Fußball | 3. Liga "Ambitionierte" Bedingungen: Viel zu tun für FSV Zwickau in Sachen Lizenz

Nach dem Halleschen FC und Carl Zeiss Jena hat nun auch der FSV Zwickau den Lizenzbescheid des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die kommende Drittligasaison erhalten - allerdings haben die Westsachsen ihre Spielberechtigung noch nicht bekommen. Der Verein muss neben Auflagen unter anderem bis zum 29. Mai noch Bedingungen erfüllen und braucht dafür vor allem den Nachweis neuer liquider Mittel. Dies soll insbesondere durch noch abzuschließende Sponsorenverträge gelingen.

"Noch nicht am Ende dieses schwierigen Prozesses"

"Die letzten Wochen waren sehr intensiv. Wir haben hart daran gearbeitet, die Weichen für eine positive Zukunft zu stellen, sind allerdings noch nicht am Ende dieses sicherlich schwierigen Prozesses", gab FSV-Geschäftsführer Christian Breiner offen zu, bedankte sich gleichsam aber auch bei allen Vereinsmitarbeitern, "denen ich in den letzten Wochen einiges abverlangt habe."

"Ich bin zuversichtlich, die vom DFB gestellten Bedingungen mit der Unterstützung des starken Umfelds des FSV Zwickau fristgerecht erfüllen zu können, auch wenn dies mit großen Herausforderungen verbunden ist", wird Vorstandssprecher Tobias Leege in einer offiziellen Klubmitteilung zitiert.

Drittliga-Lizenz: Wer hat sie, wer wartet noch?

