Fußball | Sachsenpokal Titelverteidiger Lok Leipzig stolpert in Bautzen ins Pokal-Aus

3. Hauptrunde

Budissa Bautzen hat Titelverteidiger Lok Leipzig in der 3. Sachsenpokal-Runde eliminiert. Der Regionalligist verlor durch einen späten Doppelschlag in Unterzahl völlig verdient mit 0:2, blieb aber schon zuvor blass.

Lok Leipzig - Bautzen - Almedin Civa (Trainer Lok Leipzig) spendet Trost
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Lok-Coach Almedin Civa rotierte zum Ende der englischen Woche durch, ließ mit Stammkeeper Jan-Ole Sievers, Djamal Ziane, Sascha Pfeffer und Luca Sirch vier Leistungsträger draußen. Dafür durften sich Ersatzhüter Jannes Tasche, Tom Nattermann, Zak Paulo Piplica und David Urban anbieten. Außerdem fehlte Damir Mehmedovic, für den der Ex-Bautzner Maik Salewski beim Ex-Klub von Beginn an rechts hinten ran durfte.

 Lok setzt auf die zweite Reihe

Zu viel Risiko oder genau richtig, im Landespokal der zweiten Reihe eine Chance zu geben? Das sollte sich schnell zeigen. Denn Lok hatte nach zuletzt vier Zu-Null-Siegen in Serie richtig Probleme in Fahrt zu kommen. Nur Eric Voufack scheiterte nach tollem Steckpass am herausstürmenden Keeper (7.), sonst war bis auf ein Zufallsprodukt von Urban (44.) und ein Berger-Solo (45.+2) vor der Pause tote Hose im FCL-Angriff. Bautzen hatte mit Julien Hentsch (30.), dessen Abschluss von Tasche im Eins-gegen-Eins abgewehrt wurde, schon früh die Führung auf dem Fuß. Die Budissen standen defensiv recht sicher, schalteten jederzeit blitzschnell und gefährlich nach vorn um.

Rot für Eglseder

Zum zweiten Durchgang brachte Civa bereits Ziane und Pfeffer rein. Es war ein klares Signal, wie unzufrieden er mit dem Auftritt seiner Reservisten war. Dann aber leistete sich Mike Eglseder, als er mit hohem Bein in den Gegner rauschte, ein folgenschweres Foul. Der Lok-Verteidiger musste in der 57. Minute mit der roten Karte vorzeitig Duschen. Bautzen nahm den Schwung mit drei ordentlichen Tormöglichkeiten mit, verlor dann aber nochmal den Faden. Der letztjährige Finalheld Djamal Ziane hätte die Blau-Gelben bei der einzigen ruhig und klar herauskombinierten Chance aus zwölf Metern in Front ballern können, doch sein Geschoss wurde von Keeper Mikolaj Gorzelanski sehenswert entschärft (75.).

Mike Eglseder
Lok-Verteidiger Mike Eglseder sah die Rote Karte. Bildrechte: imago images/foto2press

Späte Tore für Bautzen 

Die Strafe folgte zehn Minuten vor Schluss: Budissa schob in Person von Steve Schröder und Tom Hagemann zweimal den Ball quer auf den völlig freistehenden Julien Hentsch. Der Oberlausitzer Wirbelwind, der von Beruf Fitnesstrainer ist, versenkte die Kugel flach in den Maschen zum 1:0. Die 550 Zuschauer auf der Bautzner Müllerwiese waren voll aus dem Häuschen.

Doch sie hatten wenn überhaupt nicht lange gesessen, da klingelte es schon wieder. Student Hagemann wurde rechts freigespielt und knallte das Leder volles Karacho ins kurze Eck – 2:0 (85.). Damit schmiss der Oberliga-Aufsteiger, der schon vom Regionalliga-Durchmarsch träumt, den letztjährigen Sachsenpokalsieger bereits in der 3. Runde raus. Lok muss sich vor allem über seinen zweiten Anzug ärgern, der heute für eine Blamage sorgte.

