Fußball | Supercup RB Leipzig unterliegt FC Bayern nach Acht-Tore-Spektakel

Finale

Trotz spektakulärer Aufholjagd hat DFB-Pokalsieger RB Leipzig den Supercup gegen den FC Bayern München mit 3:5 (0:3) verloren. Nach einseitiger erster Hälfte kämpfte sich RB zurück, doch das letzte Argument hatte der deutsche Meister.

Die Gastgeber aus Leipzig begannen mit dem vom FC Bayern umworbenen und abwanderungswilligen Konrad Laimer im Mittelfeld. Beim den Münchenern feierte Neuzugang Sadio Mané sein Pflichtspiel-Startdebüt, Trainer Julian Nagelsmann setzte außerdem auf die mit ihm vor einem Jahr aus Leipzig gewechselten Marcel Sabitzer und Dayot Upamecano. Die Neuzugänge Matthijs de Ligt oder auch Ryan Gravenberch mussten erstmal auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Bayern furios in Hälfte eins

Vor 47.000 Zuschauern in der ausverkauften Leipziger Arena begannen beide Teams mit viel Tempo. Das erste Ausrufezeichen setzten die Gäste: Einen Eckball konnten die Leipziger nicht klären, Jamal Musiala behauptete sich im Strafraum und zog ab zum 0:1 (14.). Im Laufe der ersten Halbzeit wurde die Überlegenheit der Münchener immer deutlicher, während RBL kaum etwas gelang. Nach einem Traumpass auf Serge Gnabry legte dieser quer auf Mané, der aus Nahdistanz nur noch zum 0:2 einschieben musste (31.). Und nach Pass von Musiala stand kurz vor der Pause auch Benjamin Pavard völlig frei im Strafraum - 0:3 (45.). Der Supercup schien frühzeitig entschieden.

RB Leipzig - FC Bayern
Bildrechte: IMAGO / MIS

Jedoch kamen die Leipziger in der zweiten Halbzeit noch einmal zurück. Zunächst verkürzte Marcel Halstenberg per Kopf nach Ecke (59.). Dann gelang den Bayern zwar durch einen Abstauber von Gnabry die vermeintliche Vorentscheidung (66.), doch die Gastgeber blieben dran. Sie spielten nun viel entschlossener und erkämpften sich einen Elfmeter: Pavard kam im Strafraum gegen den eingewechselte Dani Olmo zu spät, Christopher Nkunku drosch den Ball zum 2:4 in die Maschen (77.).

Sané antwortet Olmo

Leipzig war nun voll da - und tatsächlich: Olmo hinterlief Dominik Szoboszlai, bekam den Ball zugepasst, legte sich ihn noch einmal quer und zog ab in die kurze Ecke an Bayern-Torwart Manuel Neuer vorbei zum 3:4 (89.). Wer hätte das gedacht? Nun war alles drin für RB. Die Leipziger warfen alles nach vorn und hätten das Wunder schaffen können - doch nach einem letzten Freistoß von der Mittellinie liefen sie in den entscheidenden Konter. Leroy Sané eilte auf und davon und setzte mit dem 3:5 den Deckel auf ein herausragendes Fußballspiel.

Domenico Tedesco 4 min
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Marcel Halstenberg 3 min
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Das sagten die Trainer

Julian Nagelsmann (München): "Hinten raus war es eng. In der ersten Halbzeit haben wir es aber sehr gut gemacht. Ab der 60. Minute hat man gesehen, dass uns die Körner ausgehen. Wir sind erst 19 Tage im Training, das darf man nicht vergessen. Das Spiel war schon schnell für ein erstes Spiel der Saison, das war kein Plätschern. Aber wir haben verdient gewonnen, das steht außer Frage."

Domenico Tedesco (Leipzig): "Die Bayern haben verdient gewonnen. Besonders aufgrund der ersten Halbzeit, da haben sie ihre Stärken ausgespielt. Ihre Pfeile kommen von überall: Links, rechts, halblinke Bahn, halbrechte Bahn, zentral. Wahnsinn, echt Wahnsinn. In der zweiten Halbzeit haben wir umgestellt, waren dem 4:4 näher als die Bayern dem 5:3. Man hat gesehen, dass Bayern als absoluter Favorit in diese Saison geht."

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mze

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 31. Juli 2022 | 19:30 Uhr

113 Kommentare

Maza vor 9 Wochen

Quentin, auch wir haben einen Familienblock. Wird dir nicht viel sagen, aber mein Jüngster ist jetzt 18. Da wir Dauerkarten haben, wurde er 2012 von dem Maskottchen " Hallotrie" angeschrieben und war bis zum 14. Lebensjahr, Mitglied. Er bekam zu jedem erdenklichen Ereignis Post von seinem Maskottchen! Und jedes Jahr findet Anfang Juni ein riesiges Kinderfest statt. Ich weiß nicht,ob das jeder Bundesligaverein so hinbekommt...
Ach so, ich muss mich auch mal outen...Ich habe keine Stehplätze, sondern bin mit meinen zwei Jungs in Block 13
( Sitzplätze) anzufinden. Meine Frau kommt übrigens auch zu ein bis zwei Spielen mit ins Stadion. Gemäßigter ist der Ton dann auch nicht ,da wir uns eigentlich immer gemäßigt unterhalten!

Quentin aus Mondragies vor 9 Wochen

Ich habe den Vergleich zwischen RWE, Jena und RB. Das reicht als Stichprobe. Und ja, die heilere Welt scheint bei RB. Ist natürlich Fluch und Segen. Bei RB geht in Leipzig die Familie ins Stadion (auch in den Fanblock). Zu Auswärtsfahrten halt nicht. Deswegen ist der "Auswärtsmob" überschaubar. Ich beobachte auch klar einen gemäßigten Ton, wenn die Mutter der Familie anwesend ist. Dies reduziert das Aggressionspotential, zumindestens außerhalb der Familie. Hat aber nichts mit RB zu tun. Und wenn die Frau ins Stadion statt die Kaisermannia sieht, will dies was heißen. Ist doch schon bezeichnet, wenn einige Arenen einen Familienblock haben. Was ist denn dann das Andere? Anti-Familienblock? So was will ich nicht.

Maza vor 9 Wochen

Voice, obwohl wir über deinen Lieblingsverein niemals einer Meinung sein werden, schätze ich dich persönlich als intelligenten Menschen ein. Bloß dieses mal scheinst du meinen Kommentar völlig falsch zu interpretieren. Mit dem besoffenen Menschen und seinem Nachwuchs stimmt wirklich. Ich habe nur auf den
" schöngeredeten Kommentar " von Simmerl reagiert.( im Beisein von Kindern Wortwahl wählen.....usw) Auch wenn ihr nach außen, als Begleiter vom Brauseverein, immer die heile Welt vorspielen wollt, gibt es immer " schwarze Schafe "!! Auch bei euch !! Wenn der Junge von damals auch nur ansatzweise in einem von dir aufgeführten Tätigkeitsfeld beschäftigt ist, würde ich mich riesig freuen. Und deine letzten 12 !! Zeilen treffen auf mich nicht zu!! Ich respektiere jeden Menschen, der mir auch respektvoll gegenüber tritt. Wenn wir uns durch Zufall treffen würden, hast du ja auch nicht rb auf der Stirn stehen.....
Meine Abneigung zu dem " Konstrukt" Brauseverein bleibt aber !!