Trainer Miroslav Jagatic.
Trainer Miroslav Jagatic. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Fußball | Oberliga Jagatic: "Wir wollen Wiedergutmachung"

Am Sonntag (14 Uhr, live im Stream auf sport-im-osten.de) steht das Spitzenspiel in der NOFV-Oberliga Süd zwischen Chemie Leipzig und dem FSV Luckenwalde an. Die Leutzscher haben vier Spieltage vor Schluss vier Punkte Vorsprung auf ihren ärgsten Konkurrenten um den Regionalliga-Aufstieg. Im SpiO-Interview erklärt Chemie-Coach Miroslav Jagatic, was für eine Partie er erwartet, welchen Lehren er aus dem Hinspiel zieht und was er in Myanmar erlebt hat.

Trainer Miroslav Jagatic.
Trainer Miroslav Jagatic. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Herr Jagatic, was für eine Partie erwarten Sie am Sonntag?

Es wird eine hart umkämpfte Partie, sehr taktisch geprägt. Ich glaube nicht, dass von Anfang mit offenem Visier gespielt wird. Erst ab einer gewissen Zeit, wenn absehbar ist, in welche Richtung es geht.

Das Spiel ist das erste Oberliga-Match von Chemie in dieser Saison, das der MDR im Livestream zeigt, zudem das erste unter Ihrer Ägide. Macht das einen Unterschied für Sie?

Das ist eine ganz tolle Sache, dass der Verein interessant ist für solch eine Übertragung. Aber ganz ehrlich: Darüber mache ich mir im Vorfeld keine Gedanken. Wir haben ein Ziel vor Augen: Wir wollen das Spiel gewinnen und aufsteigen.

Bei einem Sieg hätte die BSG schon sieben Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Luckenwalde. Wäre das eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf?

Ein ganz klares Nein. Wir haben noch ein Hammer-Restprogramm. Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung, aber keiner sollte denken, dass damit schon alles perfekt ist.

Sie sprechen das Restprogramm an. Nach dem Spiel gegen Luckenwalde müssen Sie noch gegen den Dritten aus Eilenburg und den Vierten Inter Leipzig antreten. Da sollten Sie am Sonntag schon punkten, oder?

Vollkommen richtig. Wir wollen bis zum Saisonende mit einer klaren Disziplin arbeiten und erst nach unserem letzten Spiel am 9. Juni können wir dann durchpusten. Bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Im Hinspiel ging Chemie noch mit 0:5 unter. Sie waren damals noch nicht Trainer bei Chemie, aber haben bestimmt ihre Konsequenzen daraus gezogen.

Ich habe mir natürlich die Videos angeguckt und Luckenwalde beobachtet. Dieses Ergebnis sitzt tief und dementsprechend geht es mir bei dem Spiel nicht nur um die Meisterschaft in der Oberliga. Wir wollen Wiedergutmachung und das Ding wieder geraderücken. Darauf ist die Mannschaft heiß.

Trainer Dietmar Demuth (Chemie)
Am 9. Januar wurde Dietmar Demuth (Foto) bei Chemie von Jagatic als Cheftrainer beerbt (Archiv). Bildrechte: PICTURE POINT

Seit Ihrem Amtsantritt zu Jahresbeginn läuft es in Leutzsch. Sie haben einen Punkteschnitt von 2,56 und noch keine Partie verloren. Was machen Sie anders als ihr Vorgänger Dietmar Demuth?

Ich weiß nicht, was Trainer Demuth gemacht hat. Im Endeffekt hat der Mann auch seine Erfolge mit Chemie eingefahren. Dann kam eine Phase, wo es nicht so lief und der Verein dann eingriff. Ich habe andere Impulse reingebracht, die gefruchtet haben. Wir haben eine klare Philosophie, wie wir spielen wollen.

Und wie sieht die aus?

Wir wollen normalerweise nichts dem Zufall überlassen. Wir wissen, dass wir Fußball spielen können. Nicht grundlos den Ball wegschlagen, sondern einen sauberen Aufbau haben. Wir wollen versuchen, uns den Gegner auch auf eine gewisse Art zurechtlegen. Mal klappt das, mal stehen Mannschaften tiefer, da musst du dir andere Sachen ausdenken.

