Fußball | Sachsenpokal Lok Leipzig gewinnt umkämpftes Derby knapp

Viertelfinale

Matthias Steinborn ist der Held der 102. Leipziger Derbys. Der Torjäger vom 1. FC Lok Leipzig schoss den Regionalligisten ins Halbfinale des Sachsenpokals. Dort geht es jetzt zum Chemnitzer FC. Das zweite Halbfinale bestreiten Budissa Bautzen und der FSV Zwickau. Das ergab die Auslosung nach dem Spiel.

von Sanny Stephan & Alexander Kunze (Leipzig)

Chemie gegen Lok Leipzig 1 min
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Matthias Steinborn hat Lok Leipzig ins Sachsenpokal-Halbfinale geschossen. Sein blitzsauberer Treffer im Derby gegen Chemie Leipzig, hier!

Sa 15.12.2018 14:14Uhr 00:31 min

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In der 75. Minute schlug die große Stunde von Matthias Steinborn. Mit vollem Risiko nahm er eine Eingabe direkt und traf im Sachsenpokal-Viertelfinale beim Ortsrivalen Chemie Leipzig zum 1:0. Es war das Tor des Tages in einem packenden und rassigen Duell.

Beide Teams neutralisieren sich

Nicky Adler (8, Lok) und Benjamin Schmidt (13, Chemie)
Nicky Adler (8, Lok) von Benjamin Schmidt (13, Chemie) verfolgt. Bildrechte: Picture Point

Lok Leipzig erwischte den besseren Start, war in den ersten Minuten optisch überlegen, kam aber nicht zu Chancen. Gastgeber Chemie wurde nach zehn Minuten mutiger. Tormöglichkeiten blieben aber lange Mangelware, weil beide Mannschaften schon zu taktischen Fouls griffen, wenn auch nur ein Hauch von Torgefahr in der Luft lag. Die unzähligen Standards verpufften zunächst. In der 18. Minute sorgte dann "Mister Pokal" Alexander Bury für die erste gute Szene. Der Chemiker, der im Pokal eigentlich immer trifft, köpfte nach einer Ecke von Daniel Heinze über das Tor.

Viele Fouls, wenig Chancen

Auf der anderen Seite prüfte Matthias Steinborn nach einem Solo Julien Latendresse-Levesque, der sicher hielt. Es war die einzige Szene, in der sich der Schlussmann der Gastgeber in der ersten Halbzeit auszeichnen durfte. Lok-Keeper Benjamin Kirsten fror bis zur 40. Minute fast an, war beim Kopfball des quirligen Max Keßler aber auf dem Pfosten und fischte den Ball aus dem Eck. Beide Teams hielten sich an die taktischen Fesseln und neutralisierten sich weitgehend.

Chemie mit starker Phase nach der Pause

Das änderte sich nach dem Wechsel. Lok tauschte (Patrick Wolf für Nils Gottschick) und griff deutlich früher an. Das spielte Chemie in die Karten. Der Oberligist drückte auf die Führung und verbuchte eine Doppelchance. Erst scheiterte Kapitän Stefan Karau per Kopf an Kirsten, dann fehlten beim Fernschuss von Kai Druschky nur Zentimeter (51.)

Lok stabilisierte sich nach dem Durchhänger, ging aggressiver in die Zweikämpfe war aber lange offensiv extrem harmlos. Lediglich als Latendresse-Levesque im Strafraum ein Tänzchen gegen Maximilian Pommer wagte, hätte es beinahe geklingelt.

Steinborn wird zum Pokalhelden

Ein schneller Angriff über die linke Seite leitete schließlich in der 75. Minute das Tor des Tages ein. Matthias Steinborn – Torschütze vom Dienst bei Lok – bugsierte die Kugel aus Nahdistanz nach einer Eingabe von Pascal Pannier volley zum vielumjubelten 1:0 in die Maschen. "Ich nehme Risiko mit Vollspann. Das Gefühl war 'Sex pur'. Den Saisonstart haben wir verkackt. Wir haben uns zusammengerauft, sind zur Familie geworden. Jeder gab für den anderen Vollgas." Zum Fan-Boykott - die Lok-Fans blieben dem Spiel fern - sagte Steinborn: "Für den Fußball ist es schlecht, wenn du keine Gästefans hast. Aber es ist auch geil, wenn dich alle im Stadion hassen."

Chemie gegen Lok Leipzig
Matthias Steinborn trifft zum Tor des Tages. Bildrechte: Picture Point

Für den Fußball ist es schlecht, wenn du keine Gästefans hast. Aber es ist auch geil, wenn dich alle im Stadion hassen.

