Fußball | DFB-Pokal Überraschung verpasst: Magdeburg scheidet nach 2:0 noch gegen Darmstadt aus

1. Hauptrunde

Der FCM hat lange Zeit an der Pokalüberraschung geschnuppert - letztlich musste sich der Drittligist gegen Zweitligist Darmstadt aber doch noch in der Verlängerung geschlagen geben. Dabei führte der FCM nach 45 Minuten schon 2:0.

Christian Beck 2 min
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Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg hat die Pokal-Überraschung gegen Zweitligist SV Darmstadt verpasst. Nach 2:0-Führung unterlagen die Elbestädter in der 1. Runde noch 2:3 nach Verlängerung (2:0, 2:2). Damit schied der FCM bei seiner 15. DFB-Pokal-Teilnahme zum elften Mal in der ersten Runde aus. Zum sechsten Mal flog der FCM dabei nach einem Pokalspiel in Extralänge raus.

13.09.2020, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Fußball: DFB-Pokal, 1. FC Magdeburg - Darmstadt 98, 1. Runde in der MDCC-Arena. Magdeburgs Spieler jubeln nach dem 1:0 durch Magdeburgs Tobias Müller.
Jubel nach dem 1:0 durch Tobias Müller. Bildrechte: dpa

Müller und Beck bringen den FCM in Führung

Dabei konnten die nach einem Hygiene-Konzept zugelassenen 5.000 lautstark hörbaren FCM-Fans mit ihrem Verein lange Zeit auf die zweite Pokalrunde hoffen. Das Team von FCM-Coach Thomas Hoßmang beeindruckte den Gast aus Rheinhessen vor allem in der ersten Halbzeit. Der FCM störte das Aufbauspiel der "Lilien" früh, verteidigte sehr kompakt und zeigte eine hohe Laufbereitschaft. Nach zwei blitzschnellen Kontern führte der FCM nach 26 Minuten 2:0. Zuerst traf Tobias Müller per Kopf (14.), später erhöhte Christian Beck freistehend mit einem Flachschuss ins rechte untere Eck (26.).

v.l. Tobias Mueller Magdeburg, 5 schiesst Tor
Der Treffer zum 1:0 von Müller. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Torschütze Müller muss verletzt raus

Kurz nach dem 2:0 musste Hoßmang seiner Defensive bereits umstellen. Für Abwehrchef Müller ging es nach einem Zweikampf mit Marvin Mehlem nicht mehr weiter, er musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Einer ersten Diagnose zufolge zog sich der 26-Jährige eine Rippenprellung zu.

Darmstadt dreht Partie - 2:0 ein Kandidat für "Tor des Monats"

In der durchaus bissig geführten ersten Hälfte hatte Darmstadt noch große Probleme, eigene Chancen zu kreieren. Der Gast aus der 2. Liga war mit mehr als 65 Prozent Ballbesitz optisch zwar überlegen. Doch das Team von Neu-Coach Markus Anfang konnte mit dem Ballbesitz wenig anfangen. Immer wieder liefen sich die "Lilien" am Magdeburger Strafraum fest. Das änderte sich erst nach dem Wechsel. Nun suchte Darmstadt mehr und mehr die vertikalen Bälle in die Spitze - und war damit erfolgreich. Die drei Tore zum Sieg fielen alle nach dem gleichen Schema: Balleroberung im Mittelfeld, steiler Ball nach vorn und Torerfolg. So trafen Marvin Mehlem (53.) Tobias Kempe (66.) mit einem echten Knaller aus 22 Metern ins rechte obere Eck und der eingewechselte Mathias Honsak (100.) für Darmstadt und drehten die Partie.

Christian Beck  11 1. FCM, Fabian Holland  32 SV Darmstadt 98 waehrend der 1. Runde des DFB Pokals 2020-2021 zwischen 1. FC Magdeburg und SV Darmstadt 98
Enttäuschung bei Christian Beck (li.) nach dem Abpfiff. Bildrechte: imago images/Hartmut Bösener

Beck kurz vor Abpfiff an den Pfosten

Magdeburg musste mit zunehmender Spieldauer dem hohen Aufwand der ersten 45 Minuten Tribut zollen. Chancenlos war der FCM aber bis zuletzt nicht. Direkt nach dem Darmstädter 1:2-Anschluss hätte Beck auf 3:1 erhöhen können. Seinen Klasse-Kopfball parierte Darmstadts Keeper Carl Klaus aber mit einer Glanzparade (55.). Kurz vor dem Ende der Verlängerung scheiterte zunächst der eingewechselte Sirlord Conteh mit einem Drehschuss (111.). Dann traf Beck per Kopf nur den Pfosten (112.). Kurz darauf war die Partie vorbei. Magdeburg schied aus, wurde von den Zuschauern aber noch lange lautstark für das couragierte Auftreten gefeiert.

