Fußball Scheitert die Rettung von Rot-Weiß Erfurt auf der Zielgeraden?

Während die Oberliga-Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt vor der Rückkehr in die Regionalliga Nordost steht, rückt eine Beendigung des Insolvenzverfahrens in weite Ferne. Die Gläubigerversammlung lehnte einen Vergleich ab.

RWE Vereinsfahnen mit Logo
Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Die Gläubigerversammlung von Rot-Weiß Erfurt hat dem Insolvenzverwalter Volker Reinhardt einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht und Vergleiche in Höhe von 844.000 Euro abgelehnt. Reinhardt wollte mit diesem Geld eigentlich noch in dieser Woche den Insolvenzplan beim Amtsgericht in Erfurt einreichen. Das wäre ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Beendigung des Insolvenzverfahrens gewesen. "Die Einreichung des Insolvenzplans ist jetzt erstmal in weite Ferne gerückt", zeigte sich der Insolvenzverwalter nach der Gläubigerversammlung (09.05.2022) enttäuscht.

Reinhardt will Beschwerde einlegen

Einer der anwesenden Gläubiger-Vertreter begründen die Ablehnung mit mangelnder Transparenz. So sei nicht klar geworden, wie das eingenommene Geld genau hätte verwendet werden sollte, sagte der Anwalt, der namentlich nicht genannt werden will. Angeblich wurde auch bemängelt, dass die Vergleichssumme in einigen Fällen "auffallend niedrig" gewesen sei. So hätte eine Krankenkasse nur knapp über 20 Prozent der ursprünglichen Summe zahlen sollen, wo hingegen bei früheren Vergleichen der Anteil mehr als doppelt so hoch lag.

Manche Gläubiger fordern nun die Einrichtung eines Gläubiger-Ausschusses. Reinhardt dagegen will angeblich gegen das heutige Abstimmungsergebnis Beschwerde einlegen. Was das für den Ausgang des Insolvenzverfahrens bedeutet, ist noch unklar. Wahrscheinlich ist nun, dass das Insolvenzverfahren nicht wie geplant bis zum 30. Juni beendet werden kann. In den nächsten Tagen will der Insolvenzverwalter das Gespräch mit der Vereinsspitze von RWE suchen.

Aufstieg wäre nicht in Gefahr

Rein sportlich könnte der unangefochtene Oberliga-Spitzenreiter ja schon an diesem Wochenende den Aufstieg in die Regionalliga perfekt machen. Die Verzögerungen beim Insolvenzverfahren betreffen die sportliche Seite nicht direkt, der Aufstieg wäre also erstmal nicht in Gefahr. Aber natürlich leidet die Planungssicherheit, denn theoretisch kann das Insolvenzverfahren immer noch scheitern. Dann würde der FC Rot-Weiß Erfurt aus dem Vereinsregister gelöscht und die Spielbetriebs GmbH würde das Spielrecht verlieren.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 09. Mai 2022 | 17:45 Uhr

38 Kommentare

NR EINS vor 2 Wochen

Wenn man so hört, wer die Gläubiger sind, die dem Vergleich nicht zustimmen, oh je, zig Millionen für allen Blödsinn übrig haben, einfach so schäbig das Verhalten! Hr Reinhardt und auch der Verein soll doch mal Roß und Reiter nennen, die gg eine einvernehmliche Einigung sind !

Rocky vor 2 Wochen

Sich zum Insolvenzverwalter stellen und gegen die Gläubiger, die teils auch wieder aktuell Sponsor sind und andere die es sicher gerne wieder werden wollen, halte ich für absolut fahrlässig. Vor allem wenn es um die Existenz des Vereins geht. Alle wissen wie viel Mist der Herr Reinhardt gebaut hat, dass er gegen Herrn Gerber wegen der ersten Einlage verloren hat und trotzdem wird ihm die Stange gehalten. Entweder haben Sie alle massiv Angst vorm Reinhardt oder etwas anderes. Aber 4 Jahre lang lassen wir uns nun von dem alles diktieren, mehrheitlich nicht zum Wohl des Vereins und der Gläubiger. Es reicht. Es geht um den Verein, unseren Verein.

Sportlich kriegen wir die Kurve, nur dieser Mann kriegt es immer noch nicht hin, baut eine Insolvenz in der Insolvenz. Und die Führung stellt sich hinter ihn. Absolut unverständlich.

Paule 007 vor 2 Wochen

Selten so gelacht...
Die Zeissige werden den Tag noch verfluchen wo Romario Hajrulla beim RWE
unterschrieben hat...
Das beweist doch das die Westsachsen von Fußball NULL AHNUNG haben, wie kann man so eine Perle ziehen lassen, der schenkt Euch ein paar Dinger ein, darauf könnt Ihr einen lassen...