Fußball | 3. Liga Mit ruhenden Bällen zum Klassenerhalt? HFC kann gegen Kaiserslautern den Sack zu machen

37. Spieltag

Das rettende Ufer ist zum Greifen nah. Mit einem Sieg am Mittwoch (19 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern könnte der Hallesche FC den Klassenerhalt perfekt machen. Bei einer Niederlage beginnt womöglich erneut das große Zittern. Wie gut, dass der HFC lang vermisste Qualitäten wieder neu entdeckt hat.

Terrence Boyd Hallescher FC im Kopfballduell
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Drei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage. Ohne Frage, dem HFC ist unter Florian Schnorrenberg die Kehrtwende im knüppelharten Abstiegskampf der 3. Liga gelungen. 44 Punkte weist der Tabellen-14. aktuell auf. Es hätten sogar zwei mehr sein können, doch gegen den MSV Duisburg reichte es am vergangenen Wochenende trotz einer 2:0-Führung letztlich nur zu einem Remis (2:2). Und dennoch dürften die Saalestädter das anstehende Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern (19 Uhr, in der "SpiO"-App und auf sport-im-osten.de) mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen angehen.

HFC entdeckt alte Stärke wieder

Mal davon abgesehen, dass Schnorrenberg seiner Mannschaft wieder das nötige Selbstbewusstsein eingeimpft hat und die individuellen Qualitäten hochveranlagter Spieler wie Terrence Boyd, Sebastian Mai oder Pascal Sohm immer deutlicher zum Vorschein kommen, hat der HFC im Endspurt der Saison urplötzlich altbekannte Qualitäten wiederentdeckt: Standardsituationen. Ob direkt verwandelte Freistöße oder Ecken – der ruhende Ball ist im Spiel der Rot-Weißen wieder zu einer echten Waffe geworden. 

Jüngst bewies Innenverteidiger Anthony Syhre seine Knipserqualitäten nach Standards. Schon gegen 1860 München (1:2) mit dem Kopf erfolgreich, legte der 25-Jährige gegen Duisburg nach je einer Ecke gleich zweimal nach und brachte seine Team in Front. "Wir waren unheimlich gefährlich mit unseren Standardsituation", betonte auch Schnorrenberg nach der Partie beim MSV: "Es wäre schön, wenn wir das auch in den letzten Spielen so beibehalten können."

Kaiserslautern? Da war doch was!

Angesichts von 61 Treffern aus 36 Partien läuft es in der Offensive aber sowieso rund bei den Saalestädtern. Vielmehr drückt der Schuh in der Defensive. Satte 63 Gegentreffer fingen sich die Hallenser im Laufe dieser Saison bereits. Auch in den letzten fünf Partien musste HFC-Schlussmann Kai Eisele stets hinter sich greifen und kassierte insgesamt zehn Treffer. Mit Kaiserslautern ist am Mittwoch zu allem Überfluss eine Mannschaft zu Gast, die sich zuletzt gegen Uerdingen (4:0) oder Viktoria Köln (3:0) in bester Torlaune zeigte.

Apropos Kaiserslautern. Mit den "Roten Teufeln" haben die Saalestädter sowieso noch eine Rechnung offen. Schließlich markierte die 0:1-Niederlage im Hinspiel auf dem Betzenberg den Startschuss für eine beispiellose Talfahrt von 13 sieglosen Spielen in Folge, welche zwischenzeitlich den Absturz auf einen Abstiegsplatz zur Folge hatte. Ein Erfolgserlebnis gegen die Pfälzer, gleichbedeutend mit dem sicheren Verbleib in der 3. Liga, wäre wohl mehr als nur ein versöhnlicher Abschluss für eine verkorkste Spielzeit 2019/20.

Landgraf gelbgesperrt – Mai kehrt zurück

Verzichten muss Schnorrenberg definitiv auf Niklas Landgraf, der sich am vergangenen Spieltag seine fünfte Gelbe Karte einhandelte. Möglich, dass für ihn Jannis Vollert auf die Position des Linksverteidigers rückt. Mai, der nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung steht, könnte dann gemeinsam mit Syhre die Innenverteidigung bilden. Mit Ausnahme der Langzeitverletzten Björn Jopek, Nick Galle, Patrick Göbel und Tobias Schilk kann Schnorrenberg aber aus dem Vollen schöpfen.

HFC hat es selbst in der Hand

Das wird auch vonnöten sein. Denn treten die von Boris Schommers trainierten Pfälzer ähnlich angriffslustig wie zuletzt auf, könnte es für die Hallenser noch einmal richtig ungemütlich werden. Ein "Endspiel" gegen den Aufstiegsaspiranten aus Würzburg am letzten Spieltag will man in der Händelstadt in jedem Fall vermeiden. Letztlich hat es der HFC selbst in der Hand, den Sack zuzumachen. Ob Schnorrenberg bis dahin ruhende Bälle trainieren lässt, ist nicht überliefert. Ein paar gute Standardsituationen könnten aber auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt des HFC beseitigen.

jsc

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Spieler des Chemnitzer FC liegt nach dem Spiel auf dem Rasen.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 01. Juli 2020 | 22:05 Uhr

12 Kommentare

matze0762 vor 7 Tagen

Danke und das gleiche für euch. Vielleicht machen beide den Sack heute zu. Ich wünsche euch max. Erfolg, denn ein "Endspiel" gegen Münster muss nun wirklich nicht sein. Rot/weiße Grüße aus Halle

Gerd Mueller vor 7 Tagen

Verl machte ja beide Tore und hat sich trotz 13. Minuten Nachspielzeit 3. Liga verdient. Es dauert noch bis Traditionsverein Lok Leipzig das Salzburger Konstrukt ablösen darf.

SLKrotundweiss vor 7 Tagen

Gegessen ist da noch garnix das wird richtig ,richtig schwer sowohl für uns als auch für die blau weiße Konkurrenz
Auf dem Papier haben wir die nase etwas vorn in Sachen klassenerhalt aber ich könnte wetten final entscheidet es sich wirklich erst Sonnabend nach abpfiff wer es geschafft hat und wer nicht ...ganz erlich ich will mir eine rl saison trotz vieler toller derbys nicht vorstellen...um gottes willen nicht
Ich drücke auch zwicke und md die Daumen ihr müsst auch unbedingt die klasse halten sonst wäre es nicht mehr das selbe in liga3
Mit verl kommt ja nun wieder das nächste "super interessante team" in die liga die keiner braucht
Also Daumen drücken und einmal mehr solidarisch denken
RWG aus SBK

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