Spieler des Chemnitzer FC jubeln nach dem Sieg.
Es war ein hartes Stück Arbeit in einem bis zum Schluss packenden Spiel für den Chemnitzer FC. Mehrnmals stand die Partie auf Messers Schneide. Am Ende behielt der Regionalliga-Spitzenreiter nach Elfmeterschießen die Oberhand. Bildrechte: Kerstin Dölitzsch

Fußball | Sachsenpokal CFC nach irrem Elfmeter-Krimi im Finale

Halbfinale

Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitzer FC steht nach einem hitzigen Pokalkrimi im Finale des Sachsenpokals. Gegen Liga-Konkurrent Lok Leipzig fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Vor allem vor der Pause entwickelte sich eine hitzige Partie. Mehrere Gelbe Karten, eine Hinausstellung und Chancen in Hülle und Fülle ließen die 8.000 Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen - und nach der Pause bis hin zum Elfmeterschießen Teilhaber eines wahren Pokal-Krimis sein.

Spieler des Chemnitzer FC jubeln nach dem Sieg.
Es war ein hartes Stück Arbeit in einem bis zum Schluss packenden Spiel für den Chemnitzer FC. Mehrnmals stand die Partie auf Messers Schneide. Am Ende behielt der Regionalliga-Spitzenreiter nach Elfmeterschießen die Oberhand. Bildrechte: Kerstin Dölitzsch

Dank eines 13:12 (3:3/2:1)-Erfolges nach Elfmeterschießen steht der Chemnitzer FC im Finale des Sachsenpokals. Nachdem Chemnitz zunächst mit 2:0 führte, kamen die Gäste noch einmal zurück. In der Verlängerung vereweigten sich beide Teams je einmal auf der Anzeigetafel. Im Elfmeterschießen avancierte Loks Paul Schinke zum tragischen Held, als er beim insgesamt 22. Elfmeter an Jakub Jakubov im Chemnitzer Tor scheiterte. Gegner der Chemnitzer ist am 25. Mai Drittligist FSV Zwickau.

CFC mit früher Führung

Die Hausherren dominierten vor den knapp 7.500 Fans, darunter 1.600 Leipziger, die Anfangsphase. Nachdem Dejan Bozic aus 25 Metern noch in den gegnerischen Fanblock schoss (3.), war Daniel Frahn per Kopf aus fünf Metern etwas genauer (4.). Seinen Versuch klärte Lok-Keeper Benjamin Kirsten jedoch zur Ecke. Diese landete bei Matti Langer, der aus drei Metern den offensiven Beginn des CFC mit dem 1:0 belohnte (5.).

Kartenfestival, Chancen und Lisiewicz auf Lok-Bank

Lok benötigte ein Ausrufezeichen. Maik Salewski setzte es in Form eines Foulspiels an Dennis Grote, der kurz behandelt werden musste. Salewski sah die Gelbe Karte und wurde nach gut 20 Minuten vorsichtshalber herausgenommen. Die Partie wurde nun hitziger. Mit Robert Berger handelte sich der zweite Lok-Akteur eine Verwarnung ein (22.). Nur eine Minute später fand Lok-Trainer Björn Joppe offenbar nicht die richtigen Worte Richtung Schiedsrichter Alexander Sather, denn dieser verwies ihn umgehend und ohne Vorwarnung auf die Tribüne (23.). Lok-Legende Rainer Lisiewicz übernahm und musste sogleich das 0:2 aus Sicht seines Teams verkraften, als Langer aus gut 20 Metern unhaltbar in den Winkel abgezogen hatte (27.).

Chemnitzer FC - 1. FC Lok Leipzig (Sachsenpokal)
Es blieb eine packende und umkämpfte Partie - bis in die Schlussminute Bildrechte: imago images / HärtelPRESS

Lok hält hitzige Partie spannend

Weil sich Kirsten sich direkt nach dem Gegentor beschwert, sah auch er Gelb (28.). In der Folge war Kirsten hellwach, als er gegen den heranstürmenden Bozic, den Distanzschuss von Paul Milde (29.) sowie den Kopfball von Bozic (37.) parieren konnte. Von Lok Leipzig kam vor der Pause wenig. Nach 40 Minuten aber verwertete Lok die bis dahin beste Gelegenheit zum Anschluss, als Pascal Pannier aus halblinker Position mit einem Flachschuss in die lange Ecke traf. Daniel Frahn vergab kurz darauf zwei Möglichkeiten, um den alten Abstand noch vor dem Halbzeitpfiff wiederherzustellen (43./44.).