Haben Sie sich schon in Leipzig eingelebt? Zuvor waren Sie fast ausnahmslos im Berliner Raum als Spieler und Trainer aktiv, zuletzt bei der VSG Altglienicke.

Ich fühle mich pudelwohl hier. Die Sachsen akzeptieren sogar meinen Berliner Dialekt und auch die Spieler haben da viel Verständnis (lacht).

Fans sehen die Live-Übertragung des letzten Fußballspiels zwischen Myanmar und Thailand während der 28. Südostasiatischen (SEA) -Spiele in Singapur, in Rangun, Myanmar, am 15. Juni 2015.
Von 2016 bis 2017 arbeitete Jagatic als Co-Trainer der myanmarischen Nationalmannschaft. Hier sehen Fans in Myanmar die Übertragung des Länderspiels gegen Thailand. Bildrechte: imago/Xinhua

Einzig ihre Aktivität als Co-Trainer der Nationalmannschaft von Myanmar sticht bei Ihren vorherigen Stationen heraus.

Das war natürlich eine Riesenerfahrung. Nach zwölf Jahren haben wir mal wieder das Halbfinale im AFF-Cup erreicht, mit ausverkauftem Haus vor 60.000 Zuschauern. Dazu die Spiele gegen Thailand. Aber natürlich kein Vergleich zu Europa. In Myanmar habe ich noch mehr gelernt, mit den kleinen Dingen zufrieden zu sein.

Bisher waren Sie nie länger als anderthalb Jahre bei einem Verein als Trainer. Könnten Sie sich vorstellen bei Chemie nun länger zu bleiben?

Absolut. Ich kann mir auch vorstellen, irgendwann mal nach Leipzig zu ziehen und hier heimisch zu werden - erst recht bei Chemie. Ich freue mich hier einfach jeden Tag. Die Fans am Wochenende mit ihren Choreos, das ist für mich Fußball, darum bin ich Trainer geworden.

Die Fragen stellte Christian Dittmar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. Mai 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2019, 15:34 Uhr

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28 Kommentare

11.05.2019 11:31 BSGAY 28

ich tippe 0:2
viel Glück blau/gelbes Luckenwalde
Becker macht seine 2 Buden minimum.
Furchtbares Grün/Graues Sternburg-Publikum
Furza

11.05.2019 11:27 K. 27

Bleibt dort wo ihr seid!
Luckenwalde ist definitiv sympathischer.Es wäre schön, wenn ein Auswärtssieg gelingt.

10.05.2019 23:28 Chemie Fans Holzhausen 26

Holzhausen ist grün-weiß.
Chemie-wir lieben dich!!!
Wir sehen uns Samstag im AKS.
Amore;;)))

10.05.2019 13:52 Eisern Union 25

Forza Chemie.
Ihr gehört in die Regionalliga, mindestens.
Sympathischer Verein, Oldschool Stadion,
fanatische Fans, fast wie Union;;)).
Köpenick drückt euch die Daumen.

10.05.2019 10:31 Tradition 24

Ich finde ja ebenfalls, dass man ausschliesslich Zuschauerzahlen dazu nehmen sollte, welche ueber die Ligenzugehoerigkeiten bestimmen. Und bei aehnlichen Zahlen kann man ja dann immernoch sportlich entscheiden.

10.05.2019 10:16 Chemieschwein 23

Rien ne va plus - Nichts geht mehr. Das Spiel gegen Luckenwalde ist restlos ausverkauft! Wir freuen uns auf 4.999 Zuschauer.

09.05.2019 21:56 Chemiker 22

@Linde Sicher bist du kein Luckenwalder .. Und selbst wenn , währen wir noch erster und haben mit diesem einem Spieltag soviele Zuschauer wie dieser Dorfclub in der ganzen Saison hatte ... Die wollen aufsteigen und keinen interessierts ....

09.05.2019 18:47 Deutschlandfahne 21

Auf geht's Eintracht Frankfurt
BSGE

09.05.2019 15:52 Linde64 20

0:5

Diesmal wäre schon ein 0:3 ein Erfolg !
Auf geht’s Luckenwalde...

08.05.2019 20:53 Blühende Landschaften 19

Die Freude ist riesig auf das Topspiel,wieder mal ein Höhepunkt in Leutzsch. Hoffentlich können bald mehr als 5000 Loite in den AKS ,also auf geht's Chemie kämpfen und siegen.