Fußball | NOFV Oberliga Süd Rot-Weiß Erfurt verliert Gemeinnützigkeit

Als hätte der insolvente Fußball-Oberligist Rot-Weiß Erfurt nicht schon genug Probleme: Nun hat der Verein auch noch die Gemeinnützigkeit verloren. Offenbar wegen großer Schlafmützigkeit.

Steigerwaldstadion in Erfurt
Symbolbild für die Finanzsituation von Rot-Weiß Erfurt: Dunkle Wolken über dem Steigerwaldstadion. Bildrechte: imago images/opokupix

Die dunklen Wolken über Rot-Weiß Erfurt verziehen sich einfach nicht. Nun wurde dem Verein durch das Finanzamt Erfurt die Gemeinnützigkeit entzogen. Das teilte der Oberligist am Donnerstag (25.02.2021) auf seiner Website mit.

"Steuerliche Pflichten des Insolvenzverwalters"

Der Grund für den Entzug liegt nach Angaben des RWE-Präsidiums in einem Versäumnis von Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. So sei die Steuererklärung für das Jahr 2018 nicht abgegeben und die Nachweise der Gemeinnützigkeit für das Jahr 2017 nur unvollständig erbracht wurden. "Diese Nachricht hat die Präsidiumsmitglieder völlig überrascht", heißt es in der Mitteilung des Vereins: "Ist man doch davon ausgegangen, dass der Insolvenzverwalter Volker Reinhardt seinen steuerlichen Pflichten, die nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens auch für Zeiträume vor der Insolvenz durch ihn zu erfüllen sind, nachkommt."

Spenden als Haupt-Einnahmequelle

Das Problem für Rot-Weiß Erfurt, das im vergangenen Jahr die Insolvenz anmelden musste: Der Verein ist auf Spenden angewiesen und hat diese Zahlungen als wichtigste Einnahmequelle im Finanzplan vermerkt. Ohne Gemeinnützigkeit kann RWE zwar weiterhin Spenden einnehmen, dafür aber keine Spendenquittungen ausstellen, die die Spender steuerlich geltend machen können.

Diskussionen um Gemeinnützigkeit bereits 2020

Die Gemeinnützigkeit von Rot-Weiß Erfurt war bereits im vergangenen Jahr vom Finanzamt überprüft worden. Damals hatte Insolvenzverwalter Reinhardt den ehemaligen Präsidenten Rolf Rombach für finanzielle Unregelmäßigkeiten mitverantwortlich gemacht.

Dirk Hofmeister / pm

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Februar 2021 | 16:00 Uhr

13 Kommentare

oldie68 vor 33 Wochen

Weil die Chemiker diesen Weg gehen mussten sollten alle diesen Weg gehen ?
Dies wurde schon von Chemnitz und jetzt von Erfurt verlangt ! Es gibt bestimmt Vorbilder aber nicht aus Leutzsch!

Peter Mueller vor 33 Wochen

Beim Dichtmachen bin ich bei Ihnen. Ein Neuanfang lohnt in Erfurt aber nicht mehr. Die Zeiten der großen Fußballklubs aus kleinen Städten sind vorbei. Es sei denn, es gibt einen millionenschweren Mäzen. Der ist hier aber nicht Sicht.

Peter Mueller vor 33 Wochen

Der IV war nicht gut, aber RWE hätte auch mit einem Besseren keine Zukunft gehabt. Erfurt ist zu unbedeutend und wirtschaftsschwach, um eine Bundesligamannschaft unterhalten zu können. Die Lichter werden ausgehen, das wird immer deutlicher. Dass Spenden an den Verein nicht mehr abgesetzt werden können, ist der nächste Sargnagel.