Fußball | 3. Liga Havelse nach langer Abstinenz zurück im Profifußball

Seit Sonnabend (19. Juni) kennen Halle, Zwickau und Magdeburg auch den letzten Gegner, auf den das mitteldeutsche Drittliga-Trio in der kommenden Saison trifft. Nach 30 Jahren Abstinenz kehrt der TSV Havelse in den bezahlten Fußball zurück.

Norman Quindt (22, Havelse) fängt den Ball.
Havelse-Keeper Norman Quindt, der schon bei Jenas U19, Neustrelitz und Fürstenwalde kickte, hält seinen Kasten gegen Schweinfurt sauber. Bildrechte: IMAGO / Joachim Sielski

Die Aufstiegs-Riege zur 3. Liga ist komplett. Nach dem FC Viktoria Berlin (Meister Regionalliga Nordost), Borussia Dortmund II (Meister Regionalliga West) und dem SC Freiburg II (Meister Regionalliga Südwest) hat sich am Sonnabend (19. Juni) der TSV Havelse das vierte Ticket gesichert. Nach zwei 1:0-Siegen in den Aufstiegsspielen gegen den 1. FC Schweinfurt 05 aus der Regionalliga Bayern kehren die Niedersachsen nach 30 Jahren wieder in den Profifußball zurück und werden in der kommenden Saison einer der Gegner des mitteldeutschen Trios aus Halle, Zwickau und Magdeburg sein.

Quindt hält Kasten sauber

Vor den Augen von H96-Gesellschafter Martin Kind und Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder gelang Kevin Schumacher (35.) am Sonnabend im Wilhelm-Langrehr-Stadion (Garbsen) der goldene Treffer, der endgültig das Tor zur 3. Liga öffnete. Am Ende war der Jubel groß. Torwart Norman Quindt, der bereits bei Jenas U19, der TSG Neustrelitz und Union Fürstenwalde spielte, hielt seine Kasten sauber. Und auch Torge Bremer konnte mitfeiern. Der 26-jährige Verteidiger wurde in der 75. Minute für Yannik Jaeschke eingewechselt. Er kickte schon bei Germania Halberstadt und dem 1. FC Magdeburg.

Aufstiegs-Coach geht

Allerdings verliert der Klub Aufstiegs-Coach Jan Zimmermann, den es zum Zweitligisten und großen Nachbarn Hannover 96 zieht. "Meine Arbeit ist getan", sagte Zimmermann, der schon am Montag (21. Juni) seinen 96-Job antritt.

Kein Vollprofitum

Für Havelse ist es der größte Erfolg seit der Saison 1990/91, als der Klub sogar eine Spielzeit in der 2. Bundesliga kickte. Der Turn- und Sportverein wird in der Drittliga-Saison seine Heimspiele in der HDI-Arena von Hannover bestreiten. Dabei müssen die Havelser nur die Betriebskosten übernehmen sowie einen Rasentausch bezahlen. Die Niedersachsen kalkulieren bei Heimspielen mit 2.500 Zuschauern, gegen Top-Klubs könnten es sogar 5.000 werden. Nach Angaben des "Sportbuzzers" liegt der Etat bei etwas über einer Million Euro. Ein Vollprofitum wird es bei Havelse in der 3. Liga nicht geben.

jmd

Videos und Audios zur 3. Liga

Spieler des 1. FC Magdeburg spielt den Ball ins linke Eck.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Spieler des  FSV Zwickau spielt den Ball ins Tor.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
FSV Zwickau - MSV Duisburg
FSV Zwickau - MSV Duisburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. Juni 2021 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

Flo vor 16 Wochen

Aber bissel recht hat er schon. Denn eine Aufwertung der Liga ist das nicht gerade. Wobei sie es natürlich sportlich verdient haben und das mit geringen Budget. Chapeau Havelse

Soldaten Norbert vor 16 Wochen

Jepp. Fakt ist, die 3.Liga , mit Ausnahme Braunschweig, hat nicht an Qualität gewonnen. Die 2. Liga ist der Burner ! Da kann man Rostock und Dresden nur beneiden.

Maza vor 16 Wochen

Ich hatte ja auch schon mal geschrieben, dass man alle zweiten Mannschaften in eine eigene Staffel steckt, wo sie gegeneinander spielen können. Da verdient aber der DFB glaube nichts. Traurig....