Jubel der Mannschaft
Bildrechte: imago images / GEPA pictures

Fußball | DFB-Pokal RB Leipzig zieht nach Verlängerung ins Pokal-Halbfinale ein

Viertelfinale

RB Leipzig ist erstmals ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Beim FC Augsburg gewannen die Sachsen am Dienstagabend allerdings mit Mühe 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. Das Siegtor erzielte Marcel Halstenberg kurz vor Schluss.

von Max Zeising, Matthias Löffler (Ticker) und Marcus Teichmann (Augsburg)

Jubel der Mannschaft
Bildrechte: imago images / GEPA pictures

RB-Trainer Ralf Rangnick tauschte im Vergleich zum 5:0-Kantersieg am Samstag gegen Hertha BSC Berlin auf vier Positionen: Konrad Laimer, Diego Demme, Marcel Sabitzer und Bruma spielten von Anfang an. Beim FCA standen mit Rani Khedira und Georg Teigl zwei Ex-Leipziger in der Startformation.

Leipzig startet gut und hat Chancen

Die Gäste begannen vor 25.263 Zuschauern in Augsburg besser, drückten den FCA in die eigene Hälfte und kamen auch zu Torchancen: Konaté köpfte einen Eckball drüber (10.), Bruma wurde nach Zuspiel von Timo Werner noch entscheidend von Rani Khedira gestört (14.), Yussuf Poulsen schlenzte aus 20 Metern vorbei (17.). Auf der anderen Seite entwickelten die Fuggerstädter zunächst - bis auf einen Schuss von Philipp Max (6.) in der Anfangsphase - nicht viel Gefahr, die wenigen Abschlüsse gingen vorbei oder landeten bei RB-Torhüter Peter Gulacsi.

Peter Gulacsi RB Leipzig
Peter Gulacsi musste mehrfach eingreifen. Bildrechte: IMAGO

RB lässt nach, Fehler auf beiden Seiten

Im Verlauf der ersten Halbzeit wurde das Spiel dann ausgeglichener, auch der FCA zeigte sich nun mehrfach vor dem Tor: Innerhalb weniger Augenblicke musste Gulacsi zweimal eingreifen, gegen Marco Richter aus Nahdistanz (24.) und bei einem Freistoß von Max (26.). Beide Seiten machten nun Fehler und luden den Gegner so zu Torchancen: Ein zu kurzer Rückpass von André Hahn landete bei Timo Werner, der FCA-Schlussmann Gregor Kobel umkurvte, aber die Situation schlecht ausspielte (30.). Dann wackelte die RB-Abwehr - Michael Gregoritsch prüfte Gulacsi (32.).

Von den Leipzigern kam in der Offensive nun nicht mehr viel. Gegen tief stehende Augsburger bekamen die Gäste kaum Tempo in die eigenen Aktionen. Bis zur Halbzeitpause vergaben Timo Werner (35.) und Kevin Kampl (43.) noch zwei weitere Gelegenheiten.

Augsburg kommt, Werner kontert zur RB-Führung

In der zweiten Halbzeit schaffte es RB dann zunächst noch weniger, Offensivaktionen zu kreieren. Die Augsburger sorgten für deutlich mehr Gefahr: Marco Richter stürmte allein auf das Tor zu und wurde zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen (57.), André Hahns Flanke fand keinen Abnehmer (58.). Wenig später musste Gulacsi bei einem Schuss von Richter aus spitzem Winkel eingreifen (72.). Der FCA hatte nun deutlich mehr Spielanteile - doch genau in diesem Moment konterten die Leipziger zur Führung: Nach Ballverlust der Augsburger in der Offensive passte der eingewechselte Amadou Haidara steil auf Timo Werner, der mit Tempo auf das Tor zustürmte und den Ball an Kobel vorbeilegte zum 0:1 (74.).

Timo Werner trifft zum 1:0.
Timo Werner trifft nach Konter zum 1:0. Bildrechte: IMAGO

Finnbogason in letzter Sekunde zum Ausgleich

Eine spannende Schlussphase begann, in der Augsburg fast postwendend der Ausgleich gelungen wäre, doch Gulacsi parierte einen Schuss von Khedira aus acht Metern glänzend (76.). Wenig später hat der RB-Schlussmann bei einem Kopfball von Ja-Cheol Koo keine Probleme (83.). Die Leipziger schienen den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten - ehe der FCA in letzter Sekunde zuschlug: Eine Flanke von Richter verwertete der eingewechselte Alfred Finnbogason aus kurzer Distanz zum 1:1 (90./+4) und brachte seine Mannschaft tatsächlich noch in die Verlängerung.

