Fußball | Champions League Aus im Halbfinale - PSG zeigt Leipzig die Grenzen auf

Halbfinale

Der Traum vom großen Wurf ist beendet, RB Leipzigs "Missão Final" vorbei. Gegen ein im Vergleich zum Viertelfinale stark verbessertes Paris Saint-Germain war das Nagelsmann-Team nur zu Beginn der Halbzeiten ebenbürtig. Nach 90 Minuten endete das erste Champions-League-Halbfinale des 2009 gegründeten Klubs mit 0:3 (0:2).

Julian Nagelsmann 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

RB fängt stark an und lässt stark nach

In einer ausgeglichenen Anfangsphase hatte RB durch Christopher Nkunku den ersten Abschluss. RB versteckte sich nicht, doch Paris zeigte früh seine offensiven Stärken. Neymar, der teuerste Spieler der Welt, bediente nach acht Minuten Kylian Mbappé, der den Ball im Tor versenkte. Doch vorher war der Assistgeber mit der Hand am Ball. In der Folge verlagerte sich das Geschehen auf die Gegenseite, wo Nkunku und Marcel Sabitzer weitere Chancen liegenließen (9./11.). Nach drei Ecken am Stück bekam Paris einen Freistoß zugesprochen. Die Kugel kam zentral vors Tor, wo Marquinhos sie mit dem Kopf ins lange Eck weiterleitete - die Führung für PSG.

Jubel Marquinhos
Marquinhos jubelt nach dem 1:0. Bildrechte: imago images / Poolfoto

RB schüttelte sich kurz, brauchte aber ein paar Minuten, um wieder in seien Rhythmus zu kommen. Nach 25 Minuten vergab Kapitän Yussuf Poulsen einen Hochkaräter, als er nach Vorlage von Konrad Laimer aus sieben Metern knapp neben das Gehäuse setzte. Ab der 30. Minute zog Paris dann das Tempo an, spielte lange Passstafetten und ließ den Gegner laufen. Leipzig fand keinen Zugriff, das nächste Gegentor schien nur eine Frage der Zeit. Neymar setzte einen Freistoß an den Pfosten (35.), war kurz danach aber am zweiten Treffer der Franzosen beteiligt. Nach eine Abspielfehler von RB-Schlussmann Peter Gulacsi spielte Leandro Paredes einen schnellen Pass, der brasilianische Superstar legte mit der Hacke weiter und Angel Di Maria schob den Ball aus wenigen Metern zum 2:0 ein (42.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Neymar gar noch eine weitere starke Möglichkeit zum Erhöhen.

Tor füŸr Paris, Treffer zum 0:2 durch TorschŸütze Angel Di Mar’ia (re., 11, Paris), er setzt sich durch gegen Torwart Peter Gulacsi (1, RB Leipzig) und Dayot Upamecano (5, RB Leipzig).
Treffer zum 0:2 durch TorschŸütze Angel Di Mar’ia. Bildrechte: Sven Sonntag / PICTURE POINT / Pool

RB Leipzig gegen Paris Saint-Germain in Bildern

Trainer Julian Nagelsmann
Für RBL-Trainer Julian Nagelsmann stand mit dem Halbfinale gegen das Star-Ensemble von Paris Saint-Germain die bislang bedeutendste Partie auf internationaler Bühne an. Mit 33 Jahren ist er der jüngste Coach, der es seit Einführung der Champions League in die Vorschlussrunde geschafft hatte. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Trainer Thomas Tuchel (PSG) auf Krücken
Auch für PSG-Chefcoach Thomas Tuchel, der nach einem Mittelfußbruch noch Krücken benötigte, war es das erste Königsklassen-Halbfinale seiner Trainerkarriere. Bildrechte: imago images / Poolfoto
 Christopher Nkunku und Thilo Kehrer
Leipzig begann in den Anfangsminuten verheißungsvoll. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Leipzigs Nkunku mit einem Kopfball. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Torchance Neymar gegen Torwart Peter Gulacsi
PSG übernahm jedoch schnell das Kommando: Hier vergibt Neymar die Großchance zur Führung - nach seinem Schuss landete der Ball am Außenpfosten. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Kylian Mbappé im Duell gegen Konrad Laimer und Marcel Sabitzer
Kylian Mbappé im Duell gegen Konrad Laimer (r.) und Marcel Sabitzer (l). Die Offensiv-Abteilung der Franzosen bekamen die Leipziger bis zum Halbzeitpfiff immer weniger in den Griff. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann nach der Niederlage: "Der Gegner war schlichtweg besser, das muss man auch mal akzeptieren. Wir waren ganz gut drin, dann kriegen wir ein Standardgegentor. Danach ist das Spiel in eine Richtung gekippt, die nicht so förderlich für uns war. Die anderen beiden waren dann Geschenke. Aber das ist keine Kritik von mir. Wir wollen Fußball spielen, und dann passieren Fehler. Wir waren im Halbfinale, darauf können wir stolz sein. Trotzdem wären wir gerne noch den nächsten Schritt gegangen oder auch zwei." Bildrechte: Picture Point
Trainer Julian Nagelsmann
Für RBL-Trainer Julian Nagelsmann stand mit dem Halbfinale gegen das Star-Ensemble von Paris Saint-Germain die bislang bedeutendste Partie auf internationaler Bühne an. Mit 33 Jahren ist er der jüngste Coach, der es seit Einführung der Champions League in die Vorschlussrunde geschafft hatte. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Erwärmung vor dem Spiel v.l.: Neymar (10, Paris) und Kylian MbappŽ (7, Paris)
Tuchel konnte für seine Startelf erstmals wieder Kylian Mbappé einsetzen. Der PSG-Star (r.) sollte mit Neymar (l.) für die nötige Offensivpower sorgen. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Aufstellung der Mannschaften
RB begann mit Mukiele statt Halstenberg, der zuletzt etwas angeschlagen war. Emil Forsberg saß wieder nur auf der Bank, für ihn bekam Nkunku den Vorzug. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Marquinhos köpft das Tor zum 0:1
Die 13. Minute: Nach einem Freistoß der Pariser steigt Marquinhos am höchsten und verlängert die Kugel per Kopf ins lange Eck. Die Führung für den Favoriten war bis dahin absolut verdient. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Jubel Marquinhos
Während der Torschütze jubelt, können die RB-Kicker den frühen Rückstand nicht fassen. Bildrechte: imago images / Poolfoto
Tor füŸr Paris, Treffer zum 0:2 durch TorschŸütze Angel Di Mar’ia (re., 11, Paris), er setzt sich durch gegen Torwart Peter Gulacsi (1, RB Leipzig) und Dayot Upamecano (5, RB Leipzig).
Kurz vor der Pause schlug PSG erneut zu: in der 43. Minute war es Angel Di Mar’ia, der auf 2:0 erhöhte. RB-Keeper Peter Gulacsi und Dayot Upamecano (5) können nur zuschauen. Bildrechte: Sven Sonntag / PICTURE POINT / Pool
Thomas Tuchel
Nach der Halbzeit durfte sich Tuchel auch noch über einen dritten Treffer seiner Schützlinge freuen. Torschütze war der Ex-Bayern-Spieler Juan Bernat (56.). Bildrechte: Picture Point
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Nagelsmann pusht die Offensive

