Fußball | DFB-Pokal Erzgebirge Aue erleidet im Donaustadion Schiffbruch

1. Hauptrunde

Der DFB-Pokal und der FC Erzgebirge Aue - das wird auch in dieser Saison keine Erfolgsgeschichte: Die Veilchen scheiterten am Samstag bei Regionalligist SSV Ulm.

Ein Spieler von Fußball-Zweitligist Aue blickt resigniert nach der Niederlage im DFB-Pokal gegen Regionalligist Ulm. 2 min
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Diesen Saison-Auftakt hätte sich Aue anders vorgestellt: Der Fußball-Zweitligist verlor in der 1. Runde des DFB-Pokals - und das bei Regionalligist SSV Ulm. Thomas Pasold berichtet.

Sa 12.09.2020 21:52Uhr 01:50 min

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Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue ist gleich in der 1. Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Veilchen verloren am Samstag verdient mit 0:2 beim Südwest-Regionalligisten SSV Ulm.

Zulechner vergibt größe Chance

Der Gastgeber, der bereits zwei Liga-Partien und das Pokalfinale von Württemberg absolviert hatten, legten im Donaustadion los wie die Feuerwehr: Zweimal kam Angreifer Tobias Rühle zum Abschluss (3.), zweimal war Aues Schlussmann Martin Männel auf dem Posten. Der Routinier hatte in der Sommerpause eine Schulter-OP auskuriert. Nach einer Viertelstunde musste Sechser Philipp Riese nach einem Luftzweikampf mit einem "Dieter-Hoeneß-Gedächtnisturban" weiterspielen.

Philipp Riese (17, Aue) musste wegen einer Kopfverletzung behandelt werden.Teamarzt Thomas Flögel / Floegel (Aue) und Physiotherapeutin Marie Koch (Aue).
Philipp Riese Bildrechte: Picture Point

Die Elf von Dirk Schuster fand nur langsam in sein erstes Pflichtspiel - und hätte dennoch um ein Haar geführt: Nach einem schnell ausgeführten Riese-Freistoß war Philipp Zulechner durch, aber der Österreicher schob die Kugel knapp rechts vorbei. Dann ging der Außenseiter in Führung: Aue klärte zunächst, aber das Team von Holger Bachthaler ließ nicht nach, der "zweite Ball" landete beim heranstürmenden Rühle, der sich die Chance von halblinks nicht entgehen ließ (37.). Das mögliche 0:2 verhinderte Männel mit Glanztat gegen Ardian Morina (41.).

Tor für Ulm. Tobias Rühle / Ruehle (31, Ulm) trifft zum 1:0.
Tobias Rühle trifft zum 1:0 Bildrechte: Picture Point

Entscheidung kurz vor dem Ende

Nach der Pause bemühte sich Aue um den Ausgleich, doch das Spiel blieb einfach zu statisch und uninspiriert. Daran änderte auch die Einwechslung von Jan Hochscheidt nichts. Wirklich gefährlich wurden die Veilchen nur selten: Der später ebenfalls eingewechselte Pascal Testroet scheiterte einmal aus der Drehung an Keeper Niclas Heimann (72.) und verzog einmal von halbrechts knapp (78.). Bei einer Direktablage zielte Dimitrij Nazarov ebenfalls knapp vorbei (85.). Ulm, dem in der 73. Minute ein klarer Treffer wegen einer falschen Abseitsentscheidung aberkannt worden war, machte dann durch Felix Higl (89.) mit einem Konter den Deckel drauf.

Szene im Ulmer Strafraum mit Ognjen Gnjatic (33, Aue) und Johannes Reichert (5, Ulm).
Aue konnte offensiv nur wenig Akzente setzen Bildrechte: PICTURE POINT

Kein Zwei-Klassen-Unterschied

Nach einer enttäuschenden Vorstellung ging der Zweitligist beim Regionalligisten baden. Von einem Zwei-Klassen-Unterschied waren während der 90 Minuten nichts zu sehen. Aues Trainer Dirk Schuster bleibt viel Arbeit bis zum Zweitliga-Saisonstart in einer Woche bei Aufsteiger Kickers Würzburg. Auch personall dürfte im Lößnitztal noch nicht das letzte Wort gesprochen worden sein. Im DFB-Pokal scheiterte Aue zum vierten Mal bei den jüngsten fünf Teilnahmen in Runde eins.

