Fußball | 3. Liga Zwickau gegen Chemnitz: Das doppelte Nachbarschaftsduell

Zwickau gegen Chemnitz - beide Mannschaften sind nicht nur geografisch Nachbarn. Wer gewinnt, steht auf einem Nichtabstiegsplatz - wer verliert, ist jedoch ganz schlecht dran.

Im Bild v.l.: Gerrit Wegkamp (9, Zwickau) und Matti Langer (29, Chemnitz) und Christopher Handke (3, Zwickau)
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Der Schwan gilt kulturgeschichtlich als besonders elegantes Tier, dem Eigenschaften wie Liebe, Reinheit und Anmut zugeschrieben wird. Wenn sich nun jedoch am Mittwochabend der FSV Zwickau und der Chemnitzer FC im Wohnzimmer der Zwickauer "Schwäne" begegnen, dann dürfte es weniger feinsinnig, eher robust zur Sache gehen.

Nicht nur geografische Nachbarn

Denn in diesem Duell geht um alles. Zwickau und Chemnitz sind nicht nur geografisch Nachbarn und nicht mal eine 45 Autominuten voneinander entfernt, sie liegen auch in der Tabelle dicht beieinander: Der CFC, der Aufsteiger, ist 16. mit 41 Punkten. Der FSV, der zuletzt dreimal in Folge den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft hat, steht mit einem Punkt weniger und leicht besserem Torverhältnis auf dem ersten Abstiegsplatz.

Das heißt: Wer am Mittwoch gewinnt, hat den Klassenerhalt vor dem letzten Spieltag am Samstag in der eigenen Hand. Bei einem Unentschieden jedoch könnten sich am Ende des Tages beide Teams in der Abstiegszone befinden - dann nämlich, wenn Preußen Münster parallel einen hohen Sieg gegen den SV Meppen einfährt.

Wie viel Risiko, wie viel Sicherheit?

Wie viel Risiko, wie viel Sicherheit - das ist hier die Frage. "Es wird jedenfalls keine Taktiererei geben, das liegt uns gar nicht", prophezeite Zwickaus Vorstandssprecher Tobias Leege gegenüber dem MDR: "Wir werden alle Körner rausschmeißen." Zumal Zwickau wohl etwas mehr unter Druck steht als Chemnitz. Aber der emotionale 3:2-Sieg gegen Braunschweig am Wochenende, als die Zwickauer in der Schlussphase erst in Rückstand gerieten und dann doch das Spiel drehten, habe laut Leege "für einen Motivationsschub gesorgt".

Nun kann Trainer Joe Enochs fast aus dem Vollen schöpfen, nur Marcus Godinho (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Christopher Handke (Angina) fehlen, zudem der suspendierte Sebastian Wimmer. Innenverteidiger Ali Odabas kehrt nach seiner Gelbsperre in die Mannschaft zurück. Auch beim Zwickauer Coach kehrte die Hoffnung nach dem Super-Finish gegen Braunschweig zurück: "Wir waren mausetot. So wie die Jungs zurückgekommen sind, das ist schon cool!"

Chemnitz ohne Philipp Hosiner

Auch Chemnitz bewies zuletzt Moral und erkämpfte sich in der Schlussphase noch ein 1:1 beim KFC Uerdingen. "Letztendlich haben wir auswärts nicht verloren, und der Punkt wird vielleicht noch sehr wichtig sein", orakelte Trainer Patrick Glöckner nach dem Spiel - und er sollte, beim Blick auf die Tabelle, zumindest bis zum heutigen Tag erst einmal Recht behalten.

Allerdings muss Glöckner in Zwickau auf seinen Topstürmer Philipp Hosiner verzichten, der gegen Uerdingen seine zehnte Gelbe Karte kassierte. Es braucht eine weise Entscheidung: Wer kann den Österreicher, der 16 Tore in 27 Spielen erzielte, gegen Zwickau ersetzen? Fakt ist: Gerade auf Hosiners Sturmkollege Dejan Bozic sowie die Außenbahnspieler Tarsis Bonga und Rafael Garcia wird nun noch mehr Verantwortung zukommen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Juli 2020 | 22:10 Uhr