Fußball | 3. Liga Teamcheck Hallescher FC: Meyer muss es richten

21. Spieltag

Nach einem enttäuschenden Hinrunden-Endspurt, der diese Bezeichnung nicht verdient, findet sich der HFC bedrohlich nahe an den Abstiegsrängen wieder. Der notwendige Trainerwechsel brachte Liga-Neuling André Meyer vom Berliner AK zu den Saalestädtern - er soll das Team vor dem freien Fall in die Regionalliga bewahren und das Saisonziel Klassenerhalt umsetzen.

Soll das Ruder herumreisen: André Meyer sitzt seit Ende Dezember auf der Trainerbank des HFC.
Soll das Ruder herumreisen: André Meyer sitzt seit Ende Dezember auf der Trainerbank des HFC. Bildrechte: IMAGO / Zink

So lief die Hinrunde: Stark begonnen, stark nachgelassen

Der gute Hinrundenauftakt mit zehn Punkten aus fünf Partien flachte mit Verlauf der Saison zunehmend ab. Seit Ende Oktober wartet der HFC mittlerweile auf einen Liga-Sieg, holte aus den letzten sechs Partien nur einen mageren Punkt. Dazu schoss die bis dato recht treffsichere Offensivabteilung der Hallenser in diesen sechs Spielen nur vier Treffer. Konstant wacklig unterwegs ist außerdem die Abwehr des HFC: Mit 33 Gegentoren aus 20 Partien hat man die viertschlechteste Defensive der Liga. Bitteres Zwischenergebnis zur Winterpause: Platz 14 in der Tabelle und mit 22 Punkten ist man gerade einmal drei Punkte von einem Abstiegsrang entfernt.

Der Trainer: André Meyer

Nachdem Florian Schnorrenberg kurz vor Weihnachten aufgrund anhaltender Erfolgslosigkeit seine Entlassung ereilte, musste der Verein sich über die Festtage mit der Suche nach einem neuen Hauptübungsleiter beschäftigen. Das Ergebnis: Seit Ende Dezember sitzt André Meyer im Trainersessel der Hallenser. Der 38-jährige gilt als Wunschkandidat von Sportdirektor Ralf Minge und wurde mit einem Vertrag bis Juni 2023 vom Regionalligisten Berliner AK nach Halle gelotst.

André Meyer 1 min
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Meyer coachte bisher noch nie in der dritten Liga. An der Seitenlinie trat er zuvor als Co-Trainer unter seinem Bruder Daniel bei Erzgebirge Aue auf, bevor er selbst einen Cheftrainerposten beim FSV Union Fürstenwalde übernahm. Seinen letzten Verein, den Berliner AK, hinterlässt Meyer auf einem respektablen dritten Rang in der Regionalliga Nordost. Meyer gilt als umgängliche Person, die einen mutigen und offensiven Spielstil predigt, der den Gegner unter Druck setzt, aber auch eigene Fehler verzeihen soll. Dass der gebürtige Hallenser nun die Mannschaft seiner Heimatstadt über den Platz kommandieren darf, könnte Meyer die gewisse Extra-Motivation liefern.

Wer kommt, wer geht?

Die bisher einzige Neuverpflichtung diesen Winter betraf den Trainer und der kam ohne Wunschzettel zu seinem neuen Arbeitgeber. Auf einigen Baustellen sollte der HFC dennoch über Verstärkung nachdenken. Zwar ist die Offensive mit den Torjägern Michael Eberwein (11) und Terrence Boyd (7) noch gut besetzt. Ausfallen sollte aber besser keiner der beiden, denn Ersatz-Stürmer Justin Eilers hat seine Form im HFC-Dress bisher noch nicht gefunden. Dahinter wird der Kader zunehmend dünner, auch aufgrund vieler Verletzungen. Gerade die Ausfälle von zentralen Spielern, wie Tom Zimmerschied, Jan Löhmannsröben oder Aaron Herzog muss das Team perspektivisch kompensieren können, sollten sich diese nicht rechtzeitig fit zurückmelden.

Sören Reddemann (Hallscher FC)
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Zuletzt erfreuten sich die Hallenser noch an einer weiteren, wichtigen Personalie, auch wenn es sich dabei um keinen Neuzugang handelt. Verteidiger Sören Reddemann verlängerte bis 2024 in der Saalestadt. Der 25-Jährige verpasste nach einem Wadenbeinbruch am zweiten Spieltag gegen Türkgücü die restliche Hinrunde und hoffte, gegen selbigen Verein erstmals wieder im Kader zu stehen und sein Team zu unterstützen. Dann aber kam die Absage der Partie.

Erwartungen an die Rückrunde

Der Hallesche FC muss in dieser Rückrunde viele Feuer löschen. Mit Spannung wird zu beobachten sein, inwieweit es dem neuen Trainer gelingt, die zuletzt sehr verunsicherte Mannschaft zu stabilisieren. Die ersten Testspiele liefen den Erwartungen entsprechend durchwachsen: Zwei Mal testete man gegen Zweitligisten, zwei Mal ging man als Verlierer aus der Partie. Jedoch sollte man weder das 0:1 gegen Erzgebirge Aue, noch das 1:5 trotz eigener Führung gegen den 1. FC Nürnberg in dieser Phase des Umbruchs überinterpretieren.

Ausgerechnet zum Auftakt nach der Winterpause geht es direkt in ein heißes Kellerduell gegen den Tabellensechszehnten Türkgücü München - direkt im Anschluss trifft man auf die aufstiegsambitionierten Braunschweiger. "Das Team hat Freude im Training, trägt die offensivere Denkweise mit. Die Jungs haben Bock", freut sich der Trainer dennoch über den Zustand seiner Mannschaft mit Blick auf die kommenden Herausforderungen. Dass Meyer, der mit dem Team eigentlich gerne einen Aufbruch einleiten möchte, nicht wirklich Zeit für tiefergehende Veränderungen bleibt, macht die Situation für den HFC dennoch sehr kniffelig.

Jonas Nietfeld 1 min
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1 min

Jonas Nietfeld war voll des Lobes für André Meyer. Der neue Trainer verfolgt einen klaren Plan und setzt auf Ballbesitzfußball, meinte der HFC-Kapitän.

So 02.01.2022 17:53Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-interview-jonas-nietfeld-zu-andre-meyer100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. Januar 2022 | 16:00 Uhr

2 Kommentare

AufmerksamerBeobachter vor 6 Tagen

Beim HFC wiederholt sich seit Jahren Vieles. Wenn das so weitergeht, muesste in wenigen Wochen doch ein Feuerwehrmann wieder das Schlimmste verhindern.

Maza vor 6 Tagen

A....backen zusammen kneifen, kratzen und beißen!! Wenn das klappt, kommen auch wieder Erfolge und spielerische Elemente zurück!!
Am Besten, gleich gegen ÜÜÜ damit anfangen.