Themengrätsche Glöckner: "Ich hoffe, dass die ehrliche Arbeit beim CFC belohnt wird"

Am Tag nach dem 0:1 gegen Großaspach war die Enttäuschung bei Patrick Glöckner schon etwas verflogen. Der Trainer des Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC räumte in der "Themengrätsche", dem Sport-im-Osten-Podcast, ein: "Wir hatten nicht unseren besten Abend." Warum Chemnitz am Ende trotzdem die Liga halten wird, vor welchen Herausforderungen der Coach in den englischen Wochen bis Anfang Juli steht – und warum Glöckner bei 90 Grad am besten abschalten kann, erzählt er in unserem Podcast.

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MDR FERNSEHEN Do 04.06.2020 13:27Uhr 21:31 min

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Seit Ende September steht der 43-Jährige an der Seitenlinie beim CFC. Was hat sich seitdem getan und für welchen Fußball stehen die Himmelblauen unter der Regie von Glöckner? "Wir haben einen guten Teamgeist", sagt der Trainer, "eine individuelle Klasse im Umschaltspiel, also: Wir stehen für einen kompromisslosen, aber frischen Offensivfußball." Diese Frische soll bis zum Saisonende nicht verloren gehen – und genau das sei, wenn alle drei Tage gespielt wird, die Schwierigkeit, so Glöckner, "wir müssen sehen, wie wir die Rotation angehen".

Derzeit keine klassische Trainerarbeit gefragt

Keine leichte Aufgabe, und überhaupt: Da prasseln gerade sehr viele Dinge auf den Trainer und sein Team ein. Nicht zu unterschätzen sei zum Beispiel der organisatorische Aufwand im Hintergrund, berichtet der Coach: "Anreise organisieren, dann die Frage: In welchem Bundesland gibt es welche Hygienevorschriften, welches Hotel kommt in Frage, wie sind die Regeln im Stadion, braucht man einen Mundschutz, braucht man keinen?" Spielinhalte rücken in den Hintergrund, weil ja auch sowieso kaum trainiert werden kann, wenn viele Partien in kurzen Abständen anstehen. "Wir müssen insgesamt viel improvisieren", sagt Glöckner, das mache es spannend, aber es sei eben nicht "die klassische Arbeit, die wir als Trainer sonst leisten".

Chemnitzer FC - Erste Trainingseinheit mit Patrick Glöckner
Patrick Glöckner Bildrechte: imago images/Picture Point

Sauna als Stresslöser

Bis Anfang Juli muss Glöckner mit dem CFC noch durchhalten – bis dann sollen die restlichen Spieltage absolviert sein. Die Zeit bis dahin investiert Glöckner nahezu komplett in den Verein, er ist im Tunnel. "Aber man braucht auch Auszeiten, sonst wird der Tunnel zu lang und man findet nicht mehr raus und macht Dinge, die nicht zielführend sind", sagt Glöckner, der Ruhe in der Sauna findet. Schwitzend bei 90 Grad "bekomme ich den Kopf frei".

Welcher Spieler sich bei den Himmelblauen am besten entwickelt hat, was Patrick Glöckner über die Proteste gegen Rassismus von Fußballern denkt, dass sich also gegenwärtige amerikanische Zustände im deutschen Sport widerspiegeln, und warum Chemnitz am Ende den Klassenerhalt feiern wird, all das erzählt er in unserem Podcast.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. Juni 2020 | 16:30 Uhr

8 Kommentare

Daniel vor 9 Wochen

Danke Patrick Glöckner für Ihre ehrliche, seriöse und fachlich fundierte Arbeitsweise. Endlich ein Trainer der sich auf seinen Job fokussiert und versucht das Beste aus der Mannschaft raus zu holen.

rheumakay vor 9 Wochen

Naja, manches schon, aber nicht alles. Die Nachwuchsarbeit beispielsweise ist seit Jahren erstklassig. Bei Euch weiß man gar nicht, wie Nachwuchsarbeit geschrieben wird.

Maxi B. vor 9 Wochen

Dass es nach politischen Jubeln im Fußball Untersuchungen gibt, finde ich absolut richtig. Wenn dem nicht so wäre, dann würde der Profisport zur Bühne reiner Politik werden. Jeder bringt dann seine Botschaft rüber -> Politik sollte komplett draußen bleiben aus den Stadien.