Glückwünsche an 0:1-Torschütze Ole Kaeuper (Defensives Mittelfeld Jena) (Mitte, Nr. 6.) im Thüringepokalspiel Schleiz gegen Jena (09.08.2019)
Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Fußball | Thüringenpokal Favoriten aus Jena, Erfurt und Meuselwitz behalten die Oberhand

1. Hauptrunde

Drittligist Carl Zeiss Jena und die Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt und ZFC Meuselwitz sind in die nächste Runde des Thüringenpokals eingezogen. Jena und Erfurt hatten keine Probleme, der ZFC machte es etwas spannender.

von Dirk Hofmeister (Schleiz), Maximilian Hendel (Heiligenstadt) und Felix Thiel (Weimar)

Glückwünsche an 0:1-Torschütze Ole Kaeuper (Defensives Mittelfeld Jena) (Mitte, Nr. 6.) im Thüringepokalspiel Schleiz gegen Jena (09.08.2019)
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Jena ohne Mühe in Schleiz

Carl Zeiss Jena hat sich im Thüringenpokal Selbstvertrauen für die 3. Liga geholt. In der 1. Pokalrunde siegte Jena am Freitagabend (9.8.2019) bei Siebtligist Schleiz locker 5:0 (2:0).

Jena ging aus vollem Training in die Partie beim Landesklasse-Vertreter. Gerade zu Beginn der Partie hatte der Favorit so auch seine Probleme mit den engagiert kämpfenden Gastgebern. Schleiz gab keinen Ball verloren und suchte sein Glück in schnellen Kontern. Lukas Nietsch (3.) und Martin Berger (5.) hatten gleich zu Beginn Chancen für den Außenseiter – konnten diese aber nicht nutzen.

Nach etwa zehn Minuten hatte Jena das Spiel im Griff und schnürte Schleiz in der eigenen Hälfte ein. Das Tor wollte vor knapp 1.800 Zuschauern aber erst durch einen Standard fallen. Ole Käuper traf per Freistoß aus 18 Metern ins rechte obere Eck (22.). Noch in der ersten Hälfte erhöhte Kilian Pagliuca aus zehn Metern (38.). Damit war das Spiel entschieden. Erneut Pagliuca und der 18 Jahre junge Stürmer Niklas Jahn (74./85.) erhöhten zum 5:0.

Die Schleizer Fans hofften bis zum Ende auf ein FSV-Tor, für das eine örtliche Kneipe ein Fass Freibier ausgelobt hatte. Doch trotz guter Möglichkeiten, u.a. für Frank Gerisch, blieb den Schleizern der Ehrentreffer verwehrt.

Kilian Pagliuca (Mittelstuermer Jena) (Mitte, Nr. 28.) erzielt das 0:2 im Thüringepokalspiel Schleiz gegen Jena (09.08.2019)
Kilian Pagliuca erzielt das 2:0 für Jena. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Stimmen zum Spiel:

Lukas Kwasniok (Jena): "Es war das erwartete Spiel gegen einen leidenschaftlich kämpfenden Gegner. Ich erinnere daran, dass die Bayern im vergangenen Jahr gegen Drochtersten mit Ach und Krach 1:0 gewonnen haben. So laufen die Spiele. Eine Mannschaft verteidigt mit allen Kräften. Und wenn du dann ein oder zwei Fehler machst, kommt der Gegner zu schnellen Kontern. Dann kann es auch mal nach hinten los gehen. Mir hat bei uns in der ersten Hälfte die Konsequenz in der Box gefehlt. Wir hatten unnötige Ballverluste. Wenn man aber berücksichtigt, dass wir in den vergangenen vier Tagen sieben Trainingseinheiten hatten und heute die achte gespielt haben, bin ich zufrieden. Wir haben keine Rücksicht auf das Spiel genommen. Daher waren wir nicht ganz so frisch. Aus dem Spiel kann ich keine Rückschlüsse auf die Liga ziehen, das ist ein komplett anderer Wettbewerb, die Mannschaften gehen dort ganz anders zur Sache.

Roger Fritzsch (Schleiz): "Ich gratuliere zum standesgemäßen Sieg. Trotzdem bin ich etwas sauer. Ich hatte mir etwas ausgerechnet und wir hatten auch Chancen. Schade, dass wir nicht mindestens ein Tor geschossen haben. Meine Mannschaft hätte es verdient gehabt."

Trainer Thomas Brdaric (Erfurt).
RWE-Trainer Thomas Brdaric. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Doppelschlag vor der Pause gibt Erfurt Sicherheit

Beinah eine Halbzeit lang forderte Thüringenligist 1. SC 1911 Heiligenstadt dem großen Favoriten Rot-Weiß Erfurt alles ab, ehe der Regionalligist dank eines Doppelschlages wenige Minuten vor dem Pausenpfiff die Partie in souveräne Bahnen lenkte. Letztendlich souverän zog RWE vor gut 1.000 Zuschauern mit einem 5:0 (2:0) in die zweite Hauptrunde ein.

Die Gastgeber, deren Trainer Ronny Löwentraut im Erfurter Nachwuchsleistungszentrum auch die U13 verantwortet, stellten das Team von Thomas Brdaric dank einer von Beginn an bestens organisierten Defensive vor einige Aufgaben. Bis auf Selim Aydemirs Kopfball, den SCH-Schlussmann Christoph Sternadel sehenswert aus dem rechten Eck kratzte (16.), ließ der tief stehende Underdog nur wenig zu. Um ein Haar verpasste Ivan Peric nach Maximilian Henkels schöner Vorarbeit sogar die Führung des SCH (28.).