Matthias Steinborn Schütze des entscheidenden Tores

Schlussphase ohne Großchancen

Chemie probierte in der Schlussphase alles, kam aber zu keinem klaren Abschluss. Lok zitterte den knappen Sieg ins Ziel.

Stimmen zum Spiel:


Björn Joppe (Lok Leipzig): "Was die Jungs in den letzten Wochen machten,  das letzte heute im Pokal war das i-Tüpfelchen. Es war auch viel Krampf heute dabei. In der zweiten Hälfte kamen die Emotionen rein. Der klare Elfer, der nicht gegeben wurde und die Abseitsposition, die keine war. Wir haben hinten raus verdient gewonnen."

Christian Sobottka (Chemie Leipzig): "Wir haben ein ordentliches Spiel abgeliefert. Der Glücklichere hat gewonnen. An unseren Chancen hat es nicht gelegen. Wir sind im Pokal ausgeschieden, werden jetzt aber im Januar angreifen und wollen aufsteigen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Sport im Ostem | 15. Dezember 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2018, 15:49 Uhr

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51 Kommentare

17.12.2018 15:01 Leipziger 51

@50 Danke für den lustigen Kommentar. Die Einschaltquoten sprechen zwar eine andere Sprache, aber schön, dass es trotzdem Leute gibt, die so einen Blödsinn schreiben :D

17.12.2018 13:50 oldie 50

Bitte diese unsäglichen Derbys oder Pokalspiele mit ähnlichem Wert und Qualität maximal noch im Livestream produzieren!! Schade um das Geld der Beitragszahler für solchen Mist im Fernsehen!! Danke

17.12.2018 10:36 Chili Palmer 49

@Dreissiger: Wenn du Vereinspräferenzen so auslotest wie in deinem Kommentar (#41) unter 2., dann bist du so zielsicher, wie es Nutzer R17 schafft, Content in seine Einlassungen zu mogeln und das würde mir - sofern ich du wäre - zu denken geben.
Ferner ist es stets der Sache dienlich, Beiträge, die man kommentieren möchte, auch richtig zu lesen und zu verstehen. Schaut man sich deine Reaktion unter 1. an, verläßt einen der Glaube an deine diesbezüglichen Fähigkeiten. Oder leidest du an partieller Amnäsie? Da könnten aber immerhin noch Verweise auf eure Zuschauerstatistiken von vor 3 Jahren helfen oder glaubst du ernsthaft, dass sich bei euren sportlichen und vereinsstrukturellen Aussichten nicht der Zuspruch einstellen wird, welcher durch dieses mehr als glückliche Momentum der letzten Monate ins Gegenteil verklausuliert wurde.

17.12.2018 06:29 Chemieschwein 48

@faker 3 .. wenn die wenigstens 5 mal aufs Tor geschossen hätten, aber selbst das ist nicht so .. DFB Pokal war ne schöne Sache , aber der Wiederaufstieg ist wichtiger , und dann kommt die Chance der Revanche ... so spielen halt de Pleitegeier im Halbfinale in Rußchams gegeneinander ...wem interessierts ...

17.12.2018 03:23 Ron 47

@41
Die Worte in Anführungszeichen sind ein Zitat und entstammen den Worten des damaligen FCS Präsidenten.....

Wie geschrieben, ihr vergesst ziemlich schnell .... also Mund abputzen und weiter

16.12.2018 20:27 FSV Zwickau 46

@MDR könntet ihr bitte Zwickau gegen Bautzen live im Fernsehen übertragen. Chemnitz wurde nämlich schon etliche Male dieses Jahr übertragen und Zwickau nur 1. mal. Wäre sehr nett. Das Finale können wir dann ja im Stadion Zwickau angucken.

16.12.2018 19:47 09577 45

@32 - 3.000? Der Gästeblock (19 + 20) hat 1.500 Plätze!

16.12.2018 18:09 Dreissiger 44

Sorry, in der 1. Zeile hat sich ein 'n' zuviel eingeschlichen.

16.12.2018 16:44 Ich 43

Was war mit den Fans von Chemie vor dem Spiel bei der Platzbegeung von Lok los? Scheinbar ist man vom Zaun gefallen und dachte man versucht einmal die Profispieler anzufassen ? Ich hoffe es gibt noch ein Nachspiel dafür.

16.12.2018 16:25 R17 42

Also Ruinen/ Fußball wird bei Lok und Chemie gespielt, nur die einen meinen das es Profis sind. Lassen sich ganz „traditionell „ auch noch aus dem Westen unterstützten. So übel geht es in Leutzsch nicht zu!