Fußball | Champions League Dramaqueen RB Leipzig macht Achtelfinale klar

Gruppe G - 5. Spieltag

Pleite in letzter Sekunde verhindert, den Einzug ins Achtelfinale der Champions League vorzeitig perfekt gemacht: RB Leipzig hat mit dem 2:2 (0:1) am Mittwochabend gegen Benfica Lissabon ein kleines Drama abgeliefert. Mit positivem Ende.

von Sven Kups (Leipzig)

Drei Spieler von RB Leipzig rennen jubelnd über das Spielfeld.
Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Bis zur vorletzten Minute hatte RB Leipzig mit 0:2 zurückgelegen, es roch im ehemaligen Zentralstadion nach einer Niederlage. Denn dem Team von Julian Nagelsmann fehlte bei allem Anrennen entweder Glück oder Geschick. Doch in der letzten Minute der regulären Spielzeit holte der eingewechselte Patrik Schick einen Foulelfmeter heraus. Diesen konnte man zwar geben, er war aber auch nicht so klar war wie die Situation in der 36. Minute, als Christopher Nkunku folgenlos umgestoßen worden war. Emil Forsberg jedenfalls verwandelte den Strafstoß und machte in der Nachspielzeit dann auch noch per Kopf das umjubelte 2:2 nach Vorarbeit von Timo Werner.

Zunächst schlägt Benfica zu

Dass die Gäste 2:0 in Führung gelegen hatten, war eine Frage der Effizienz: Lissabon nutzte gleich die erste Chance zur Führung. Leipzigs Dominanz bis dahin war hingegen brotlos. Danach wurden gegen die dichte und konzentriert arbeitende Benfica-Defensive wenigstens Großchancen herausgespielt. Aber Nkunku schoss aus 10 Metern nur den Keeper an (24.), der etwas später dann bei Marcel Sabitzers Schuss auch noch eine Glanzparade zeigte (36.).

RB reißt Benfica aus den Träumen

Nach der Pause erhöhte Benfica nach einem Fehlpass von Dayot Upamecano und einem Ausrutscher von Lukas Klostermann auf 2:0. Dabei knockte Torschütze Carlos Vinicius auch noch Torwart Peter Gulacsi aus, der ausgewechselt werden musste. Um sich von diesem Doppelschlag zu erholen, brauchte RB sehr lange. Eine ganze Weile lief nichts mehr zusammen.

Tor für Leipzig, Emil Forsberg (10, RB Leipzig) trifft zum 2:2.
Emil Forsberg trifft zum 2:2. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Erst mit der Einwechslung von Schick wurde Leipzig wieder gefährlicher. In der Schlussphase vergab dann Benfica gute Chancen, wurde aber letztlich von Dramaqueen RB Leipzig aus den Träumen gerissen.

Die Stimmen zum Spiel:

Bruno Lage (Lissabon): "Wir wussten, dass wir schwer unter Druck geraten würden. Nach dem ersten Tor haben wir die Kontrolle etwas verloren. Trotzdem konnten wir den Gegner dazu zwingen, uns Räume zu bieten. Mit mehr Ballbesitz hätten wir noch ein Tor schießen können. Beim letzten Gegentor war der Schütze zu frei im Strafraum. Das ist schwer zu akzeptieren. So haben wir den Sieg hergeschenkt. Trotzdem haben wir ein gutes Spiel abgeliefert. Aber wir haben schon im Hinspiel Punkte verschenkt."

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Ich bin glücklich und stolz auf die Jungs. Das ist ein historisches Kapitel für diesen noch jungen Klub. Emil Forsberg hatte gestern ja gesagt, was das Achtelfinale für ihn bedeuten würde. Dass er dafür geboren ist, hat er heute mit zwei Toren bewiesen. Ich bin stolz, dass die Jungs nach dem Spielverlauf, der an Lyon erinnert hat, trotzdem an sich geglaubt haben. So ein 8:0 gegen Mainz ist natürlich etwas Schönes. Aber nachhaltiger für die intrinsische Motivation und für Erinnerungsmomente bleibt wahrscheinlich schon so ein Spiel wie heute."