Leipzig erzwingt den Ausgleich

Nach der Pause entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie, die zu jeder Zeit mit höchster Intensität geführt wurde. Die Gäste verpassten in Person von Matthias Steinborn, der aus spitzem Winkel an CFC-Keeper Jakub Jakubov scheiterte (51.) sowie kurz vor dem Tor nur haarscharf am Ball vorbeirauschte (58.). Leipzig spürte, angefeuert von den mitgereisten Fans, dass hier durchaus ein Tor und ein Weiterkommen möglich ist und suchte weiter den Weg nach vorn. Lohn war das 2:2 nach 66 Minuten, als Kevin Schulze den Ball in die Mitte vorbei an Steinborn auf Maximilian Pommer passte, der aus drei Metern Entfernung traf.

Kirsten rettet Lok in die Verlängerung

Bis zum Schlusspfiff blieb es eine hochumkämpfte Pokal-Partie mit Fouls, Unterbrechungen und Standard-Situationen. Beide Teams suchten den Weg Richtung gegnerisches Tor. Hochkaräter blieben in dieser Phase jedoch Mangelware: Rafael Garcia prüfte Kirsten nach 74 Minuten, der glänzend zur Ecke klärte. In den Schlussminuten verschärfte der CFC nochmal das Tempo. Doch Kirsten hielt seine Elf mit zwei Glanzparaden gegen Bozic im Spiel - und rettete Lok in die Verlängerung.

Schulze für Lok und Karsanidis schrauben auf 3:3 hoch

In der Verlängerung mobilisierten beide Teams noch einmal die letzten Kräfte. Die Zuschauer sorgten indes für eine gradiose Pokal-Atmosphäre auf den Rängen. Loks Schulze drehte das Spiel per Kopfball mit dem 2:3 komplett (102.). Joannis Karsanidis mit einem strammen Schuss aus gut 25 Metern, der auf der Gegenseite ebenfalls den Weg ins Tor fand, sorgte für das 3:3 auf der Anzeigetafel (104.). In der zweiten Hälfte der Verlängerung passierte nichts mehr - es ging ins Elfmeterschießen.

Frahn vergibt Sieg vorerst - Jakubov hält entscheidenden Elfmeter

Im Elfmeterschießen trafen zunächst alle Akteure - bis auf Loks Matthias Steinborn. Daniel Frahn hatte die Gelegenheit, den Sack zu zu machen, scheiterte aber an Kirsten. So ging auch das Elfmeterschießen in die Verlängerung - mit dem besseren Ende für den Chemnitzer FC, weil Loks Paul Schinke das 13:13 vom Punkt verpasste, als Jakubov den Ball parierte.

Stimmen zum Spiel

Björn Joppe (Leipzig): "Vor zwei Wochen nach dem 4:2 gegen Chemnitz habe ich gesagt, dass es beste Werbung für Regionalliga-Fußball war. Heute war es der blanke Wahnsinn. Wir sind enttäuscht über das Ausscheiden, können aber erhobenen Hauptes aus dem Spiel gehen. Im Elfmeterschießen ist es am Ende Glückssache."

David Bergner (Chemnitz) "Mein Trainerkollege hat das Potential der Mannschaft geweckt, dass haben wir schon vor drei Wochen in Leipzig gesehen. Lok ist eine Mannschaft, die nie aufgibt. Wir waren in der zweiten Hälfte angenockt und haben uns in die Verlängerung gerettet. Dass wir den Rückstand noch ausgleichen konnten, zeigt die außergewöhnliche Mentalität in der Mannschaft. Es war ein fantastischer Fußballabend."

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SCHSENSPIEGEL | 25. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2019, 19:22 Uhr

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56 Kommentare

26.04.2019 21:28 Olinad 56

Der Loksche und dem CFC sowie allen ihren wirklichen Fußballfans ein "danke" für einen noch lange in Erinnerung bleibenden Pokalspiel-Abend. Auch die Südkurve mal wieder mit Niveau und ansprechender Choreo und Stimmung ohne irgendwelches politisches Theater und Schmährufe (z.B. an Herrn Simon).
Zum Spiel: Der Schiedsrichter war nicht der schlechteste, hatte es auch nicht ganz einfach und war bemüht, das Spiel laufen zu lassen. Der CFC hätte das Spiel bereits in der ersten Halbzeit entscheiden können (müssen!), fand aber in Kirsten auch einen ganz starken Torhüter (und sympatisch ist er auch noch). Der CFC hat natürlich mit Glück im Elfmeterschießen, aber insgesamt verdient gewonnen. Der Loksche wünsche ich alles Gute. Sollten sie so zusammen bleiben, so denke ich, werden sie nächstes Jahr um den Aufstieg spielen und vielleicht sogar aufsteigen! NUR DER CFC!

