenplatz in der Saison 2020/2021 wurde in der Sommerpause ein Umbruch im FSV-Kader vollzogen. Elf Spieler gingen, neun Profis wurden bislang verpflichtet. Zum Aufgebot gehören insgesamt 20 Feldspieler und drei Torhüter. "Wir sind zufrieden mit dem kleinen Kader. Die Jungs haben einen sehr guten Eindruck in der Vorbereitung hinterlassen", betonte Enochs. Sein Sportchef Toni Wachsmuth, auch ein Garant der FSV-Solidität, hat aber wohl noch Reserven, wenn es personell eng wird.  

In Morris Schröter, der zu Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden ging, haben die Zwickauer ihren torgefährlichsten Akteur der vergangenen Saison verloren. Der Außenbahnspieler war mit elf Treffern und acht Vorlagen an 19 Toren beteiligt.

Göbel kehrt zurück

Auf einen Neuzugang, der diese Werte zumindest auf dem Papier versprechen kann, hat der FSV auch aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet. Mentalität und ein starker Teamgeist sollen auch in dieser Saison wieder die Trümpfe des Enochs-Teams sein. "Wir haben für diese Liga eine sehr gute Mischung aus jungen, alten und erfahrenen Spielern. Sicherlich muss sich alles noch etwas finden und einspielen, aber wir sind da auf einem sehr guten Weg", sagte Rückkehrer Patrick Göbel.

Neuzugang Patrick Göbel (31, Zwickau) und Alexander Prokopenko (14, Jena) beim Spiel.
Patrick Göbel (li.) Bildrechte: Picture Point

Der 28-Jährige, der zwischenzeitlich auch für die Würzburger Kickers und den Halleschen FC aktiv war, will sich nach einem turbulenten Jahr beim insolventen Absteiger KFC Uerdingen in Zwickau wieder ausschließlich auf Fußball konzentrieren: "Ich hoffe, dass hier etwas sehr cooles und schönes entstehen kann."

Szenen der Spielbegegnung 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Szenen der Spielbegegnung 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Viel Erfahrung geholt

Neu kam auch Nils Butzen (Rostock und Magdeburg), der den Abgang von Augsburg-Leihgabe Jozo Stanic kompensieren soll. Weitere Kandidaten für die Startelf sind die Verteidiger Adam Susac (Osnabrück) und Max Reinthaler (Rostock) und Angreifer Dominic Baumann (Würzburg). Baumann stammt aus Oschatz und wurde bei Dynamo Dresden ausgebildet. Alle verfügen über eine gewisse Erfahrung und eine gewisse Robustheit.  

Toni Wachsmuth (FSV-Sportdirektor/li.) und Dominic Baumann
Dominic Baumann (re.) hatte einen Termin bei FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth Bildrechte: FSV Zwickau

Lösbare Auftaktgegner in der eigenen Arena

Wie schon in der vergangenen Spielzeit könnte Zwickau auch in diesem Jahr gut aus den Startlöchern kommen. Mit Aufsteiger Dortmund II, Fast-Absteiger SV Meppen und Neuling Viktoria Berlin scheinen die Gegner machbar zu sein.

Für eine erfolgreiche Saison hoffen die FSV-Profis auch auf die stimmgewaltige Unterstützung ihrer Fans. Die als Heimmacht bekannten Zwickauer schwächelten im vergangenen Spieljahr in der coronabedingt zumeist leeren GGZ-Arena. "Die Heimspielstatistik in der letzten Saison war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Unser Stadion muss wieder eine Festung werden. Den Gegnern darf es hier keinen Spaß machen", erklärte Kapitän und Torwart Johannes Brinkies.

Max Reinthaler
Max Reinthaler Bildrechte: FSV Zwickau Spielbetriebsgesellschaft mbH

Auftaktgegner Dortmund soll die Zwickauer Bissigkeit am Samstag gleich zu spüren bekommen. Das wünscht sich auch Max Reinthaler. Der Innenverteidiger ist neben Nils Butzen und Leihspieler Luca Horn einer von drei ehemaligen Rostockern im Team des FSV. "Wir wollen die Dortmunder mit Männerfußball so ein bisschen auffressen. Nicht unfair, aber mit einer gewissen Härte. Wir müssen ihnen von Anfang an zeigen, dass hier nichts zu holen ist", sagte Reinthaler.

dpa/cke

Videos und Audios zur 3. Liga

Hallescher FC - SV Meppen
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. Juli 2021 | 16:00 Uhr

6 Kommentare

Trabant601 vor 4 Tagen

Am Anfang der Transferperiode waren viele gute weg, ich glaub 11 Abgänge von eigentlichen Leistungsträger...und nix ist passiert beim FSV in Sachen Neuzugängen. Aber die Geduld hat sich ausgezahlt (wahrscheinlich auch finanziell).....und nun finde ich hat Wachser und Joe nen guten Kader von Erfahren bis Ausbaufähig zusammengeholt ohne die Finanzen zu sprengen...das wird ne gute Saison... Nur der FSV

Joe 09 vor 4 Tagen

Wegen den 20 Feldspielern z.Zt., ist doch logisch man kann nicht aus dem vollen schöpfen. Und ich schätze, das Wachser sich etwas Luft für 1-2 Spieler gelassen hat. Wer weiß, wer noch alles auf dem Transfermarkt ist, weil verzockt. Wenn nach der Wahl wegen Corona sich nichts ändert, werden wieder Geisterspiele angesagt sein. Die 4-5 usw. Welle kommt bestimmt! Man kann nur Hoffen, das der DFB und die DFL endlich mal konsequent dieses finanzielle Gebaren vieler Vereine bestrafen. Ja ich weiß, "Träume weiter"! Let´s go FSV

Zwickauer1 vor 4 Tagen

Da stimme ich Dir zu.
Aber Pokal ist ja bei uns immer besonders.....negativ.
Schon der Ausfall vom Fricker wiegt schwer.
Wir hoffen das Beste.
Sportliche Grüße aus Zwickau.