Nach der Pause brachte Julian Nagelsmann gleich zwei frische Offensivkräfte. Wie schon zu Beginn von Halbzeit eins hielt RB nun wieder gut dagegen, hatte auch mehr Ballbesitzt. Doch abgesehen von einem Fernschuss des eingewechselten Emil Forsberg fehlten einfach die wirklich zwingenden Möglichkeiten. Stattdessen zeigte PSG wie man es macht. Wieder sah die Defensive von RB nicht gut aus. Diesmal war Bernat der Nutznießer und köpfte zum 3:0 ein. Bitter für Leipzig: Mukiele wollte ein Foulspiel an sich gesehen haben, und bleib auf Höhe der Eckfahne liegen. Dabei hob er schließlich das Abseits auf.

Das Spiel war entschieden, auch weil Leipzig einfach keine richtige Torgefahr mehr entwickeln konnte. Paris stellte die Räume geschickt zu und war selbst immer wieder durch Konter gefährlich. Doch die Superstars Neymar (76.) und Mbappé (81.) verpassten weitere Treffer.

Kylian Mbappw im Duell gegen Konrad Laimer und Marcel Sabitzer
Kylian Mbappe stellt die RB-Defensive immer wieder vor Probleme. Bildrechte: imago images / Poolfoto

Das sagten die Trainer:

Thomas Tuchel (Paris): "Ich bin sehr erleichtert. Es ist unbeschreiblich, so etwas zu fühlen. Ich war furchtbar angespannt bis zur Nachspielzeit, dann erst habe ich es geglaubt. Auch wenn es schwer ist zu zeigen: Ich bin gerade k.o. Wir haben nicht nur Qualität gezeigt, sondern auch Hunger. Wir werden gerade dafür belohnt. Diese Mannschaft ist echt zusammengewachsen."

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Wir haben gar nicht so schlecht angefangen und waren ganz gut drin in der Partie. Im letzten Drittel haben wir etwas zu hektisch gespielt und dann in unserer besten Phase ein Standard-Gegentor bekommen. Da hat man schon gesehen, dass der Glaube so ein wenig verloren ging in der Situation. Das zweite Tor war dann unglücklich - mit einem Fehler in der Spieleröffnung. Das war ein ähnliches Geschenk wie das dritte. Das wird auf diesem Niveau natürlich extrem schnell bestraft. Wir wollen Fußball spielen, da passieren solche Fehler auch mal. In der zweiten Halbzeit haben wir das wieder gut gemacht und die ersten neun Minuten war der Ball nur in der Hälfte von Paris. Das Gegenpressing war ordentlich. Dann fällt aus dem Nichts das dritte Tor. Dann war es eigentlich nur noch ein Charakterthema, wie wir weitermachen. Das haben wir gut gelöst, auch wenn die Chance auf den Sieg weg war."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. August 2020 | 19:30 Uhr

39 Kommentare

MikeZ vor 9 Wochen

Lok : zu DDR Zeiten von Partei und Reichsbahn unterstützt und bevorzugt , Zwangsdeligierungen aus den BSG , nach der Wende die Farben und das Emblem gewechselt , nach der Insolvenz mehrere Aufstiege erkauft und jetzt wollen sie durch Fusion mit dem ehemaligen VFB auch noch einen Meisterstern aufs Trikot der schon fast 100 Jahre alt ist. Das nenn ich mal ehrliche Fussballtradition.

wicky 67 uncut vor 9 Wochen

Dafür sorgen, daß in Leipzig endlich wieder ehrliche Fußballtradition die Vorhand gewinnt, während RB in den moralischen Schatten gestellt deklassiert werden sollte!!! Und solche Möchtegernfans wie Dich braucht weltweit sowieso kein einziger Fußballverein!!! 😬👎🏻👎🏻👎🏻

Voice vor 9 Wochen

Witzig, Sie sagen, dass Sie genau wissen, dass man die Wettbewerbe nicht vergleichen kann, tun es aber dennoch. Was denn nun??? Scheinbar sind Sie eben nicht alt genug. Im Nachhinein dann die Leute anzublaffen, zeugt von wenig Selbstbewusstsein.

Beste Grüße aus der Messestadt!!