Spannende Verlängerung - Halstenberg erzielt Siegtreffer

In dieser sorgte Haidara wenige Sekunden nach Anpfiff für den ersten Warnschuss (91.). Auf der anderen Seite scheiterte Finnbogason aus Nahdistanz an Gulacsi (100.). Ansonsten verbesserte sich die Partie qualitativ nicht wirklich, blieb aber spannend und intensiv. In der zweiten Halbzeit der Verlängerung versuchten dann beide Teams, die Entscheidung zu erzwingen: Finnbogason fand erneut seinen Meister in Gulacsi (109.), Halstenberg zögerte zu lang (112.), Richter scheiterte per Fallrückzieher nur knapp (113.).

Kurz vor dem Ende dann die Entscheidung: Nach einem Freistoß ging Michael Gregoritsch im Strafraum mit der Hand an den Ball, Marcel Halstenberg verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:2 (120./+1) ins Tor. Die Leipziger jubelten spät, Augsburg zog am Ende trotz großartigen Kampfes den Kürzeren.

Tor zum 1:2 durch Marcel Halstenberg
Marcel Halstenberg trifft per Elfmeter zum Sieg. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Das sagten die Trainer

Ralf Rangnick (Leipzig): "Es war das erwartet schwere Spiel und der intensive Pokalfight. Ich hätte es mir gerne 30 Minuten kürzer gewünscht. Wenn man in der 94. Minute mit dem letzten Schuss den Ausgleich kassiert, war das für uns alle eine schwierige Situation. Der Schlüssel war letztlich, wie die Mannschaft mit dem Ausgleichstreffer umgegangen ist. Wir hatten mehr im Tank und mehr zuzusetzen. Wir haben das Tor ein Stück weit erzwungen. Es war für alle Beteiligten ein brutales Spiel. Bin stolz auf die Jungs. Chapeau."

Manuel Baum (Augsburg): "Wir sind extrem enttäuscht, ein sehr gutes Spiel von uns nicht erfolgreich zu Ende gebracht zu haben. In der 7. Minute hätte Leipzig schon eine Rote Karte sehen müssen, da wäre die Partie auch anders gelaufen. In der Verlängerung waren wir die bessere Mannschaft, von daher war die Niederlage unglücklich. Wir waren auch über das gesamte Spiel die bessere Mannschaft und hätten es verdient gehabt, weiterzukommen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 03. April 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. April 2019, 00:01 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

44 Kommentare

04.04.2019 20:33 Real 44

Alter Schwede der Radebeuler ist der einzige mit echt guten Fußball verstand. Bin so froh das es das noch gibt. Nur mal so, lieben alle Schiedsrichter die Roten Bullen???? Weiter so gut aufregen, Danke

04.04.2019 19:32 Voice 43

@Radebeuler
Passt natürlich super in Ihr "Weltbild", wenn angeblich alle Entscheidungen pro RB gefällt werden.
Da Sie RB nicht mögen - was ich übrigens niemandem übel nehme, wenn er vernünftig damit umgeht - passt das ja super. Deshalb aber gleich ne Verschwörungstheorie aufzumachen, dass das gekauft war, halte ich für reichlich übertrieben.

Ich bin weit davon entfernt, hier Jemanden zu beleidigen. Das gehört sich einfach nicht. Wuschi hin oder her. ich wurde hier mehrfach als der größte Klugsch****r bezeichnet. Meist sind das dann Leute, deren Postings in anderen Kommentarspalten schon wegen Beleidigung gesperrt wurden.

Lassen Sie uns alle zivilisiert miteinander umgehen. Egal, welche Farben wir bejubeln!

Beste Grüße aus der Messestadt!!