Jubel beim Hallescher FC vor dem Fanblock
HFC - Lizenz ohne Bedingungen Es läuft nicht nur sportlich für den Halleschen FC: Als Vierter sind die Aufstiegschancen in die 2. Bundesliga noch vollkommen intakt. Aber auch wenn es nicht mit dem erhofften Sprung ins Fußball-Unterhaus klappen sollte, sind die Hallenser auf der sicheren Seite. Den auch finanziell ist alles in Ordnung, sodass der HFC die Lizenz als eines der ersten Teams erhalten hat - völlig ohne Bedingungen. Bildrechte: imago images / Hartmut Bösener
Jubel beim Hallescher FC vor dem Fanblock
HFC - Lizenz ohne Bedingungen Es läuft nicht nur sportlich für den Halleschen FC: Als Vierter sind die Aufstiegschancen in die 2. Bundesliga noch vollkommen intakt. Aber auch wenn es nicht mit dem erhofften Sprung ins Fußball-Unterhaus klappen sollte, sind die Hallenser auf der sicheren Seite. Den auch finanziell ist alles in Ordnung, sodass der HFC die Lizenz als eines der ersten Teams erhalten hat - völlig ohne Bedingungen. Bildrechte: imago images / Hartmut Bösener
Rene Eckardt 9 (FC Carl Zeiss Jena) im Gespräch mit Geschäftsführer Chris Förster und Präsident Klaus Berka.
Carl Zeiss Jena - Lizenz mit Bedingungen Bei Carl Zeiss Jena hat Geschäftsführer Chris Förster (mi.) noch jede Menge zu tun. Sportlich ist der Kampf gegen die Rückkehr in die Viertklassigkeit in vollem Gange. Auch organisatorisch muss ebenfalls nachgelegt werden. Wie die "Ostthüringer Zeitung" berichtet, steht eine "schwierige Aufgabe" (Förster) vor dem FCC. Hierbei soll es auch um die Deckung einer Finanzlücke gehen. Springt wieder einmal Investor Roland Duchatelet ein, um den Verein vorm finanziellen Kollaps zu retten? Bildrechte: imago/Jacob Schröter
Die Zwickauer feiern den Heimsieg nach Spielschluß.
Zusammenstehen ist das Motto beim FSV Zwickau: Die Lizenz wurde nur unter Auflagen und Bedingungen erteilt. Diese bis Ende Mai zu erfüllen, bedeutet einmal mehr einen organisatorischen und finanziellen Kraftaufwand für die Westsachsen. Zudem prüft der FSV-Vorstand eine Beschwerde gegen die "ambitionierten" Lizenzbedingungen des DFB, um diese noch etwas korrigieren zu können. Bildrechte: imago images / Picture Point
Tor für Rostock, v.l.: Merveille Biankadi (17, Rostock) und Cebio Soukou (7, Rostock) bejubeln den Treffer zum 1:0.
Hansa Rostock - Lizenz mit Auflagen Ebenfalls im ersten Anlauf, dafür aber mit kleinen Auflagen, hat der F.C. Hansa Rostock einen positiven Bescheid bekommen. Die Auflagen seien laut Vereinsangaben lediglich "rein formelle Vorgaben wie die Übermittlung des Jahresabschlusses zum 31. Oktober 2019." Bildrechte: imago images / Picture Point LE
Cheftrainer Claus-Dieter (Pele) Wollitz (Energie Cottbus, r.) diskutiert
Lizenz mit Bedingungen Rede- und Handlungsbedarf besteht bei Energie Cottbus. Die Lausitzer haben bis Ende Mai Zeit bestimmte Bedingungen zu erfüllen, um die Lizenz zu erhalten. "Die vom DFB verlangten Nachweise habe der Verein so erwartet und sei darauf vorbereitet", so Geschäftsführer Karsten Sachs gegenüber der "Lausitzer Rundschau". Bildrechte: imago images / Steffen Beyer
Trainer Andre Schubert (Eintracht Braunschweig)
Eintracht Braunschweig - Lizenz mit Bedingungen Nach einem katastrophalen Saisonstart hat André Schubert bei Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig übernommen. Das Team steckt aber noch mittendrin im Abstiegskampf. Die Lizenz für die dritte Liga gab es unter Auflagen, die der Verein "so erwartet" hatte. Nach dem Abstieg aus der zweiten Liga wird der Klub in diesem Jahr einen Millionen-Verlust machen. Da noch immer der Absturzes in die Viertklassigkeit droht, wurden auch Unterlagen beim Norddeutschen Fußball-Verband für die Regionalliga Nord eingereicht. Bildrechte: imago
Timmy Thiele jubelt
1. FC Kaiserslautern - Lizenz mit Auflagen und Bedingungen Auch der zweite Absteiger aus dem Unterhaus hat schon Post vom DFB erhalten. Der 1. FC Kaiserslautern erhält die Lizenz unter Auflagen und Bedingungen, die die "Roten Teufel" bis Ende Mai erfüllen müssen. Die Bedingungen treffen laut Geschäftsführer Michael Klatt "die Erwartungshaltung der Geschäftsführung", die Umsetzung, bei der der Verein die "Unterstützung von Mitgliedern, Fans, Sponsoren und Investoren" benötige, sei dennoch "ambitioniert". Bildrechte: IMAGO
Maskottchen KALLE VOM DALLE (FC Würzburger Kickers) jubelt
Würzburger Kickers - Lizent mit Auflagen Ein positiver Bescheid ist auch schon bei den Würzburger Kickers ins Haus geflattert. Maskottchen Kalle vom Dalle und der Rest des Vereins können sich also schon auf eine weitere Spielzeit in der 3. Liga einstellen. Die Lizenz gab es unter Auflagen. Als Tabellen-Sechster stehen die Franken derzeit jenseits von Gut und Böse. Bildrechte: imago images / foto2press
Eröffnungszeremonie Start der 3.Liga
Rest der 3. Liga - keine Infos Der Großteil der aktuellen Teilnehmer aus der 3. Liga haben aber noch nichts gehört in Sachen Lizensierung. Bildrechte: imago/Hübner
Tor für Chemnitz, Torjubel nach dem Treffer zum 0:1 durch Torschütze Dejan Bozic
Regionalliga Nordost Einen eher verhaltenen Aufstiegsjubel gab es am vergangenen Wochenende beim Chemnitzer FC. Theoretisch sind die "Himmelblauen" aufgestiegen, aber besonders das Thema Insolvenz könnte nun zum Stimmungskiller werden. Denn finanziell geht der sich in der Insolvenz befindliche Club am Stock. Eingereicht wurden die Lizenzunterlagen natürlich trotzdem, eine Antwort aus Frankfurt ist aber noch offen. Bildrechte: PICTURE POINT / K. Dölitzsch
Die Waldhöfer Spieler feiern vor dem Gästeblock beim Spiel in der Regionalliga Südwest.
Regionalliga Südwest Jubeln darf man auch in der Südweststaffel bei Waldhof Mannheim. Nach drei aufeinanderfolgenden in der Relegation geplatzten Aufstiegsversuchen sind die Badener endlich in der 3. Liga angekommen, denn in diesem Jahr hat der Südwesten einen direkten Aufstiegsplatz und der SVW ist nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Bei der Lizenz müssen die Blau-Schwarzen aber auch ein paar Hausaufgaben erfüllen. Zwar gab es bereits eine Lizenz, jedoch unter Auflagen und Bedingungen. Welche genau das sind, wollte der Verein aber nicht kommentieren. Bildrechte: imago images / masterpress
Viktoria Köln - Franz Wunderlich und Franz-Josef Wernze
Regionalliga West Bei Viktoria Köln haben die Verantwortlichen um Sportvorstand Franz Wunderlich (li.) gut lachen. Sie stehen an der Spitze der Tabelle. Ebenso wie Verfolger Rot-Weiß Oberhausen (drei Zähler zurück) sowie die Zweitvertretungen von Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach wurde die Lizenz beantragt. Eine positive Rückmeldung steht noch aus. Gerade bei Oberhausen wird diese wohl nicht ohne Bedingungen ausfallen. Wie die "WAZ" schreibt, musste RWO eine Millionen-Bürgschaft für die Lizenz auftreiben. Bildrechte: imago images / Herbert Bucco
Enttäuscht schauende Spieler des VfB Eichstädt nach dem Schlusspfiff
Regionalliga Bayern In Bayern überrascht der VfB Eichstätt, der punktgleich mit der Zweitvertretung des FC Bayern an der Tabellenspitze steht. Aufsteigen können (und wollen) die Oberbayern aber trotzdem nicht - denn sie haben keine Lizenz für die 3. Liga beantragt, da es "sowohl wirtschaftlich als auch technisch-organisatorisch nicht machbar" wäre. Damit stehen dem Aufstieg des FCB II - der aufgrund der Wirtschaftlichkeit des Bundesliga-Teams in der Lizensierung nichts zu befürchten haben - nach der Meisterschaft nur noch zwei Spiele im Weg. Denn der ... Bildrechte: imago/foto2press
VfL-Fans Wolfsburg im Lupo Stadion
Regionalliga Nord ... Meister der Bayernstaffel trifft in den Aufstiegsspielen auf den Nord-Vertreter. Stand jetzt wäre das der VfL Wolfburg II. Die "Wölfe" führen ihre Liga mit vier Punkten Vorsprung vor dem VfL Lübeck an. Auch Kicker aus der Marzipanstadt haben eine Lizenz beantragt, aber noch keine weiteren Informationen erhalten. Bildrechte: imago images / regios24
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Vorstand prüft Beschwerde gegen "ambitionierte" Lizenzbedingungen des DFB