DFB Pokal 1.Runde, 1. FC Magdeburg - SV Darmstadt 98 emspor, v.l. Christian Beck Magdeburg, 11, Carl Klaus Darmstadt, 13
Fast das 3:1 - Beck scheitert mit einem Kopfball an Klaus. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Stimmen zum Spiel

Christian Beck (Angreifer Magdeburg): "Wir haben 120 Minuten gekämpft und alles rausgehauen. Die ersten 45 Minuten waren sehr gut von uns. Dann stehst Du trotzdem am Ende ohne etwas da. Das ist sehr ärgerlich. Aber wir müssen auch das Positive mitnehmen: Die erste Halbzeit von uns war sehr sehr gut. Das müssen wir jetzt 90 Minuten auf den Platz bringen. Dann bin ich mir sicher, dass wir kommende Woche nicht als Verlierer vom Platz gehen. Erst einmal ärgern wir uns, wenn Du 120 Minuten alles gibst und dann mit leeren Händen da stehst. Das ist sehr bitter für uns. Aber heute können wir noch einmal traurig sein. Ab morgen bereiten wir uns dann auf den HFC vor. Da wollen wir dann als Sieger vom Platz gehen."

Korbinian Burger (Abwehrspieler Magdeburg): "Das fühlt sich heute erstmal kräfteraubend an. Es ist extrem bitter, wenn Du nach 2:0-Führung und nach120 Minuten mit leeren Händen da stehst. Auf die Leistung kann man aber aufbauen. Wir sind gewappnet für den Ligastart kommende Woche. Insgesamt haben wir wenig zugelassen. Was wir zugelassen haben, haben sie eiskalt ausgenutzt. Das spricht für die Qualität von Darmstadt. Bei uns haben sich aber alle Jungs reingehauen und gefightet. Da kann man nur ein Kompliment machen. Die Fans – das war brutal. Obwohl es 'nur 5.000' waren. Sie waren von der ersten Minute an da und haben sogar danach noch gefeiert. Das gibt nochmal Kraft. Es ist einfach geil, mit solchen Fans im Rücken. Danke an die Fans für die Unterstützung."

Das sagten die Trainer

Markus Anfang (Darmstadt): "Die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt, nachdem wir in der ersten Halbzeit richtig schlecht im Spiel waren. Da war Magdeburg die bessere Mannschaft. Die ganzen Abläufe, die wir uns vorgestellt haben, haben nicht funktioniert. Das haben wir dann in der Pause korrigiert und sind dann auch verdient in Führung gegangen. Hintenraus und bei hohen Bällen kann immer was passieren. Wir haben unsere Konter nicht genutzt. Wenn Du Deine Tore nicht machst, musst Du bis zuletzt zittern."

Thomas Hoßmang (Magdeburg): "Die erste Halbzeit entspricht dem, wie wir Fußball spielen wollen. Wir waren präsent, wir waren aktiv. Wir haben Darmstadt unter Druck gesetzt und zwei gute Tore geschossen. Wir müssen das halt durchkriegen. Wir müssen das nicht nur 45 Minuten durchkriegen, sondern das nächste Mal 70 Minuten, dann 80 Minuten. Wir müssen die Phasen dann besser durchstehen, die uns die Gegentore gekostet haben. Wenn wir vorn nicht aktiv sind und die Kette nicht steht, haben wir ein Thema. Aber großes Kompliment an die Jungs, wie sie gefightet haben. Die Art und Weise, wie wir uns heute präsentiert haben, gibt die richtige Richtung vor. Wir reden viel, wir arbeiten hart. Wir geben jedem ein gutes Gefühl. Entscheidend ist der Umgang mit den Jungs – gute Gespräche führen und sie mitnehmen. Man hat gesehen, dass es funktionieren kann. Ich hoffe, die Verletzung von Tobi Müller ist nicht schlimm und er wir und kommende Woche wieder zur Verfügung stehen. Ich denke, die Rippe wird geprellt sein. Ich hoffe, dass es nicht lange dauert. Kompliment an die Zuschauer, die haben uns monster-unterstützt. Wir müssen es hinbekommen, dass noch mehr Zuschauer kommen können. Dann kann das ein Hexenkessel werden. Das trägt uns dann auch. Das Spiel heute wird den Jungs Mut machen und sie in der Fitness nach oben bringen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 13. September 2020 | 21:45 Uhr

24 Kommentare

Thoralf vor 1 Wochen

Ich weiß beim besten Willen nicht, wen Sie hier meinen. Die positive und negative Kritik bezieht sich in jedem Fall auf den 1.FC Magdeburg. Die Kritik ist bis auf wenige Ausnahmen fundiert. Schlechte Verlierer kann ich nicht entdecken.
BWG

Heinz K. vor 2 Wochen

......es gibt Schlimmeres! ( selbst die dummen Sprüche der üblichen Verdächtigen hier )Die Verletzung von Müller ist aber ein hoher Preis. Nächsten Sonntag beginnt das neue Spieljahr und ab dann zählt es.

oldie68 vor 2 Wochen

Es reichen eben nicht nur 45 Minuten schöner Fussball um so einen Gegner zu schlagen . Ging uns nicht besser ,aber haben 120 Minuten dagegen gehalten und dann im Lotto ( Elfmeterschießen) verloren . Ich denke das ihr und wir an diese Leistungen anknüpfen könnt!
Sportliche Grüße aus Chemnitz