Fußball | Champions League FC Liverpool darf nicht nach Leipzig einreisen - RB arbeitet an Plan B

Der FC Liverpool und Trainer Klopp dürfen für das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League nicht nach Leipzig einreisen. Ein entsprechender Antrag wurde aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen nun abgelehnt.

Jürgen Klopp bei  einem Spiel im Stadion
Liverpool-Trainer Jürgen Klopp Bildrechte: imago images/Sportimage

Jürgen Klopps FC Liverpool wird ausgesperrt. Der englische Meister darf für das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am 16. Februar bei RB Leipzig nicht nach Deutschland einreisen. Einen Sonderantrag der Sachsen für die Einreise der Reds lehnte die Bundespolizei am Donnerstag ab, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

RB muss eine Alternative vorschlagen

Leipzig muss nun schnellstmöglich eine Alternative vorschlagen, Geschäftsführer Oliver Mintzlaff sagte: "Wir sind in Gesprächen und arbeiten an einer Lösung. Irgendwo werden wir schon spielen." Trainer Julian Nagelsmann hatte geäußert, das Thema vorerst nicht an sich heranzulassen. "Ich kann es eh nicht beeinflussen", so der 33-Jährige am Dienstag. "Noch nervt es nicht, weil ich noch nicht hundertprozentig weiß, wie es aussieht."

Der FC Liverpool äußerte sich noch nicht. Nach "Bild"-Informationen lehnen die Reds eine Austragung des Hinspiels im eigenen Stadion aber ab.

Oliver Mintzlaff Geschaeftsfuehrer und Vorstandsvorsitzender RB Leipzig re. und Julian Nagelsmann Trainer RB Leipzig li. im Gespräch vor dem Training von RB Leipzig 09.01.2020.
RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (re.) und -Trainer Julian Nagelsmann Bildrechte: imago images/opokupix

"Die von der Bundesregierung am zurückliegenden Freitag beschlossene Corona-Schutz-Verordnung sieht lediglich wenige Ausnahmen und keine Sonderregelungen für Profi-Sportler vor", teilte die BMI-Sprecherin mit. "Die Bundespolizei hat dem Verein RB Leipzig heute mitgeteilt, dass die geschilderte Fallkonstellation nicht unter die Ausnahmetatbestände fällt."

Einreisesperre bis zum 17. Februar

RB Leipzig - Manchester United - Tor für Manchester. Paul Pogba 6, Manchester trifft zum 3:2. vorn Amadou Haidara 8, RB Leipzig
In der Gruppenphase spielte RB bereits gegen ein englisches Team, gegen Manchester United. Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Hintergrund ist die vorerst bis zum 17. Februar gültige Einreisesperre für Menschen aus besonders betroffenen Corona-Mutationsgebieten, zu denen Großbritannien zählt. Das Spiel ist auf den 16. Februar terminiert, das Rückspiel in Liverpool auf den 10. März. Laut Regularien der Europäischen Fußball-Union UEFA ist die Heimmannschaft dafür verantwortlich, die Austragung des Spiels zu organisieren. Bis zum 8. Februar muss Klarheit herrschen. Das Achtelfinal-Hinspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Liverpools Ligarivalen Manchester City am 24. Februar ist von der aktuellen Regelung zunächst noch nicht betroffen.

Wie geht es weiter?

Im für den Bundesligisten schlimmsten Fall kann das Spiel mit 0:3 gegen Leipzig gewertet werden. Das Achtelfinale muss bis zum 2. April abgeschlossen sein. Verantwortliche von RB Leipzig hatten sich vehement dafür ausgesprochen, das Spiel im eigenen Stadion austragen zu dürfen. Am Montag war ein Antrag gestellt worden, die Mannschaft aus Liverpool einreisen zu lassen. Eine Option wäre nun eine zeitliche Verlegung, die angesichts des ohnehin engen Spielplans wohl keinem Club gefallen dürfte. Zudem besteht die Möglichkeit, das Heimrecht zu tauschen. Durch die Geisterspiele fällt der Zuschauer-Effekt ohnehin weg.

Lösung Salzburg unwahrscheinlich

Allerdings wäre das Problem damit womöglich nur aufgeschoben, da die Bundesrepublik die Verordnung verlängern könnte. Leipzig kann ein neutrales Stadion vorschlagen, welches die UEFA dann genehmigen müsste. Der kurze Weg würde nach Salzburg führen, in der Vergangenheit hatte die UEFA in einem anderen Fall bereits Budapest als neutralen Spielort genehmigt.

Anzeigetafel
Durch den gemeinsamen Investor/Sponsor sind die Beziehungen von RB Leipzig und RB Salzburg relativ eng. Bildrechte: imago/GEPA pictures

Red Bull Salzburgs Pressesprecher Christian Kircher allerdings sagte der "Passauer Neuen Presse", dergleichen sei dort "nicht bekannt". Die Salzburger spielen zudem am 18. Februar gegen den spanischen Vertreter FC Villarreal. "Die Europa League hat ein anderes Branding als die Champions League, das Stadion muss bereits ein, zwei Tage vor dem Spiel entsprechend vorbereitet werden - und der Rasen muss in einem Top-Zustand sein", sagte Kircher.

Liverpool kennt die Debatte

Für Liverpool ist die Debatte nicht neu. Bereits vor dem Abschluss der Gruppenphase gegen den dänischen Meister FC Midtjylland war der Ort der Austragung lange fraglich. Schließlich konnte am 9. Dezember doch in Dänemark gespielt werden, die Reds machten durch ein 1:0 den Einzug ins Achtelfinale perfekt.

dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. Februar 2021 | 19:30 Uhr

33 Kommentare

Voice vor 12 Wochen

Nicknamen verfehlt? Scherzkeks würde besser passen!
Ihr Lieblingsverein spielt doch auch in Rostock, trotz der Tatsache, dass die meisten Spieler aus Westdeutschland oder aus dem Ausland kommen....

Beste Grüße aus der Messestadt!!

Voice vor 12 Wochen

Was hat denn die von Ihnen angesprochene Überlebenswahrscheinlichkeit des Virus auf Geldscheinen mit dem obigen Artikel zu tun?

Beste Grüße aus der Messestadt!!

Thommi Tulpe vor 12 Wochen

Ich bin sehr sicher kein Fan von RBL. Wenn sich aber die ganze Welt gegen Länder abschottet, wo Mutationen des verdammte Virus wüten, ist es meiner Meinung nach absolut keine gute Zeit für internationale Wettbewerbe - weder im Fußball, noch in anderen Sportarten. Aber sicher finanzieren UEFA, DFB, IOC und alle anderen geldgierigen Verbände auch Forscher, welche nach dem Beweis suchen, dass das Virus auf Geldscheinen NICHT lebensfähig ist!?