Fußball | DFB-Pokal Dresden zu mutlos für Pokalüberraschung gegen Stuttgart

1. Hauptrunde

Dynamo Dresden hat in der ersten Pokalrunde der Mut und die spielerische Klasse gefehlt, um einen mittelmäßigen Tag von Stuttgart auszunutzen. Der VfB gewinnt seinen Pflichtspielauftakt verdient, hätte sich nach einem unnötigen Platzverweis aber nicht über eine Extraschicht in der Verlängerung beschweren dürfen.

Es hat einfach nicht gereicht. Dynamo Dresden ist es in der ersten DFB-Pokalrunde trotz 30-minütiger Überzahl nicht gelungen, dem Bundesligisten VfB Stuttgart ein Bein zu stellen. Den Schwaben reichte am Ende ein Tor von Neuzugang Darko Churlinov (33.), um die Pflichtaufgabe glanzlos zu bestehen und in die zweite Runde einzuziehen.

VfB mit Ballbesitz aber ohne Kreativität

Der VfB Stuttgart übernahm wie erwartet schon früh die meisten Spielanteile, hatte aber große Schwierigkeiten, sich durch die diszipliniert verteidigende Dresdner Hintermannschaft zu kombinieren. Dynamo hielt über weite Strecken die Defensivketten eng bei einander, kam dafür aber auch nur selten vors Stuttgarter Tor. Einzig gefährlich wurde es, wenn sich Dresden dann doch mal in die gegnerische Hälfte traute und Stuttgarts Schienenspieler Silas und Vagnoman mit schnellem Umschaltspiel Löcher in die unsortierte Abwehr rissen.

Für den verdienten Führungstreffer sorgte dann erst die individuelle Klasse von Wataru Endo, der Kammerknecht mit zwei Körpertäuschungen aussteigen ließ und mit dem resultierenden Platz die einzige wirklich gelungene Kombination des Abends einleitete. Tomas bediente in der Folge Churlinov, der aus wenigen Metern frei ins Tor einschob (33.).

Vor dem Halbzeitpfiff konnte sich die SGD glücklich schätzen, dass ihnen das Spiel nicht schon zu früh aus den Fingern glitt. Tomas scheiterte wenige Minuten nach dem Führungstor nur haarscharf am Pfosten (39.).

Fahrige zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit war von vielen Verletzungen, Wechseln und Fouls geprägt, sodass das Spiel nicht wirklich an Fahrt aufnehmen konnte. Erst der unnötige Platzverweis von Waldemar Anton, der in der 61. Minute für eine Unsportlichkeit Gelb und in der 67. Minute für ein Foul im Mittelfeld Gelb-Rot sah, brachte etwas Pfeffer in die Partie.

Von der hitzigen Atmosphäre auf dem Platz ließen sich auch die knapp 23.000 Fans anstecken, die in der Schlussphase jede Nickligkeit mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten.

Stuttgart lauert auf Konter

Stuttgart stellte in der letzten halben Stunde defensiv um und beschränkte sich vermehrt darauf, den Kasten dicht zu halten und die schnellen Offensivspieler in Szene zu setzen. Dresden konnte mit der neuen Spieldynamik und der wachsenden Ballbesitzquote aber viel zu selten etwas anzufangen. Viel mehr war es Stuttgart, die von der deutlich offensiveren SGD profitierten und fast minütlich Konter fuhren.

Dass das Spiel nur 0:1 ausging, hat Dresden der verheerenden Chancenauswertung der Schwaben und dem emsig nach hinten verteidigenden Conteh zu verdanken, der ein ums andere Mal als letzter Mann die Entscheidung verhinderte.

Das sagten die Trainer

"Wir haben ein extrem gutes Spiel gemacht. Erst am Ende wurde es heiß und emotional. Da hatten wir das Quäntchen Glück", sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat anschließend im "Sky"-Interview. SGD-Trainer Markus Anfang setzte die Enttäuschung in Relation zum Klassenunterschied: "Wir waren nah dran, aber man hat die Qualität des VfB gesehen. Wir haben bis zum Schluss dran geglaubt und leider wieder mit einem Tor Unterschied verloren."

Dresden immer noch sieglos

Dresden ist somit im laufenden Kalenderjahr immer noch ohne Pflichtspielsieg. Nächsten Samstag (06.08., 14 Uhr) geht das Tagesgeschäft weiter: In Halle soll die Negativserie gebrochen werden und ein Grundpfeiler für den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga gesetzt werden.

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jas

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 29. Juli 2022 | 21:45 Uhr

69 Kommentare

harald Notzel vor 9 Wochen

Ich weiß nicht ob sich M. A. das alles so vorgestellt wie es jetzt bei Dynamo so läuft.Ich glaube er hat mit Spielern einer höheren Qualität gerechnet..Ich habe in der vergangenen Saison schon mehrfach festgestellt, dass das spielerische Vermögen und taktische Variabilität bis zu einem begrenzten Punkt durch Training erhöht werden kann.Aber es kann nur in Ausnahmefällen aus einem Regionalspieler ein überdurchschnittlicher Zweit oder Drittligaspieler werden.Wenn er seine Grenzen dann im Spiel aufgezeigt bekommt geht seine Motivation schnell nach unten und er landet auf der Tribüne.Und bei mehreren Spielern ist M.A.jetzt schon angelangt.Er weiß, dass seine Trainingsmethoden mit diesem Kader erschöpft sind.Die dritte Liga ist nicht seine Welt.Er fühlt sich zu höherem berufen, wobei ich mir nicht sicher bin ob er auch ohne die Impfgeschichte die Saison in Bremen überstanden hätte.Vielleicht kommt noch bis Ende August der "Wunderspieler"der die Mannschaft mitreißt..

sportspecker vor 9 Wochen

Kann man vor Anpfiff, bei jedem DFB-Pokalspiel bewundern.
Aber erstens habe ich es nicht so mit „Berlina“und zweitens kann ich leider keine Gebärdensprache.
Herzlichen Dank für Ihre überflüssige Frage.

sportspecker vor 9 Wochen

Ich möchte dem Dresdner Publikum aber trotzdem Respekt zollen.
Als wieder der Klimairrsinn in die Köpfe getrommelt werden sollte, wurde ordentlich gepfiffen!
Die Sachsen sind eben helle.
Glück Auf