Fußball | 3. Liga Viel Arbeit für den neuen CFC-Aufsichtsrat

Die Mitgliederversammlung bei Fußball-Drittligist Chemnitzer FC war von Harmonie und Einigkeit geprägt. Auf den neu gewählten Aufsichtsrat wartet viel Arbeit. Vor allem die wirtschaftliche Lage ist weiterhin prekär.

CFC-Mitgliederversammlung
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Endlich ein neuer Aufsichtsrat und ein überraschender Plan, das Insolvenzverfahren in absehbarer Zeit zu beenden: Von der Mitgliederversammlung beim angeschlagenen Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC ging Aufbruchstimmung aus.

Doch vor dem sächsischen Traditionsverein liegt trotzdem noch viel Arbeit. Denn die vom Notvorstand präsentierten Zahlen zeigen, wie wirtschaftlich angespannt die Situation beim CFC nach wie vor ist. Um kurz nach 13:00 Uhr war die Erleichterung bei den meisten der anwesenden Mitglieder in der Chemnitzer Messehalle am Samstag spürbar. Der CFC verfügt wieder über einen Aufsichtsrat.

AR-Chef Müller: "Werden Aufgabenpakete schnüren"

Das Wahlergebnis von 98 Prozent für die vom Ehrenrat vorgeschlagene komplette Kandidatenliste von sieben Personen sorgte beim neuen Vorsitzenden, dem Unternehmer Knut Müller (47), für Freude und Demut: "Niemand von uns hat mit so einem überwältigenden Wahlergebnis gerechnet. Das zeigt uns, wie wichtig die Bemühungen waren, wieder ein Verein zu werden", sagte Müller, der das Ergebnis als einen "riesigen Vertrauensvorschuss" wertete: "Wir werden untereinander Aufgabenpakete schnüren. Es gibt eine Menge Arbeit, um den CFC wieder dahin zu führen, wo er hingehört - als Aushängeschild der Stadt und als feste Institution im Profifußball."

Knut Müller
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Ziel: Mehr Zuschauer und neue Sponsoren

In den kommenden Wochen muss der Aufsichtsrat laut Satzung einen neuen Vorstand berufen. Dass es den CFC-Gremien an Arbeit nicht mangeln wird, wurde vor der Wahl deutlich. Der Notvorstand um Romy Polster, Udo Pfeifer und Siegfried Rümmler gab unter anderem Einblicke über die angespannte finanzielle Situation. Nach derzeitigem Stand droht am Saisonende ein wirtschaftlicher Verlust zwischen 500.000 und 600.000 Euro. Grund seien geringere Einnahmen zu den Heimspielen sowie im Bereich Werbung und Sponsoring als vor der Saison kalkuliert. Hätten die CFC-Gesellschafter in den vergangenen Wochen nicht 400.000 Euro zugeschossen, wäre das Defizit noch größer. "Wir müssen die zweite Halbserie nutzen, um weitere Sponsoren zu gewinnen und mehr Zuschauer ins Stadion zu locken", betonte Pfeifer.

Fans des Chemnitzer FC
Der CFC braucht mehr denn je die Unterstützung der Fans, gerade an den Stadionkassen. Bildrechte: imago/DeFodi

Insolvenzakte von 3.500 Seiten: "Überraschend viel"

Darüber hinaus arbeitet der Verein daran, das Insolvenzverfahren in absehbarer Zeit zu beenden. Dafür strebe der Club einen neuen Insolvenzplan an, der in den nächsten Monaten erstellt werden soll. Insolvenzverwalter Klaus Siemon blieb trotz einer Einladung der Mitgliederversammlung fern. Der CFC hat mit Matthias Lechleitner inzwischen einen weiteren Fachanwalt für Insolvenzrecht um Unterstützung gebeten. "Die Insolvenzakte besteht derzeit aus 3.500 Seiten. Das ist überraschend viel und muss erst einmal durchgeforstet werden", erklärte Lechleitner. Er hoffe, dass das Insolvenzverfahren noch vor dem Saisonende zum Abschluss gebracht werden kann.

Matthias Lechleitner (Insolvenzverwalter)
Insolvenzverwalter Matthias Lechleitner Bildrechte: imago images/HärtelPRESS

dpa/cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. Dezember 2019 | 16:30 Uhr

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