Fußball | Sachsenpokal Bury lässt Chemie zum Abschied jubeln

Finale

Am Pfingsmontag hat sich die BSG Chemie Leipzig nach einer kämpferischen und über weite Strecken überzeugenden Leistung mit 1:0 (0:0) gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf durchgesetzt und den Sachsenpokal gesichert. Vor allem in der ersten Halbzeit lieferten die Gastgeber einen wahren Sturmlauf und hätten durchaus höher führen müssen. So war es CFC-Abgang Alexander Bury, der den AKS mit seinem Traumtor beben ließ.

BSG beherrscht das Spielgeschehen

Mannschaftskollegen umringen den am Boden liegenden Torschützen Alexander Bury.
Jubel, Trubel und Heitzerkeit. CFC-Abgang Alexander Bury versetzte den AKS mit einem unfassbaren Tor in Jubellaune (22.). Bildrechte: Picture Point

Im ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark zeigten die Spieler von Dietmar Demuth sofort, wer der Herr im Hause ist und drängten die Gäste aus Neugersdorf in die eigene Hälfte. Für das erste Ausrufezeichen sorgte der mit fünf Treffern gefährlichste BSG-Stürmer der Saison. Pierre Merkel zog im Zentrum direkt aus der Drehung ab, verfehlte den FC-Kasten jedoch um ein paar Meter (6.). Und der Chemie-Sturmlauf ging weiter. Vor allem der CFC-Abgang Alexander Bury sorgte ständig für Alarm bei den Gästen und legte unter anderem Nicolas Ludwig eine brandgefährliche Chance auf. Ludwig scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Samuel Aubele (9.). Die Mannschaft von Manfred Weidner agierte im ersten Abschnitt viel zu passiv und ließ den Hausherren enorm viel Platz. Das rächte sich, denn die rund 4800 Chemie-Anhänger lagen sich in der 22. Spielminuten zum ersten Mal in den Armen. Bury setzte sich mit einem schönen Sololauf durch und erzielte von der linken Strafraumkante aus ein absolutes Traumtor. Was für ein Tor – was für eine Geschichte für die Messestädter! Die Antwort der Blau-Weißen blieb bis zur Halbzeitpause aus. Mit dem 0:1 waren die Oberlausitzer noch gut bedient.

Jubel nach dem Tor für Chemie im Pokalspiel. 1 min
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FCO lässt Chemie zittern

Daniel Heinze (10, Chemie) gegen Dimitrios Komnos (14, Neugersdorf).
Im zweiten Abschnitt entwickelte sich ein harter Kampf. Chemie zog sich zurück und hatte Mühe, den offensivfreudigen FCO-Kickern zu folgen. Bildrechte: Picture Point

Im zweiten Abschnitt merkte man der Weidner-Elf an, dass sie den Ausgleich unbedingt erzwingen wollte. Es fehlte jedoch weiterhin der entscheidende Spielschlüssel, um die Abwehr der Leipziger zu überwinden. Auf der anderen Seite verpassten es die Hausherren den Deckel draufzumachen. Torschütze Bury setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und lief alleine auf Aubele zu. Der Schlussmann machte jedoch rechtzeitig die Beine zu und verhinderte das zweite Tor des zukünftigen Chemnitzers (63.). Eine Nachlässigkeit, die sich fast noch gerächt hätte. Der eingewechselte tschechische Top-Torjäger Josef Marek brachte enormen Schwung in das FCO-Offensivspiel und erarbeitete sich zwei Großchancen (69./78.). BSG-Keeper Latendresse zeigte jedoch seine ganzen Keeper-Qualitäten und verhinderte eine Verlängerung. Danach gab es nur noch Jubel im Alfred-Kunze-Sportpark. Der Pokalerfolg bringt den Gastgebern zusätzlich einen Startplatz für den die erste DFB-Pokalrunde und satte 115.000 Euro in die Vereinskasse.

Traurige Randnotiz für alle Anhänger des FC Oberlausitz Neugersdorf: Im Interview mit dem MDR verkündete Manfred Weidner, dass er nicht mehr weitermachen wird.

Es ist ein bitterer Moment, aber ich werde nicht als Trainer weitermachen.

FCO-Trainer Manfred Weidner MDR

Das sagten die Trainer:

Manfred Weidner (Neugersdorf): "Die Enttäuschung sitzt natürlich tief. Wir haben vor einer tollen Kulisse ein richtig gutes Pokalfinale gesehen. Am Ende muss es leider immer einen Gewinner geben. Das waren wir leider nicht. In der ersten Halbzeit waren wir deutlich zu passiv und inkonsequent. Die zweite Halbzeit war deutlich engagierter. Die Chance von Marek hätte durchaus das 1:1 sein können. Leider haben wir jedoch kein Tor gemacht. Der Sieg geht für Chemie in Ordnung."

Dietmar Demuth (Leipzig): "Beide Mansnchaften hatten sich heute viel vorgenommen. Es war für beide eine große Chance, in die erste DFB-Pokalrunde zu kommen. In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel klar bestimmt und waren meiner Meinung nach die bessere Mannschaft. Irgendwann ging meinem Team der Schwung verloren und der FCO kam mit dem eingewechselten Marek wieder gut in die Partie. Dennoch haben wir gut verteidigt und am Ende vedient gewonnen."

tw & jk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 21. Mai 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2018, 09:48 Uhr

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4 Kommentare

22.05.2018 10:54 Dreißiger 4

@1, ich habe nur ein schwaches (aber faires) Team gesehen. Chemie hat vollkommen verdient gewonnen, tolles Team, tolle Fans.
Der Abstieg war ein Betriebsunfall, der nächste Saison repariert wird. Man hat die Regionalliga in der ersten Halbserie einfach unterschätzt. Der Fehler wurde zur Winterpause korrigiert, leider hat es nicht ganz gereicht, auch wegen der Chaosvereine Erfurt und CFC, von denen zumindest Erfurt eine Rückstufung in die Oberliga absolut verdient hätte.
Ich bin überzeugt, dass die Vereinsführung den finanziellen Segen vernünftig einsetzen wird (Mannschaft, AKS), nochmals Glückwunsch an Chemie. Wir kommen wieder!!

22.05.2018 08:39 Oberländer 3

Ach Helmchen, du hast leider vollkommen die Wahrheit geschrieben.

21.05.2018 22:31 Thomas Schmidt 2

Verdienter Ausklang für eine schwierige Saison der Leutzscher. Respekt, nach 13 Jahren kehrt der Pokal in den AKS zurück. Chemie musste von unten neu beginnen, heute ist der Verein mit seinen treuen Fans wieder eine respektable Grösse im sächsischen Fussball, auch wenn die Klasse nicht gehalten wurde.

21.05.2018 20:38 Helmchen 1

Chemie war die bessere von zwei schwachen Teams. Das entscheidende Tor entstand durch einen Sonntagsschuß. Der FCO präsentierte sich in einer ganz schwachen Form. Das sollte es im "Spiel des Jahres" überhaupt nicht geben. Es war noch nie so leicht, in den DFB-Pokal zu kommen, und Chemie wollte das einfach mehr und ist demzufolge verdienter Pokalgewinner.