RB Leipzig gegen Benfica Lissabon in Bildern

Blick ins gut besuchte Stadion vor dem Anpriff.
RB Leipzig kann gegen Benfica Lissabon den Einzug in die K.o.-Phase der Champions League perfekt machen. Bildrechte: MDR/Sven Kups
Blick ins gut besuchte Stadion vor dem Anpriff.
RB Leipzig kann gegen Benfica Lissabon den Einzug in die K.o.-Phase der Champions League perfekt machen. Bildrechte: MDR/Sven Kups
Adel Taarabt (49, Benfica) und Marcello Saracchi (3, RB Leipzig).
Rein ins Spiel: Adel Taarabt (Benfica) und Marcello Saracchi (RB Leipzig) im Duell. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Tor für Benfica. Carlos Vinicius (95, Benfica) trifft zum 0:2.
Auch in der zweiten Halbzeit sieht es nicht gut aus für RB. Carlos Vinicius trifft zum 0:2. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Tor für Leipzig. Emil Forsberg verwandelt gegen Torwart Odysseas Vlachodimos (99, Benfica) einen Elfmeter zum 1:2 Anschluss.
Doch dann die 90. Minute. Elfmeter für RB Leipzig. Emil Forsberg tritt an und verwandelt. Es wird noch einmal spannend. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Anzeigetafel mit dem Endresultat.
2:2 heißt es in einem am Ende packenden Fußballspiel. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Trainer Julian Nagelsmann, RB Leipzig
Cheftrainer Julian Nagelsmann
beordert Dayot Upamecano, der zuletzt wegen einer Knöchelprellung pausierte, in die Anfangself.
Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Benfica zum 0:1. Pizzi (2.v.r., 21, Benfica) trifft gegen Torwart Peter Gulacsi (1, RB Leipzig).
RB hat den Ball, Benfica macht das Tor: Pizzi erzielt das 0:1. Gulacsi kann dem Ball nur hinterherschauen. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Tor für Lissabon, Spieler von Benfica jubeln nach dem Treffer zum 0:1.
Benfica jubelt - und RB steht unter Schock. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Im Bild v.l.: Diego Demme (31, RB Leipzig) und Dayot Upamecano (5, RB Leipzig) vor Adel Taarabt (49, Benfica).
Nach dem Rückstand versucht sich RB ins Spiel zurückzukämpfen: Diego Demme und Dayot Upamecano vor Adel Taarabt. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Der Ball im Netz von Torwart Odysseas Vlachodimos (99, Benfica). Der Treffer wird wegen Abseitsstellung nicht gewertet.
Der Ball im Netz von Benfica-Torwart Odysseas Vlachodimos. Doch der Treffer wird wegen Abseitsstellung nicht gewertet. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Im Bild v.l.: Carlos Vinicius (95, Benfica) und Lukas Klostermann (16, RB Leipzig).
Laufduell zwischen Carlos Vinicius (Benfica) und Lukas Klostermann (RB Leipzig). Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Torwart von RB Leipzig wird ausgewechselt.
Zudem muss Leipzigs Torwart Peter Gulacsi ausgewechselt werden. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Leipzig, Emil Forsberg (10, RB Leipzig) trifft zum 2:2.
Tatsächlich: Wieder ist Forsberg zur Stelle, köpft ein zum 2:2. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Tor für Leipzig v.l.: Emil Forsberg (10, RB Leipzig) und Timo Werner (11, RB Leipzig) jubeln nach dem Treffer zum 2:2.
Emil Forsberg und Timo Werner jubeln nach dem Treffer zum 2:2. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Drei Spieler von RB Leipzig rennen jubelnd über das Spielfeld.
RB schafft doch noch den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale. Was für ein Drama! Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 28. November 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2019, 14:21 Uhr

29 Kommentare

MikeZ vor 7 Wochen

Zwigger1 , was für ein dümmlicher Kommentar , die Nachspielzeit 9 min war eher zu wenig. Die Behandlungpausen der Torhüter dauerten schon fast 10 min.
Die Stimmung im Stadion fand ich jetzt bis zum 1 : 2 nicht so doll , wir spielen CL , einigen scheint nicht klar zu sein was das für Leipzig bedeutet , für mich ist da jeder Spieltag ein Feiertag.
Das geht aber schon im Fanblock los , da reisst sich der Capo und ein paar hundert Fans hinterm Tor den Arsch auf und der Rest macht ab und zu mal mit.
Da muss einfach mehr kommen auch wenns mal nicht so läuft.
Die letzten 10 min waren allerdings der Wahnsinn pur , da ist das Stadion fast explodiert.

Voice vor 7 Wochen

Lieber wicky67,

bei aller Fairness, wie wollen Sie beurteilen, wieviele Zuschauer im Stadion waren? Anhand von Fernsehbildern in der Zusammenfassung? Ist das Ihr Ernst? Dort sind die Oberränge und die Gegengerade wegen der Kameraposition gar nicht zu sehen. Schwierig, das zu beurteilen. Es waren über 38.000 Tickets im Heimbereich verkauft worden. Ich war selber im Stadion und es war gut gefüllt.
Nur mal am Rand, ein Freund war gestern in London zur EL. Dort sei es gähnend leer gewesen. Den Traditionsverein Eintracht Frankfurt wollte da offenbar niemand sehen. Wie kommt das bloß?

Beste Grüße aus der Messestadt!!

wicky 67 uncut vor 7 Wochen

Zwigger hat doch Recht. In der Zusammenfassung des Spiels habe ich auch jede Menge leerer Sitzschalen gesehen. Mehr als 33000 waren nie und nimmer im Stadion! Und was Sr Raul anbelangt, so hat Zwigger im Gegensatz zu Dir Parkwächter wenigstens noch ein paar Freunde!!!....