Zwar sei der Verband den Zwickauer Planansätzen "weitgehend gefolgt" und der Umfang der gestellten Bedingungen treffe auch die Erwartungshaltung des Vorstandes, hieß es, allerdings prüfen die Verantwortlichen gegenwärtig, ob sie dagegen Beschwerde einlegen werden, um die "ambitionierten Bedingungen des DFB" noch korrigieren zu können.

Weder "der sportliche noch der wirtschaftliche Klassenerhalt" seien ein Selbstläufer. Man werde bis Saisonende kämpfen müssen", sagte Tobias Leege, verwies aber zudem auf die Chance, "in die erste Runde des DFB-Pokals zu kommen, was den Nachweis weiterer finanzieller Mittel möglich macht." Der FSV war in der vergangenen Woche in das Finale des sächsischen Landespokals eingezogen und trifft dort entweder auf den Chemnitzer FC oder den 1. FC Lok Leipzig. In der laufenden Drittliga-Spielzeit steht die Mannschaft von Cheftrainer Joe Enochs fünf Spieltage vor Schluss auf Rang elf mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Lion Lauberbach und Ronny König
Sportlich ist der FSV auf dem besten Wege zum Klassenerhalt in der 3. Liga und steht zudem im Sachsenpokalfinale. Hier bejubel Lion Lauberbach und Ronny König den jüngsten Siegtreffer in Unterhaching. Bildrechte: imago images/foto2press

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red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. April 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 15:34 Uhr

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16 Kommentare

20.04.2019 13:28 Oberplanitzer 16

Ein Bayernfan sollte sich nicht um Probleme von Drittligisten kümmern. Er versteht sie ohnehin nicht.

