Fußball | Europa League Zauberfuß Angelino erlöst RB Leipzig

Halbfinal-Hinspiel

Wenig Tempo, kaum Ideen - doch ein später Jubel: RB Leipzig greift dank Matchwinner Angelino nach dem Hauptpreis der Europa League. Der Vizemeister gewann das Halbfinal-Hinspiel gegen den schottischen Meister Glasgow Rangers mühevoll mit 1:0 und ist dem Endspiel in Sevilla einen wichtigen Schritt nähergekommen. Der Spanier erlöste RBL nach einem insgesamt enttäuschenden Auftritt.

v. l. Ryan Kent (Glasgow Rangers), Angelino (RB Leipzig)
Angelino zieht ab. Neben ihm Rangers-Spieler Ryan Kent. Bildrechte: IMAGO / Matthias Koch

Die Mitspieler bedankten sich einzeln auf dem Rasen beim Traumtorschützen, die Fans stimmten auf den Rängen Jubelgesänge an. Nach einem finalreifen Geniestreich von Angelino darf RB Leipzig vom ersten Europapokal-Endspiel der Clubgeschichte träumen. In der 85. Minute zog der Spanier aus 20 Metern ab und bescherte den dominanten, aber lange Zeit ideenlosen Gastgebern gegen die Glasgow Rangers im Halbfinal-Hinspiel der Europa League einen 1:0 (0:0)-Sieg.

Zauberfuß Angelino übte sich danach in Bescheidenheit: "Ich habe schon bessere Tore geschossen", sagte er trocken. Doch womöglich zählt der Volley aus der Distanz zu den wichtigeren Toren in der Karriere des 25-Jährigen. Denn damit hat Leipzig vor dem Rückspiel in einer Woche im legendären Ibrox-Stadion die Nase knapp vorn.

Mintzlaff: "Stehen mit einem halben Bein im Endspiel" 

Es sei sicher kein überragendes Spiel von RB gewesen, sagte RLB-Vorstandsboss Oliver Mintzlaff bei RTL+. Sie stünden aber mit einem "halben Bein" im Endspiel. "Wir haben sicher einen kleinen Vorsprung, wenn es nächste Woche nach Glasgow geht." Das favorisierte Team von Trainer Domenico Tedesco tat sich vor 40 303 Zuschauern in der Red Bull Arena lange Zeit äußerst schwer gegen die Schotten. "Wer im Halbfinale steht, der hat es verdient. Das ist keine Laufkundschaft“, betonte Mintzlaff und blickte voraus: Sie müssten für das Rückspiel am Donnerstag kommender Woche die Lehren ziehen.

Rangers verteidigen -  RBL übt Querpässe

Gut 7.000 Rangers-Fans hatten ihre Mannschaft nach Leipzig begleitet, in der Innenstadt dominierten den ganzen Donnerstag über die Farben weiß, blau und rot. Die Gesänge der beiden Fanlager waren dann auch das, was den neutralen Zuschauer in der ersten Halbzeit wach hielt. Die Rangers verteidigten ihren Strafraum mit acht Profis, Leipzig übte bei über 70 Prozent Ballbesitz fleißig Querpässe - was dem Spiel zunächst ein enormes Einschlafpotenzial verlieh.

Dabei hatte der gesperrte und schmerzlich vermisste Spielmacher Kevin Kampl vor dem Anpfiff noch etwas ganz anderes vorgegeben. "Das eine oder andere Tor schießen, um die Tür schon möglichst weit aufzumachen", sagte der 31-Jährige am Stadionmikrofon. Im ersten Abschnitt brachte RBL jedoch nur drei Fast-Chancen durch Christopher Nkunku (17.), Konrad Laimer (18.) und Angelino (31.) zustande. Tedesco nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche und eilte mit wenig begeistertem Gesichtsausdruck in die Kabine.

Er reagierte jedoch nicht umgehend und ließ seine beiden nominellen Stürmer André Silva und Yussuf Poulsen vorerst auf der Bank. Der 36-Jährige sah auch gleich die bis dahin beste Chance des Spiels - für Glasgow. Der Schuss von Ryan Kent (49.) ging jedoch am hinteren Pfosten vorbei. Die Leipziger Antwort war ein satter Schuss von Nkunku ( 53. ), der allerdings nicht platziert genug war.

Angelino nimmt Maß und trifft

Allerdings blieb RasenBallsport in der Spielanlage immer noch zu harmlos und zukompliziert. Tedesco applaudierte seinen Spielern immer wieder, munterte sie auf. Die Zuschauer waren nicht ganz so geduldig, nach 65 Minuten gab es erste Pfiffe. Dann hatte Nkunku (71.) die Führung auf dem Fuß, Rangers-Keeper Allan McGregor war bereits umkurvt, doch der Franzose drosch den Ball aus zehn Metern drüber. Nun reagierte Tedesco, brachte Silva und Emil Forsberg ( 72. ) für Dominik Szoboszlai und Dani Olmo. Das so wichtige und ersehnte Tor aber erzielte ein anderer - und wie!

red/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 29. April 2022 | 19:30 Uhr

10 Kommentare

nasowasaberauch vor 14 Wochen

Ideenlose Passorgie gegen tiefstehenden Gegner. Ungenaue Pässe über 10 m bei dem sich der Angespielte bei der Ballannahme fast noch eine Zerrung holt. Ein genaus Anspiel auf Nkunku in die Spitze mit der Cance zum Abschluss ist zu wenig. Im Stadion war es relativ leise und Pfiffe waren zu hören, aber mit dieser Art Fußball kann der Funke auch nicht auf die Ränge überspringen.

Quentin aus Mondragies vor 14 Wochen

Ja, war Krampf. Aber auch sowas muss man erstmal gewinnen. Grüße nach Fürth. Erinnerte mich an Bayern gegen Villareal.

nasowasaberauch vor 14 Wochen

Stimmt, aber ich denke wir haben das gleiche Spiel gesehen, ich natürlich nicht durch die Fanbrille.