Fußball | Sachsenpokal Lok Leipzig müht sich in Bischofswerda ins Viertelfinale

Achtelfinale

Der 1. FC Lok Leipzig hat sich im Sachsenpokal-Achtelfinale knapp mit 1:0 (0:0) bei Regionalliga-Konkurrent Bischofswerdaer FV durchgesetzt. Die Partie vor 587 Zuschauern im Wesenitzsportpark war von überschaubarem Niveau und viel Kampf geprägt, der Leipziger Sieg eher glücklich.

Torschütze Matthias Steinborn (Nummer 7) beim Jubel mit den Spielern
Erlösung knapp zehn Minuten nach der Pause: Torschütze Matthias Steinbirn (mi.) wird umarmt. Bildrechte: RocciPix.de

BFV-Coach Fred Wonneberger veränderte sein Team gegenüber dem 0:3 gegen Lok im Liga-Duell am vergangenen Freitag auf fünf Positionen, Leipzigs Trainer Wolfgang Wolf tauschte dagegen nur auf zwei Stellen. Milan Senic bekam auf Linksaußen eine Startelfchance für Routinier Sascha Pfeffer und Aykut Soyak durfte nach seinem jüngsten Freistoß-Jokertor nun Trainer-Sohn Patrick Wolf (leichtes Ziehen im linken Oberschenkel) ersetzen.

Leichtes Spiel für die BFV-Defensive

Von Beginn an spielte sich fast alles im hart umkämpften Mittelfeld ab. In dieser Phase blieb auch BFV-Kapitän Oliver Merkel am Bein verletzt liegen und musste bereits nach einer Viertelstunde gegen Daniel Maresch ausgewechselt werden. Lok bemühte sich zusehends, nach vorn zu kommen, enttäuschte allerdings spielerisch auf ganzer Linie.

Keine Bewegung in der Offensive, keine strukturierten Angriffe, keine Pässe in die Schnittstellen - so war das für den Regionalliga-Letzten leicht zu verteidigen. Die größte Lok-Chance resultierte aus einem Fehler von BFV-Hüter Mika Schneider, der für Stammkeeper Oliver Birnbaum im Tor stand und eine einfache Flanke fallen ließ (25.). Soyak zirkelte noch eine Ecke direkt aufs Tor und mehrere Schusschancen wurden geblockt oder flogen weit daneben.

Steinborn bricht den Bann, Wenzel hält gegen Zille

Zur Pause setzte Trainer Wolf ein Zeichen und nahm den ganz schwachen Senic vom Feld, dafür brachte er den letzte Woche noch überragenden Pfeffer. Doch erstmal setzte Bischofswerda ein Warnzeichen: Luca Shubitidze schoss aus 14 Metern ganz knapp links vorbei (54.). Im Gegenzug zog Soyak zweimal aus der Distanz ab. Beim zweiten Versuch klatschte der Ball an den Querbalken, Steinborn setzte erst per Kopf nach und drückte anschließend den Abpraller von Torwart Schneider über die Linie. Eine echte Willensleistung bedeutete damit die Führung für Lok – 1:0 (55.).

Niclas Treu (BFV) gegen Sascha Pfeffer (Lok)
Loks Sascha Pfeffer im Zweikampf mit Bischofswerdas Niclas Treu. Bildrechte: RocciPix.de


Bischofswerda gab sich jedoch keinesfalls auf. Paul Henschke schüttelte Ex-Drittliga-Profi Robert Berger ganz frech ab und war frei vor Torwart Lukas Wenzel. Der BFV-Stürmer grätschte das Spielgerät aber mit dem langen Bein daneben (66.). Obwohl Lok zwischendurch noch einmal Ruhe reinbrachte, wurde es eine ganz hektische Schlussphase.

In der 89. Minute arbeitete sich Schiebocks Frank Zille an der linken Strafraumkante zum Abschluss durch, Wenzel musste gegen seinen Schuss alles aufbieten, fingerte ihn geradeso um die rechte Ecke. Kurz darauf bekam FCL-Außenverteidiger Kevin Schulze eine Flanke im Strafraum an die Hand. Da er den Arm angelegt hatte, war die Entscheidung von Schiri Alexander Sather, weiterspielen zu lassen, richtig. Die Nerven waren jetzt aber durchaus auf beiden Seiten angeschlagen. Nach einer kurzen Rudelbildung konnte Lok den letzten Freistoß allerdings auch abwehren. Das Zittern hat sich gelohnt.

Fred Wonneberger (li., Trainer Bischofswerdaer FV) und Wolfgang Wolf (re., Trainer 1. FC Lok Leipzig)
Die beiden Trainer Fred Wonneberger (li.) und Wolfgang Wolf. Bildrechte: Rocci Klein/roccipix.de

Trainerstimmen zum Spiel

Fred Wonneberger (Bischofswerdaer FV): "Wir hatten heute fast keine Chance im ganzen Spiel, da fehlte vorn die Durchschlagskraft. Defensiv bin ich absolut zufrieden, wir unterstützen uns gegenseitig und machen so viele Angriffe zunichte. Bitter ist das enge Ergebnis, obwohl wir uns verbessert haben."

Wolfgang Wolf (1. FC Lok Leipzig): "Zum zweiten Mal war es unangenehm hier zu spielen. Trotzdem war das viel besser als das letzte Mal. Wir wollten überhaupt keine Torchance zulassen über die 90 Minuten. Das 1:0 war so herausgespielt, wie ich mir das vorstelle. Wir haben nur einige Anläufe gebraucht, um ihn dann auch reinzubekommen. Nichtsdestotrotz ist der Sieg hochverdient. Wir müssen den Ball aber öfter schnell zirkulieren lassen."

Auch VFC Plauen und FC International weiter

Ebenfalls im Viertelfinale steht der VFC Plauen. Der Oberliga-Vertreter aus dem Vogtland setzte sich vor 260 Zuschauern bei Sachsenligist SG Taucha 99 durch den Treffer von Marc Schröder (119.) mit 1:0 in der Verlängerung durch.

Auch der FC International Leipzig ist nach einem klaren 4:0-Sieg beim Landesklassenteam VfB Zwenkau ins Viertelfinale eingezogen. Zudem haben sich der VfB Weißwasser und der LSV Neustadt/Spree für die Runde der letzten Acht qualifiziert.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 31. Oktober 2019 | 19:30 Uhr

3 Kommentare

Loko 66 vor 35 Wochen

@MDR , Weißwasser muss erst mal gegen Markranstädt am 16.11. gewinnen um in die Runde der letzten 8 einzuziehen.
Das Spiel heute (VfB Weißwasser - Germania Mittweida 2:1) zählte noch zur 3. Hauptrunde

Erich B. vor 35 Wochen

Weißwasser im Viertelfinale??? Die spielen doch erst noch.

Loko 66 vor 35 Wochen

Nicht besonders schön aber erfolgreich. Nun wünsche ich mir endlich mal - seit einer gefühlten Ewigkeit - ein Heimpiel für´s VF