20.04.2019 12:56 zwigger 15

Andere dürfen 100 Mill Schulden oder Darlehen an häufen da passiert nix und hier sprechen wir von Peanuts im vergleich
Was für eine verrückte Welt

20.04.2019 12:21 Bayernfan 14

zu 9 Ich meine, dass der Arbeitsplatz von Herrn Simon sehr eng mit dem Stadion verknüpft sein wird.
zu 7 Da kann ich nicht einfach nicht nachvollziehen, warum man nicht vorhandene 600.000,-€ ausgibt und dann hofft, dass andere die Zeche bezahlen. Ich vermute, dass diese Aktion dem FSV das Genick bricht.

19.04.2019 17:37 Sachsenring 13

Könnte die Stadt den FSV fördern und keine Stadionmiete verlangen?

19.04.2019 12:37 Fußball Fan 12

@Zett

Stimme ihnen voll zu.
Es ist verboten, weil es extrem gefährlich ist und zu schweren Verbrennungen führen kann, wenn so viele Leute auf einen Fleck stehen. Wenn was passiert, ist das Geschrei groß Herr Fsvler.
Und nicht den Ultras gehört der Club, allen die dort hingehen. Sie scheinen es ja zu haben. Dann können sie ja immer die Rechnung bezahlen von denen. Aber ihren Namen habe ich noch nicht gelesen.

19.04.2019 12:00 Zett 11

@ FSVler: Mein Beitrag ist bestimmt nicht das falsche Thema. Im Gegenteil, durch die verbotene Pyro wird der FSV jedesmal zu einer Geldstrafe verurteilt, Geld was der FSV bestimmt nicht zu viel hat. Und dann wenn du dich mal im E5 Block umschaust, dann wirst du feststellen, dass dort unter anderem Kinder und ältere Personen sind. Ist bestimmt den Eintrittsgeldern geschuldet. Jeder hat das Recht, seinen Platz selbst zu wählen. Am Samstag lautstarke Stimmung und Daumen drücken bei bestem Wetter. Hoffentlich kommen mal paar Leute mehr, damit Kohle in die klamme Kasse kommt.

19.04.2019 09:27 Sachsenring 10

400 000 € zahlt der FSV Zwickau Stadionmiete.
Könnte die Stadt diesen Beitrag nicht erlassen?
Das wären etwa 4 € pro Einwohner im Stadthaushalt weniger und somit eine feine Sportförderung.

18.04.2019 23:38 Heiko 9

zu 3. Bayernfan..
Was möchten Sie uns damit sagen?
Stadion kann der Herr Simon gern begutachten, nur isses blöd das dass Stadion der GGZ gehört und nicht dem FSV Zwickau.

18.04.2019 22:13 FSVler 8

@5 wird bei uns leider immer so sein. Aber wir schaffen das. In Liga 3 haben außer Halle bis jetzt alle auflagen bekommen und bei uns wie jedes Jahr laufen Sponsoren vertrage aus und müssen neu unterschrieben werden und das ist wohl das meiste Geld was da strittig ist.

18.04.2019 22:11 FSVler 7

@ 2 und 3 Das hier in Zwickau kann man nicht mit Chemnitz vergleichen. In Zwickau will man weder aufsteigen noch holt man sich Spieler die zu teuer sind. Wir sind eine klein Stadt die auch kein Millionär in der Hinterhand hat, wir erarbeiten uns das alles selber und drehen den Euro 2 mal herum. Und wie schon oft geschrieben bevor man Insolvenz geht steigt man eher selber ab, da man das Risiko nicht ein gehen möchte das unser Verein aufgelöst werden muss.

@ 4 a falsches Thema b stimmt doch der E5 (B-Block) gehört den Fanclubs zuerst und da muss man mit so was rechnen, ist zum großen teil mit andern Fanclubs abgestimmt und mit den Verein auch. Und wenn es stört kann man wo anders hingehen. Soll jetzt wieder keine Diskussion um Pro oder Contra von Pyro werden oder ob man im Etat 10 oder 20000 einplanen muss, kann oder sollte und ob man das ausnutzen muss, es ging den Ultras um den Grund Einstellung. Als keine Stimmung war, zum Gladbach spiel haben auch alle gekotzt.

Ansetzungen und Tabelle

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Tobias Leege, Vorstandssprecher FSV Zwickau 10 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erleichterung in Zwickau: Fußball-Drittligist FSV hat die Finanzlücke von 670.000 Euro am Mittwoch schließen können. Alexander Küpper sprach mit FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege. Hier gibt es das komplette Interview.

MDR FERNSEHEN Mi 23.01.2019 19:30Uhr 10:16 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/fsv-zwickau-loest-finanzprobleme-das-ganze-interview-mit-vorstandssprecher-tobias-leege-100.html

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