Fußball | 3. Liga Hoßmang unter Druck

23. Spieltag

Duelle zwischen Dresden und Magdeburg elektrisierten einst die Massen. Doch vor dem Elb-Derby am Samstag geht es beim FCM zu allererst ums sportliche Überleben. Dynamo fehlen zwei Innenverteidiger.

Die Mannschaft schweigt, die Fans sind sauer, der Trainer wackelt mächtig: Beim 1. FC Magdeburg steht im "Elb-Clasico" gegen Dynamo Dresden am Samstag (14:00 Uhr/live im MDR-Fernsehen) einiges auf dem Spiel. Nach zuletzt zwei Niederlagen nacheinander und dem erneuten Abrutschen auf einen Abstiegsplatz steht Coach Thomas Hoßmang mal wieder im Brennpunkt. Die Anhänger forderten die Ablösung des 54-Jährigen, offen wird über Nachfolger spekuliert.

Nur Kapitän T. Müller äußerte sich in der Woche

Tobias Müller (1. FC Magdeburg)
FCM-Kapitän Tobias Mülle Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

"Als Mannschaft haben wir uns bewusst dazu entschlossen, den Fokus auf das Derby gegen Dresden zu legen und uns medial zurückzuhalten. Wir wollen die sportlichen Probleme auf dem Platz angehen und lösen", sagte Kapitän Tobias Müller. Es war das einzige öffentliche Statement eines FCM-Profis, verbreitet vom Club selbst. Zur Pressekonferenz kam nur Trainer Hoßmang.

FCM-Coach Hoßmang unter Druck

Hoßmang stand wohl schon in der vergangenen Woche vor einem jobentscheidenden Spiel. Doch die Partie bei Viktoria Köln fiel einem völlig durchweichten Platz zum Opfer. Das Spiel gegen Dresden bekommt Hoßmang nun auf jeden Fall noch. "Ich weiß nicht, ob der Trainer am Samstag sitzen oder stehen wird. Er wird aber die Mannschaft coachen", sagte Sportchef Otmar Schork der "Bild": "Vor einem Spiel beschäftige ich mich grundsätzlich nicht mit einer möglichen Niederlage. Wir sind optimistisch, auch gegen die Top-Mannschaft der Liga bestehen zu können."

Trainer Thomas Hoßmang Hossmang mit Sportdirektor Otmar Schork (1. FC Magdeburg) auf dem Feld.
FCM-Sportdirektor Otmar Schork (re.) und Trainer Thomas Hoßmang Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Die Fans haben den Optimismus wohl schon lange verloren. Ein Teil der Anhänger forderte eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Der Club spielte auf Zeit, will diese lieber gemeinsam mit der ordentlichen Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung durchführen. Termin aufgrund der Corona-Beschränkungen offen. Trainiert wird in dieser Woche komplett hinter verschlossenen Türen. Offizieller Grund: die Pandemie.

Keine Gespräche mit Koschinat

Uwe Koschinat Trainer, Cheftrainer, SVS, gibt Anweisungen, gestikuliert, mit den Armen
Trainer Uwe Koschinat Bildrechte: imago images/foto2press

Doch es wird in Magdeburg bereits munter über mögliche Nachfolger von Hoßmang spekuliert. Heißester Kandidat war Uwe Koschinat, den Schork einst zu Zweitligist Sandhausen geholt hatte. Doch Koschinat ließ sich selbst aus dem Rennen nehmen. "Uwe Koschinat wird kein Trainer beim FCM. Darüber hat es auch nie Gespräche gegeben", sagte sein Berater Markus Buchberger der "Volksstimme".

Dynamo ohne Mai und Ehlers

Markus Kauczinski
Markus Kauczinski Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei Tabellenführer Dynamo Dresden sitzt Trainer Markus Kauczinski fest im Sattel und das trotz des Abstiegs aus der 2. Liga. Vielleicht ein Erfolgsfaktor für die Schwarz-Gelben auf Kontinuität zu setzen. Der gebürtige Gelsenkirchner hat das Team nach anfänglichen Problemen in die Spur bekommen. Er freut sich auf das Derby und erwartet ein "heißes Spiel, bei dem es zur Sachen gehen wird". Auch wenn es im neuen Jahr noch nicht ganz rund läuft, achtet er vor allem darauf, dass die Stärken seiner Mannschaft zum Tragen kommen.

Dresdens Niklas Kreuzer
Niklas Kreuzer Bildrechte: IMAGO / Poolfoto

Gegen den FCM muss er auf die gesperrten Innenverteidiger Sebastian Mai und Kevin Ehlers verzichten. In der Woche bastelte er an zwei Varianten, um sie zu ersetzen. Mehr wollte er aber noch nicht verraten. Ob Rückkehrer Niklas Kreuzer gleich zum Einsatz kommt - auch da pokert Kauczinski noch. Man wolle ihn nach rund sieben Monaten Pause jedenfalls "nicht verheizen".

Über die sportliche Rivalität zwischen dem FCM und Dynamo spricht in diesen Tagen kaum jemand. Beide Clubs spielen zwar in einer Liga, sind jedoch gefühlt gerade Welten voneinander entfernt. Während Dresden an der Tabellenspitze steht, zittert man beim einstigen Europapokalsieger aus Magdeburg vor dem erneuten Absturz in die Regionalliga.

34. Spieltag am 16.04.2016: Dynamo wird beim 1. FC Magdeburg zweitklassig 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

1971 bis 1978 hieß der Meister FCM oder Dynamo

Zu DDR-Zeiten hatte kaum ein anderes Duell die Fans so sehr elektrisiert. Zwischen 1971 und 1978 machten die beiden Clubs die Meisterschaft unter sich aus. Am Ende reichte es für den FCM zu drei Titeln und drei FDGB-Pokalsiegen. Dresden feierte fünf DDR-Meisterschaften und zwei Pokalsiege. Es sind Geschichten aus einer anderen Zeit, die sich nicht wiederholen wird.

Hans Jürgen Dörner (li., Dynamo Dresden) gratuliert Manfred Zapf (re., Magdeburg) vor Spielbeginn mit Blumen und Wimpel zum Meistertitel 1975
1975: Hans-Jürgen Dörner (Dynamo, li.) gratuliert Magdeburgs Manfred Zapf zur DDR-Oberliga-Meisterschaft Bildrechte: imago/Werner Schulze

dpa/cke

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. Februar 2021 | 14:00 Uhr

54 Kommentare

Weinverkostung vor 31 Wochen

Anspruch und Wirklichkeit eines Tobias Müller FCM:
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Er selbst sagt: "Wir wollen die sportlichen Probleme auf dem Platz angehen und lösen", sagte Kapitän Tobias Müller.
----> Ja dann. Warum so ein Luftschlag vor dem 0:1 ?? Da fehlt die Körperspannung. Das sieht jeder. Und wo Körperspannung fehlt, fehlt Einsatzwille.

Aldi1 vor 31 Wochen

Wer ist den Aua-Aue? Sind das die, welche gestern den Rothosen in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, was Erzgebirgs-Power ist? Grüße aus dem Schacht... ⚒️

Sachsin vor 31 Wochen

Träumer ^^
befürchte Magdeburg dreht wieder Runden in der Regionalliega, 13. Uerdingen steigt nicht ab! Denke eher an Lübeck, Magdeburg und Unterhaching