Lok Leipzig - Bautzen - 2:0 Tom Hagemann (Kapitän Budissa Bautzen) ins obere Eck, keine Chance für Jannes Tasche (Torwart Lok Leipzig)
2:0 Tom Hagemann (Kapitän Budissa Bautzen) ins obere Eck, keine Chance für Jannes Tasche (Torwart Lok Leipzig) Bildrechte: Florian Richter

Stimmen nach dem Spiel

Lok-Trainer Almedin Civa: "Wir haben verdient verloren, weil wir die erste Hälfte verschlafen haben. Es war keine Explosivität da, einige wirkten müde von den vielen Spielen zuletzt. Dazu kam, dass die, die wenig gespielt haben zuletzt, zu pomadig waren. Nach der roten Karte hatten wir mehr Abschlüsse als mit elf Mann – das ist ja kurios und bezeichnend. Selbst da kriegen wir die Tore, weil wir die Bälle zu leicht verlieren. Die Aufstellung würde ich aber wieder so machen, weil Sascha Pfeffer 34 Jahre ist und Djamal Ziane vor kurzem verletzt war und beide ein großes Pensum hatten. Von den Spielern, die jeden Tag sagen, sie wollen spielen, erwarte ich, dass man sie reinwerfen kann und es funktioniert. Da gibt es keine Ausreden."

Budissa-Trainer Stefan Richter: "Wir haben uns nach zehn oder 15 Minuten angefangen, uns etwas zu trauen. Wir waren also aktiv dabei und das war unbequem für Leipzig. Für die Jungs ist es wichtig zu sehen, dass es sich lohnt, aggressiv zu spielen. Dann kann man auch mal gegen einen größeren Gegner gewinnen. Eine tolle Sache. Es war ein Ziel heute, wo mal mehr Zuschauer kommen, Werbung für uns zu machen."

Siegtorschütze Tom Hagemann (Budissa Bautzen): "Zwei Paar Bier sind drin für jeden. Für uns war es heute interessant zu sehen, wie weit wir auf unserem Weg sind. Wir haben viele junge Spieler. Es ist unser Traum, irgendwann wieder in die Regionalliga aufzusteigen. Wir haben gezeigt, dass diese Saison mit uns zu rechnen ist. Solche Spiele schaffen es wieder, die Stadt und den Fußball zu vereinen und die Leute hierher zu bewegen."

Patrick Franz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 10. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

50 Kommentare

Gernot vor 36 Wochen

Genau so ist es. Alle Welt beklagt sich über fehlende Einnahmen und Verluste durch Corona......
Hier wurde leichtfertig ein sechsstelliger Betrag...... Weiterkommen oder sogar Pokalsieg...... verbrannt.
Oder ist Lok auf einen solchen " Peanuts" nicht mehr angewiesen?

Hannchen vor 36 Wochen

Heip mein Freund, Chili Palmer prüft in seiner Kanzlei derzeit, ob ein Einspruch gegen die rote Karte und somit eine Spielwiederholung SInn macht. Wir hätten doch sonst nie und nimmer verloren. Schauen wir mal, wird noch spannend.

NeuerHeip vor 36 Wochen

Ich habe mir noch mal die Szene, die zur Roten Karte gegen Eglseder geführt hat, ganz langsam angeschaut.

Das war ganz klar kein Foul.

Egelseder läuft vor dem Stürmer zum Ball und will ihn mit dem Fuß spielen.
Da kommt der Bautzner Stürmer von hinten angerannt und rennt voll in das Bein rein, obwohl er das vorher gesehen hat.

Das war eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters.

Ansonsten sah das Spiel so schlecht nicht aus. Aber den ihr Torhüter hat ja auch Sachen gehalten die andere möglicherweise nicht gehalten hätten.

An den Gegentoren ist Lok aber selbst dran schuld. Das war keine ordentliche Abwehrarbeit.

Abhaken.
Die Mannschaft kann mehr.