04.04.2019 18:06 zwigger 42

Vorschlag
Macht doch einfach Eure eigene Liga, mit Mannschaften die Euch genehm sind . Ohne Augsburg , Schalke oder wem auch immer, mit Schiedsrichtern und Kommentatoren die pro für das Projekt sind.
Denn der Respektgegen über anders denkenden ist Euch doch schon lang abhanden gekommen

04.04.2019 17:04 Radebeuler 41

@Voice, an dem Tag , an dem solche "Helden" wie jochen Fairness und Größe an den Tag legen, versuche ich es bei RB auch mal , bis dahin müssen Sie damit leben, dass das zurück kommt , was aus dem "Dunstkreis" der RBL-Fangemeinde kommt. Ich lass mich zum Bsp nicht gern als "Wuschi" bezeichnen, vor allem nicht von jemandem, der mich nicht kennt und nur , weil ich dem Brauseprojekt skeptisch gegenüber stehe.
Und zum Thema Schiri, a.) glaube ich kaum, dass auch nur 3% der Zuschauer und selbstverständlich auch aller Beteiligten daran geglaubt haben, dass Augsburg noch den Ausgleich schießt. Aber wenn ich mir das ganze Spiel über so vorkomme, als wenn alle kniffligen Entscheidungen( Ellenbogen/ Ball wegschlagen/ Fallsucht Haidara) pro RB gepfiffen werden, auf welche Antwort soll ich dann sonst kommen?

04.04.2019 15:49 RBLer 40

@33 Ossi: Was hast du für ein Problem mit blau und gelb? Darf ich jetzt keine blaue Hose mit gelbem Shirt mehr tragen? Und als leipziger Team passen doch die Stadtfarben sehr gut. Schließlich sind ja die Farben der einzigen Traditionsmannschaften in Leipzig nicht betroffen (VfB mit blau-weiss und Chemie mit grün-weiss).

04.04.2019 15:20 Voice 39

@Radebeuler
Da zeigt sich Ihre Fairness und Größe. Anderen Schlechtes wünschen... Sie sind ein echter Held!! Wann hat das ein Ende?

Unbstritten, dass Sabitzer hätte rot sehen müssen. Der MUSS vom Platz gestellt werden für den Ellbogencheck. Aber für eine mögliche Vorliebe des Unparteiischen für RB kann niemand was. Außerdem hinkt das Argument. Sollte Stieler vor gehabt haben für RB zu pfeifen, warum hat er nicht regulär pünktlich abgepfiffen, sondern noch den Einwurf zugelassen, der zum Ausgleich führte? Darauf wüsste ich gern Ihre Antwort. Das steht Ihrem Argument der Parteilichkeit nämlich eklatant entgegen.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

04.04.2019 13:13 Radebeuler 38

@Voice, ich glaube nicht, dass sich hier irgend jemand darüber echauffiert , dass das Getränkekombinat weiter ist, ich glaube eher, die Art und Weise wie es zustande gekommen ist, zeigt einem, dass der Videobeweis samt "Unparteiischen" eben davon abhängt, welche persönliche Vorliebe der einzelne in schwarz hat. Spätestens gestern beim Bayern-Spiel wäre noch so ne Nummer ohne rot selbst dem jochen aufgefallen, dass da keine objektive Beurteilung statt fand. Egal , ich hoffe , RB bestreitet das Finale in Berlin und verliert dort, am besten in der 124 sten Minute. :-) Die paar " Wuschis" würden schon feiern, nicht wahr @ jochen?

04.04.2019 12:43 Chili Palmer 37

@28: Wenn Geld die Ultima Ratio darstellt, hättest du für den ARD-Menschen eine alternative Umschreibung des Geschehenen parat?
Edit: Das mit dem nichts hinbekommen ist allerdings wirklich nur dein Duktus.

04.04.2019 12:33 Viel Rauch um nichts 36

@18 FastNeutraler: Die vielen jungen deutschen Kicker aus der Nachwuchsakademie?? Die Upamekanos, Konates und Cunhas? Und ich dachte immer, dass die alle für zweistellige Millionenbeträge aus aller Herren Länder gekauft wurden. Propaganda works best in Sachsen. Ohne Worte.

04.04.2019 09:45 jochen 35

An den Zwigger zu seinen K.-Nr 26 : Schön ,dass die Gaswerker nicht im Lostopf sind!!!
Faire,sportliche Grüsse aus Leipzig!

Ergebnisse und Ansetzungen