Fußball | DFB-Pokal Tapfere Jenaer scheiden gegen Bremen aus

1. Hauptrunde

Regionalligist Carl Zeiss Jena hat im DFB-Pokal die Überraschung gegen Werder Bremen verpasst. Nach großem Kampf schieden die Thüringer verdient aus.

Carl Zeiss Jena hat im DFB-Pokal die erwartete Erstrundenniederlage gegen Werder Bremen kassiert. Der Thüringer Regionallgiist unterlag am Samstagabend (12.09.2020) dem Bundesligisten 0:2 (0:0). Vor 1.600 Zuschauern erzielten Joshua Sargent (49.) und Tahith Chong (87.) die Tore für den Favoriten aus dem Norden.

Bremen von Beginn an druckvoll

Bremen, das in der abgelaufenen Bundesliga-Saison nur knapp dem Abstieg entging, nahm im Ernst-Abbe-Sportfeld von Beginn an seine Favoritenrolle an. Das Team von Coach Florian Kohfeldt ging mit viel Offensivpower in die Partie, in der Anfangsphase hatten die Norddeutschen teilweise mehr als 75 Prozent Ballbesitz. Jena verteidigte das 0:0 mit viel Leidenschaft und hoher Laufbereitschaft. Dennoch hätten die Thüringer zur Pause bereits hinten liegen können. Bei den besten Bremer Chancen rettete der Pfosten nach einem Schuss von Gebre Selassie (18.) und FCC-Keeper Sedlak nach einem Drehschuss von Selke (43.).

Torwart Lukas Sedlak (Jena) gegen Patrick Erras (Bremen)
FCC-Keeper Sedlak (Mitte) musste mehrfach Chancen entschärfen. Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

Werder-Führung nach Wiederanpfiff

Mit viel Wucht kam Bremen auch aus der Pause. Und wurde kurz nach Wiederanpfiff belohnt. Nach toller Flanke von Augustinsson köpfte Sargent zur Werder-Führung ein (49.). Bremen drückte nun auf das zweite Tor, das nach mehreren Abseitspositionen und weiteren Großchancen, u.a. einem Lattenschuss von Angreifer Davie Selke, dann aber erst nach einem Solo von Chong in der Schlussphase fiel (87.).

Tor für Bremen, Josh Sargent (19, Bremen) trifft zum 0:1
Sargent trifft zum 0:1. Bildrechte: Picture Point

Jena: Eckardt hat 1:1 auf dem Fuß

Jena, das verletzungsbedingt ohne nominellen Sturm auflaufen musste, beschränkte sich lange auf‘s Tore verhindern. Torchancen hatten die Thüringer dennoch. Bei der besten Möglichkeit hatte Kapitän Eckardt das 1:1 auf dem Fuß, scheiterte aber aus Nahdistanz an Bremen-Keeper Pavlenka (84.) Kurz vor dem Abpfiff konnte der im gesamten Spiel auffällige FCC-Angreifer Oesterhelweg ein Solo nicht krönen. Aus 18 Metern scheiterte auch der 30-Jährige an Bremens Keeper (90.). So blieb es beim 0:2 und dem letztlich verdienten Jenaer Ausscheiden.

Jenaer Fans
1.600 Zuschauer durften im Stadion dabei sein. Bildrechte: Picture Point

Das sagten die Trainer

Florian Kohfeldt (Bremen): "Es war wunderschön, vor Zuschauern zu spielen. Ich hoffe, das war ein erster Schritt, dass es langsam wieder mehr werden. Vielen Dank an alle, die da waren. Am Ende war es doch ein souveräner und hoch verdienter Sieg – dank der zweiten Halbzeit. Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden. Da haben wir zu wenig Tempo gehabt im Zwischenraum. Da haben wir Carl Zeiss erlaubt, uns gut zu pressen. Wir hatten zu wenig Boxaktionen. In der zweiten Halbzeit müssen wir dann über die Chancenverwertung reden –die muss klarer sein. Aber Jena hat uns auch einen großen Kampf geboten. Wir hatten zu keiner Zeit das Gefühl, dass wir locker lassen können. Eine schwere erste Runde - aber wir sind durch. Ohne, dass wir mit der Leistung komplett zufrieden sind."

Dirk Kunert (Jena): "Ich bin mit der Mannschaftsleistung zufrieden. Das Spiel gegen den Bundesligisten war eine tolle Erfahrung für uns alle. Ich fand, dass wir Paroli geboten haben, wie es im Bereich des Möglichen war. Wir haben ganz ordentlich gegen den Ball gearbeitet. Ich hätte mir schon gern mehr Fußball gewünscht. Mit der ersten Halbzeit bin ich ganz zufrieden. Da sind wir ganz gut ins Spiel gekommen, obwohl Werder tonangebend war. In  der zweiten Halbzeit war es schade, dass wir gleich das Ding bekommen. Wir haben alles probiert und hatten beim Stand von 1:0 sogar noch eine Chance. Wir haben uns teuer verkauft und haben geschnuppert – mehr aber leider auch nicht. In unserer Liga müssen wir dann schon auch noch besser Fußball spielen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 12. September 2020 | 21:45 Uhr

6 Kommentare

DDRler vor 5 Wochen

Grosser Kampf FCC....wenn die Hütte voll gewesen wäre ...ich glaube da wäre was drin gewesen....Konzentration auf die Meisterschaft und den Landespokal...diesen wiederzuholen muss das Ziel in dieser Saison sein...Konkurenz gibt's ja eigentlich nur in Form des ZFC Meuselwitz...auf geht's Jena ..Kämpfen und Siegen

4everost vor 5 Wochen

Mit Glück und der Hilfe des Schiris haben wir diese Runde überstanden.
Starkes Spiel der Jenaer. Hatten sich mindestens ein Tor verdient
Mit dieser Leistung in der Regionalliga weitermachen, dann spielen sie oben mit.

Lebenslang grün-weiss!

B.S.B. vor 5 Wochen

Schade,aber wenn du gegen einem,in der Spielanlage natürlich besseren,Bundesligisten weiterkommen
willst,muss alles passen.Du musst die Chancen nutzen,wovon Jena auch drei Große hatte,das Glück brauchst du im gesamten Spiel und der Schiedsrichter muss auch mehr Mut zeigen und dir gesonnen sein.Bei Letzterem ist in solchen Spielen oft zu beobachten,dass die Aktionen der Underdogs immer anders bewertet werden.So werden die ersten Fouls meistens gleich mit Gelb bestraft,was natürlich für die Fortführung des Spiels bei dem Betroffenen schon für ein weiteren Nachteil sorgt...
aber...o.k.,es war ein ansehnliches Spiel von Beiden, der FCC kommt langsam in die Spur....und Werder scheint die Fehler des letzten Jahres korrigieren zu wollen.Respekt an die dortigen sportliche Führung,dass sie am Trainer festgehalten haben.