Fußball | DFB-Pokal Joker stechen: RB Leipzig zieht ins Pokal-Halbfinale ein

Viertelfinale

RB Leipzig hat sich ins Halbfinale des DFB-Pokals gekämpft. Der 2:0-(0:0)-Sieg am Mittwochabend gegen den VfL Wolfsburg war am Ende völlig verdient. Zugleich ist es aber auch ein klassisches "Was wäre wenn?"-Spiel. Denn Wolfsburg hatte echtes Pech am Elfmeterpunkt.

RB Leipzig - VfL Wolfsburg 2 min
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Die erste Halbzeit erinnerte an das Duell vor über sechs Wochen: RB begann stark, aber nach etwa 35 Minuten wurde Wolfsburg immer gefährlicher. Das Ganze halt nur ohne Tore. Denn bei den sehr guten Kopfballchancen von Christopher Nkunku (13.) und Justin Kluivert (19.) zeigte Wolfsburgs Keeper Koen Casteels seine ganze Klasse. Die größte Chance des ganzen Spiels hatte dann Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst, der nach einem Foul von Nkunku an Mbabu zum Elfmeter antreten durfte, am berühmten Punkt dann jedoch wegrutschte und vergab (27.). Ein Tor wollte einfach nicht fallen. War hier noch Pech im Spiel, hatte kurz vor der Pause Peter Gulacsi etwas gegen einen Torschrei und hielt gegen Renato Steffen (45.).

RB Leipzig - VfL Wolfsburg: Elfmeter Wout Weghorst verschossen
Ein Ausrutscher, der Wolfsburg vielleicht das Halbfinale gekostet hat. Bildrechte: Picture Point/S. Sonntag

Sörloth trifft nicht, aber entscheidet das Spiel

Der insgesamt ausgeglichenen ersten Hälfte folgte eine zweite Halbzeit, die den Leipzigern gehörte. Nkunku vergab wieder die erste Großchance (54.). In der 64.Minute war es dann endlich soweit: Yussuf Poulsen beendete nach einem Doppelpass mit dem kurz davor eingewechselten Alexander Sörloth die Torflaute der Partie. Bei seinem Schuss hatte allerdings Maxence Lacroix den Ball entscheidend abgefälscht. Danach attackierte Wolfsburg höher, mehr als ein Schuss ans Außennetz vom agilen Einwechsler Josip Brekalo (79.) sprang nicht heraus. Dafür klingelte es noch mal auf der anderen Seite: Hee-Chan Hwang machte nach einem Querpass von Sörloth und einem gehaltenen Schuss von Emil Forsberg den Deckel auf die Partie (88.). Ein Joker-Tor hoch drei - denn alle drei beteiligten Spieler waren Einwechsler.

Nordi Mukiele (22, RB Leipzig), Torschütze Hee Chan Hwang (11, RB Leipzig) und Amadou Haidara (8, RB Leipzig), Torjubel
Hwang kommt rein und macht den Deckel drauf. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Das sagten die Trainer

Oliver Glasner (Wolfsburg): "Zuerst mal Gratulation an Julian und RB Leipzig zum Aufstieg ins Pokal-Halbfinale. Wenn man die gesamten 90 Minuten sieht, dann war es ein verdienter Sieg. Wir hatten in den ersten 15 Minuten Probleme, auch mit der Grundordnung. Das haben wir dann aber inden Griff bekommen. Dann war es ein Spel auf Augenhöhe. Wobei wir mit dem Elfmeter und auch mit der Chance von Renato Steffen in Führung hätten gehen können oder vielleicht auch müssen. In der zweiten Halbzeit hatte Leipzig die klar besseren Torchancen. Da haben sie uns auch einmal blitzsauber ausgekontert. Aber ich kann meinen Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen. Ich bin stolz, wie sie gefightet haben. Es war ein rassiger Pokalfight mit einem verdienten Sieger RB Leipzig."

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Ich sehe es absolut identisch. Wir hatten einen sehr guten Start und müssen da mit zwei Kopfbällen in Führung gehen. Den ersten hält Koen Casteels Weltklasse, beim zweiten war es mehr das Nasenbein. Dann verlief es ähnlich wie beim Bundesliga-Spiel in Wolfsburg. Sie hatten mit dem Elfmeter und der Chance von Steffen zwei Riesendinger. Es hätte zur Pause auch 2:2 stehen können. In der zweiten Halbzeit haben wir es gut gemacht. Da gehen wir nach einer sehr guten Aktion von Alexander Sörloth in Führung. Ein Konter mit gutem Tempo. Und mit Glück, weil der Schuss abgefälscht war. Das zweite Tor war wichtig, um Druck wegzunehmen. Hwang habe ich vor seiner Einwechslung gesagt: 'Nicht nachdenken, schieß einfach ein Tor!' Er hat alles gemacht, was ich gesagt habe. Also top!"

Peter Gulacsi 2 min
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Mi 03.03.2021 23:51Uhr 02:08 min

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Julian Nagelsmann 2 min
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Mi 03.03.2021 23:32Uhr 01:46 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 04. März 2021 | 19:30 Uhr

43 Kommentare

Voice vor 20 Wochen

Das stimmt zwiggerchen
Erleben Sie ja gerade hautnah bei Ihrem Lieblingsverein. Ich weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber der Abstieg von Schlacke dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Ist das eigentlich Rekord, 5 Trainer in einer Saison zu verheizen?

Beste Grüße aus der Messestadt!!

SitBull vor 20 Wochen

....Eigentor in der VERLÄNGERUNG durch einen gewissen Willers, danach gab es einen Vertrag bei den....
Das ist doch das Wenigste was zu erwarten war. Also Bitte, wo sind wir den hier?

Bernd_wb vor 20 Wochen

@MDR etwas anderes. In der ARD Zusammenfassung des Spiels sprach der Kommentator davon dass es den letzten Gegentreffer in Leipzig gab (für den VfL). Da das Spiel in Wolfsburg stattfand wenig realistisch. Hier erwarte ich einfach bessere Vorbereitung