Die Rot-Weißen brauchten diesen Weckruf, um die Schlagzahl dann noch einmal entscheidend zu erhöhen. Erst chippte Aydemir piekfein nach tollem Steilpass über Sternadel hinweg ins Netz, ehe Morten Rüdiger nur Augenblicke darauf zur beruhigenden 2:0-Führung traf (38./39.). Davon erholte sich der Thüringenligist nach Wiederanpfiff nicht mehr. Erfurt hatte Sicherheit und Selbstvertrauen getankt, was sich durch die weiteren Tore von Velimir Jovanovic (52.) und den Doppelpack des eingewechselten Neuzugangs Sinisa Veselinovic (56./84.) auch auf der Anzeigetafel widerspiegelte.

Stimmen zum Spiel:

Thomas Brdaric (Erfurt): "Im Pokal gibt es nur ein Gesetz: Ohne es despektierlich zu meinen, gegen einen unterklassigen Gegner musst du weiterkommen. Ronny hat uns das Leben am Anfang sehr schwer gemacht mit diesen zwei Ketten da hinten. Wir haben es trotzdem geschafft, die eine oder andere Chance herauszuspielen, aber am Anfang einfach das Tor nicht getroffen und hinten in ein, zwei Situationen gepennt, wo wir uns auch eins fangen können. Dennoch bin ich zufrieden mit meiner Mannschaft, wir haben gute Passagen drin gehabt und schöne Tore gesehen."

Ronny Löwentraut (Heiligenstadt): "Am Ende verlieren wir 0:5, das hört sich im Moment ein bisschen hoch an - ich bin aber zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir haben das vor allem vor der Pause gut verteidigt mit einer Fünferkette und direkt davor mit einer weiteren Viererkette. Mit ein bisschen Glück geht die Chance von Ivan Peric vielleicht rein, aber dann bekommen wir leider kurz vor der Halbzeit das Kontertor und viel zu schnell noch das Zweite. Das war die Kehrtwende in diesem Spiel."

ZFC müht sich über Hürde Weimar

Der ZFC Meuselwitz hat die zweite Runde des Thüringenpokals erreicht. Das Team von Heiko Weber setzte sich mit 3:1 (1:0) beim SC Weimar durch.

Die 250 Zuschauer auf dem Sportplatz am Lindenberg sahen eine unterhaltsame Partie, in der beide Teams zu Abschlüssen kamen. Der Sechstligist aus Weimar spielte mutig und kam einem Torerfolg bei zwei Fernschüssen von Marvin Schindler ganz nah. Hinten rettete SC-Torhüter Daniel Feuerstein mehrfach in höchster Not gegen stärker werdende ZFC-Kicker. Obwohl Feuerstein sogar einen Elfmeter von Routinier Fabian Stenzel parierte, wurde er vor der Pause doch noch bezwungen: Rene Weinert umkurvte den Torwart und schob zur Führung ein (44.).

Trainer Heiko Weber (Meuselwitz)
ZFC-Trainer Heiko Weber. Bildrechte: IMAGO

Nach der Pause bereitete Weinert das 2:0 von Francesco Lubsch vor (56.). Doch Weimar steckte nicht auf. Das junge SC-Team zeigte im Torabschluss zwar immer wieder Nerven, belohnte sich aber mit dem Ehrentreffer durch David Unverricht (86.). In einer spannenden Schlussphase machte Weinert per Freistoßknaller das Weiterkommen des ZFC perfekt. Weimars Florian Sachs flog zudem wegen einer Unsportlichkeit mit der Ampelkarte vom Platz (90.).

Stimme zum Spiel:

Jens Ahlgrimm (Co-Trainer Weimar): "Wir haben gekämpft, spielerisch überzeugt und Meuselwitz Paroli geboten. Das Trainer-Team ist stolz auf die Mannschaft und die gezeigte Leistung."

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGENJOURNAL | 10. August 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2019, 21:03 Uhr

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5 Kommentare

11.08.2019 16:41 Toz 5

Also ich habe hier kaum einen Unterschied erkannt. Einen Zweiklassenunterschied schon mal gar nicht. Höchstens mal kurz nach den Toren. Schlechter als Lichtenberg waren die auch nicht. Und gegen eine Mannschaft die zwei Klassen tiefer spielt muss man wenigstens dann irgendwann in der 2. Halbzeit mal ein Unterschied sehen. Aber da war nie Ruhe drin. Weinert hat wieder mal den Unterschied gemacht.

10.08.2019 12:08 Zipse 4

Meinte natürlich Videobericht.

10.08.2019 12:06 Zipse 3

Mdr, Für einen kurzen Spielbericht wie hier bei Jena und Erfurt hat es wohl wieder mal nicht gereicht? Macht nichts, Hauptsache ihr haltet uns über jeden Sch... vom cfc auf dem laufenden. Ein echter Heimatsender eben.

09.08.2019 22:48 Zipse 2

Rudimeter, ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss.

09.08.2019 21:19 Rudimeter 1

Das hätte der ZFC wissen müssen : auf den Lindenberg ( SC Weimar ) ist es nicht einfach einen Sieg zu erringen . Weimar hätte nicht nur das Ehrentor schießen können . Da war mehr drin .