Im Bild von links; Robin Heußer / Heusser (19, Ulm), Vinko Sapina (22, Ulm) und Calogero Rizzuto (20, Aue).
Aues Calogero Rizzuto im Duell mit zwei Ulmern. Bildrechte: Picture Point

Das sagt Trainer Schuster

Dirk Schuster (Aue): "Wir haben es einfach nicht verstanden, diese kompakte Mannschaft, auch mit dieser Aggressivität, so zu bremsen, dass wir unseren Fußball aufziehen können. Dafür haben wir einfach zu viele und einfache Fehler gemacht, dafür haben wir nicht genügend Tempo in unseren Aktionen gehabt. Und dementsprechend ist Ulm auch nicht unverdient eine Runde weiter."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 12. September 2020 | 21:45 Uhr

50 Kommentare

normaler Zeitgenosse vor 5 Wochen

Habe eben Kommentar von Helge Leonhardt zu Spiel in Ulm und Situation in Aue... gelesen. Mannschaft nicht fit kein Kampf...fordert Trainer und Spieler auf eine Reaktion zu zeigen.
Mit Mannschaft bis kurz vor Spiel auf Lohnverzicht geeinigt (5%) !!!!!etc.....alles ein schlechter Witz .....für einen Kumpelverein und einen Präsidenten der ständig behauptet ganz nah bei der Mannschaft und Trainer zu sein.

Warum wird das nicht intern geklärt und zwar vor dem Spiel und nicht danach in der Presse.
Aue hat keinen Sportdirektor schauen wir mal,wer die Verantwortung für den aktuellen Zustand der Mannschaft und des Kaders übernimmt.?Trainer?,Präsident?......gibts sicher wieder eine vollmundige Pressemitteilung......oder hoffentlich eine positive Antwort in Würzburg.

Normalbuerger vor 5 Wochen

Das Spiel spiegelt "leider" die momentane Stärke unserer Mannschaft wieder, wobei man auch sagen muss, dass Ulm meiner Meinung nach kein klassischer Viertligist ist, sondern wohl eher Drittligaformat hat. Der Trainer ist momentan die ärmste Sau im Verein. Er hat einen Kader zur Verfügung, der weder qualitativ und schon gar nicht quantitativ Zweitligatauglichkeit besitzt. Was soll er machen ? Die sog.Leistungsträger sind alle an die 30 oder drüber und echte Alternativen gibt es kaum. Die Kaderpolitik ist schwer nachzuvollziehen. Da lässt man einen Robert Herrmann gehen, obwohl ein linker Flügelspieler dringend gebraucht wird? Und Wydra wird eine tragenden Rolle bei DM in BS einnehmen, auch er ist eine stärkere Alternative als z.B. Samson. Denken die Verantwortlichen wirklich bessere Leute holen zu können? Wieso der Trainer allerdings Mihojevic abserviert hat, wird sein Geheimnis bleiben. Dem Team fehlt es Schnelligkeit und Dynamik, 2-3 echte Verstärkungen müssen noch her.

Schachter vor 6 Wochen

Also wenn man schon die Testspiele anführt, sollte man auch die Ergebnisse gegen MD und gegen die mit Abstand beste Mannschaft der 3.Liga- Bayern 2- auch erwähnen. Daran kann es also nicht gelegen haben. Auch die 2.HZ gegen DD war ok. Die Aufstellung fand ich erst mal gut, da Paco und Hochscheidt noch nicht fit bzw nicht bei 100 Prozent sind. Einzig und allein die Einstellung zum Beruf war gestern nicht vorhanden. Auch mit 9 Abwehrspielern sollte man einen Viertligisten in Schach halten können.
Glück auf!