26.04.2019 21:13 Olinad 55

Das war Fußball, wie ich ihn liebe. Es war super dabei gewesen zu sein, und alles dabei, was der Fußball so zu bieten hat. Dafür und nur dafür gehe ich jede Woche ins Stadion!

26.04.2019 09:48 CFC Freund 54

Respekt und ein Riesen Kompliment nach Leipzig.Das, was die Fans und die Mannschaft von Lok bei uns gezeigt haben, große Klasse.Ich hoffe wir sehen uns nächstes Jahr eine Klasse höher wieder. Zu meinem Club möchte ich nur sagen, Glückwunsch zum Finale.

26.04.2019 09:34 Chili Palmer 53

@Dr. Kurt Fischer: Der guten Ordnung halber muss es allerdings "wegen dieser Klientel" heißen.

Euch viel Glück in Liga 3!

26.04.2019 06:44 Dr. Kurt Fischer 52

Das war ja fast eine Blaupause des Ligaspiels. Chemnitz war am Anfang klar überlegen und verdient mit 2 Toren vorn, hat sich aber durch das Gegentor vor der Pause sehr verunsichern lassen. Am Ende war der Chemnitzer Sieg26217 trotzdem verdient, da auch der CFC nach dem 2:3 stark zurück gekommen ist und die Elfmeter (bis auf Frahn- der hatte bestimmt kein Jubel-Shirt parat) stark geschossen waren. Hätte ich anders erwartet, da Kirsten ja als 11er-Spezialist bekannt ist.
Ach ja, dass der Schiri schlecht war, sehe ich auch ohne Lok-Brille so. Stets bemüht... Mehr nicht!
Eins noch zu Sachse1966: nutze Deine Freizeit doch bitte für Grammatiknachhilfe anstatt hier Leute mit Deinem Müll zu nerven. Es muß "wegen dieses Klientels" heißen. Genitiv!

25.04.2019 22:30 Chili Palmer 51

...sagt einer, der nun offensichtlich durchs himmelblaue Nasenfahrrad schaut, @49. Sagen wir es so: Ihr hattet einen Heimschiedsrichter, wir hatten Kirsten. Und jetzt geh dein Finale spielen!

25.04.2019 22:27 lok Fan aus EE 50

Als alter lok Fan habe ich den ganzen Tag auf dieses Spiel hingefiebert. Das war Werbung für regio fussball. Wäre gern live dabei gewesen, aber Stream mußte herhalten. Toller Kampf und Moral meiner Mannschaft. Leider sollte es nicht sein... Kopf hoch. Mund abwischen. Gemeinsam Aufstieg 2020. Überlege mir und meiner Tochter eine Dauerkarte dafür zu gönnen. L O K

25.04.2019 20:44 09577 49

Wer sich hier negativ über den Schiri auslässt, der sollte mal seine gelb-blaue Brille besser putzen! Er hätte gelb-Rot auch viel, viel früher ziehen können.
Dass Lok nicht nach 90 Minuten als klarer Verlierer vom Platz geht, dafür müsst Ihr euch bei Kirsten bedanken.
Geiler Pokalabend, tolle Stimmung und mit einem insgesamt verdienten Sieger.

25.04.2019 19:19 Trabant 601 48

Hab mir als FSV Fan natürlich im Livestream das Halbfinale angeschaut. Kompliment an beide Teams für das geile Spiel, im Gegensatz zum anderen Halbinale waren da Welten zu sehen in Sachen Kampf, Einstellung und Siegeswillen beider Mannschaften. Ob nun Lok oder CFC im Endspiel war eh egal, aber C ist nun mal näher dran und der gemeinsame Support gegen die unblauen aus Randlößnitz wird geil. Freue mich auf nen Finale was ebenso wird wie das Halbfinale gestern. Glückwunsch CFC und alles gute der Lok.

25.04.2019 17:37 endru 47

Das man so ruhig bleibt wenn man mit Feuerzeugen beworfen wird und damit nicht gleich zum Schiri rennt, danke dafür Herr Kirsten! Guter Mann...

Ergebnisse Achtelfinale

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Paul Schinke (Lok Leipzig) im Interview nach dem Sachsenpokal-Halbfinale gegen den Chemnitzer FC 1 min
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